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triviales für zwischendurch


September 1st, 2010

Mein Karma bei Plurk ist auf Null gesungen, aber der horax ist immer noch da. Der Bielefelder Twitteraccount mit dem höchsten Twittergrad ist eine Damenwäschewerbungsseite. Ich bin in der Liste derjenigen, die am selben Tag wie ich zu twittern anfingen, gerade auf Platz 99, auf der für Bielefeld auf Platz 9. Hab nun ein imflattrd-Profil, bei dem es allerdings bisher kaum Funktionen gibt. Weiss noch nicht, wass ich für diese Hochzeit anziehen soll.

halloderendorf


August 25th, 2010

Ja, Spontaneität ist doch was feines. Neulich meinte ich zu meiner besseren Hälfte, dass wir ja schon lange keine Party mehr geschmissen hätten. So ungefähr 4 Wochen oder so. Und schwupss war die Idee für eine Halloweenparty ersponnen. Und wie man sich so reinspinnt, kommt man gar nicht mehr auf die Idee, das nicht zu machen. Aber eigentlich ist das Schmeissen einer Party ja auch nicht so’n Ding, solange man nur genügend Leute dafür begeistert. Bei Halloween bieten sich da zudem so viele Dinge an – eigentlich ist das ein Selbstläufer. Dann hoffe ich mal, dass das eine lustige Veranstaltung wird. Ma kukn!

die tugend der klüngeligkeit


August 12th, 2010

Manchmal muss man Glück haben: Weil ich im Büro noch einen Kaffee getrunken habe, hab ich einen Zug nach Rheine nicht genommen, und in den rast dann glatt ein Auto. Das ist genau die Stelle, über die in meiner Heimatstadt seit anno Tuck diskutiert wird, stärkere Verkehrsregeln anzuwenden, weil immer wieder Leute beim halbbeschränkten Bahnübergang an dieser Stelle meinen, sie könnten noch um die Schranke drumzufahren. Offenbar hat diese Schlaumeieridee heute drei Menschenleben gekostet. Mein Mitgefühl den Angehörigen.

I was asked on Facebook:

Starting with the Categorical Imperative as the basic of ethics, would Kant not be wrong about the murderer at the door?

Me:

The question is: Is there a right to lie whenever I think I am or someone else is in danger. The answer is: No, because anyone could think that I could think I was in danger anytime. So this was a problem to accepting contracts, because anyone could rightfully say to be in danger and therefore rightfully lie. Keeping contracts is according to Kant a demandment of practical reason. So you have to trust that others act according to that demandment. According to the Categorical Imperative, a right to lie can’t be a universal law. Seen it that way Kant’s not wrong about the murderer at the door.

But in the “murderer at the door” situation, it is someone else in danger, not yourself (for example you are in Nazi Germany and you are hiding a Jew and the SS comes, should you lie about hiding a jew or tell them the truth). Is lying to save someone else wrong? I know Kant would say yes, but I am wondering if his suggestion that we should not fails his own categorical imperative. Isn’t it a universal law to protect innocent people?

Me:

It’s not the question if it’s wrong, it’s the question if its rightful. In a state of law lying intended to save someone wouldn’t be rightful to Kant, because it would eliminate formating contracts, just like I said it before.

But Kant wouldn’t call Nazi Germany a state of law. I think he wrote somewhere that he thought such a state wouldn’t be possible at all. According to Kant Nazi Germany was intrinsically a state of war. It was fatal that the Germans didn’t get that.

There could be a universal law to protext innocent people but within a state of law it couldn’t include a right to lie or an emergency law (Notrecht). I guess there can be situations in a state of war where you can’t act according to what you think is a rightful action. But that wouldn’t be a situation that philosophy can solve.

I guess that may bethe problem with deontological ethics. There are some situations that it just doesn’t apply.

Me:

I dont think this is a problem with deontological ethics. There are just situations that are not generalizable, which is the ground for philosophy.

mehr
Immanuel Kant – Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen.

etüde für kellerheizung


August 10th, 2010

Meine Eltern wohnen in der wohl nördlichst gelegensten Stadt mit Kohleförderung in Deutschland. Mein Vater hat nach Ausflügen in Kleinhandelsgewerbe bei der dazugehörigen Zeche irgendwann in den 70ern Arbeit als kaufmännischer Angestellter gefunden. Daher war es, als er ein Haus für seine künftige Familie baute, klar, dass eine Kohleheizung in dieses Haus gebaut wird. Dies hatte den Vorteil, dass man einen Energieversorger besaß, der direkt vor Ort war. Und natürlich bekam mein Vater als Mitarbeiter die Kohle billiger.

Nun ist der Einsatz einer Kohleheizung mit einer Pflege verbunden, die den Besitzer sehr erdet. Man muss Kohle in die Heiung einschütten, durch Rütteln verbrauchte mit neu hinzukommender Kohle ersetzen, ab und an ein Feuer erzeugen, wodurch die Heizung wieder angeht und natürlich die staubende, verbrauchte Kohle entsorgen.

Das ist soweit technisch nicht weiter kompliziert. Etwas komplexer ist nur die technische Umsetzung, wie durch Kohleheizungen unterschiedliche Temperaturen für heißes Wasser erzeugt werden. Hierzu hat man eine Art Belüftungssystem eingebaut. Dieses System erkennt Temperaturgrade. Ab einem bestimmten Grad kann nun das Belüftungssystem einsetzen und sozusagen Zugluft erzeugen, die das Kohlenfeuer anstachelt. Wenn man also einstellt, dass die gewünschte Temperatur 60° sein sollen, heizt das System der Kohle ein, bis die Kohle diese Temperatur hat.

Ein solches Belüften setzt natürlich auch ein, wenn die Kohle ganz niedergebrannt ist. In der Kohlenheizungsfachsprache heißt es dann, die Heizung läuft. Nicht in dem Sinne, dass sie angeschaltet ist, sondern, dass ein klapprig klingendes Durchzugsgeräusch zu hören ist, das verkündet, dass zu wenig Kohle in der Heizung ist.

Dieses Geräusch ist nun in unserer Familie ein eigentsändiges Idiom. Denn wortlos rennt mein Vater zur Heizung, wenn es ertönt. Und meine Mutter, die sich von allen Männeraufgaben im Haushalt tunlichst fern hält, sagt zu meinem Vater, wenn sie das Geräusch als erste hört

Schatz, die spielen dein Lied.

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Bildquelle: Bullerjan @ HDR Shot von tanzer-art | Creative Commons BY-NC-SA 2.0 Lizenz.

Im Westfälischen kann das Umrunden eines bestimmten, kleinen Gebiets um den Pudding fahren oder schlicht um Pudding fahren genannt werden:

Ich fahr’ eben um’ Pudding.

Dies bezieht sich auf die Kleinheit des zu umfahrenden Gebietes. Es wird dadurch gesagt, dass man nicht lange unterwegs sein wird und dass diese Tätigkeit nicht sonderlich wichtig ist. Wenn man z.B. jemanden sucht, kann jemand sagen, dass er eben um Pudding fährt, um zu schauen, ob er auf dieser Strecke zu sehen ist. Es ist aber nicht so wichtig, ihn zu finden.

Eigentlich dient das Umfahren oder Umgehen des Puddings aber der Kontemplation oder des kindlichen Spiels. Ein Kind kann diverse Male Runden in der Nachbarschaft drehen und der Westfale nennt dies um den Pudding fahren.

Das Fahren ist hierbei nicht weiter wichtiger Bestandteil. Man kann auch kontemplativ einmal um Pudding gehen.

Pudding spielt hierbei auf die Runde, die zurückgelegt wird, an. Puddings werden in Westfalen traditionell in Töpfen oder Schüsseln zusammengestellt und in oder auf runden Schälchen serviert. Beim Umrühren des Puddings im Topf oder beim Auslöffeln des Puddings im Schälchen vollzieht der Koch oder der Puddingesser ebensolche kleine Umrundungen.

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Reihe: Westfälische Idiome
Bildquelle: Happy Grass von babe_kl | Creative Commons BY-NC-SA 2.0 Lizenz.

In Bezug auf gedankliche Planungen oder Erklärungen ist es im Westfälischen gebräuchlich, davon zu sprechen, dass man glaube, man bekäme einen Fön. Etwa in der Form:

Ich glaub’, ich krieg’ ‘n Fön.

Natürlich ist es nicht der Fall, dass man tatsächlich einen solchen bekommt. Es ist lediglich ein Ausspruch, der eine innerliche Entrüstung über eine vorgelegte, zu glaubende Erklärung oder eine sich dem Aussprechenden widerstrebende Planung darlegen soll. Man kann sich das aber sinnbildlich vorstellen als Entrüstung eines Beschenkten über einen Fön als Geschenk.

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Reihe: Westfälische Idiome
Bildquelle: Hair dryer detail von Breakfast for dinner | Creative Commons BY-NC-SA 2.0 Lizenz.

Jeans kaufen ist oftmals keine einfache Geschichte. Manche stehen einem, andere nicht. Jeans fallen unterschiedlich aus, da muss man diverse Praxistests überstehen. Eine neuere Mode ist ja das lässige, nahezu knietiefe Tragen von Jeans. Das wurde zuvor nicht als modisch angesehen. Und im Westfälischen wurde für eine derart, d.h. eine schlecht sitzende Jeans das Wort bollerig verwendet. Bollerig waren Jeans dann, wenn sie altersbedingt geweitet waren, daher nicht mehr gut saßen und somit nicht chic waren. Neumodisch tiefergetragenen Jeans kommt daher nur dann nicht die Bezeichnung bollerig zu, wenn sie erkennbar nicht aus Altergründen nicht gut sitzen.

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Reihe: Westfälische Idiome
Bildquelle: Blue & Jean von Tony Blay | Creative Commons BY-NC-SA 2.0 Lizenz.

Im Westfälischen können Schubladen, Fenster oder Schnürsenkel los sein. Umgangssprachlich kann man auch davon sprechen, etwas sei lose. Oftmals wenden Nichtwestfalen hierbei ein, dies sei eine grammatisch falsche Verwendung der Redeweise, etwas sei offen. Das ist aber falsch, da die Verwendung von los der jeweiligen Situation inhaltlich mehr abgewinnt.

Zum einen gibt es die westfälische Aufforderung Mach’ mal dat Fenster los! Auf die reine Handlung ist gemeint, dass das Fenster geöffnet werden soll. Allerdings ist es im Westfälischen so, dass das Fensteröffnen in der Verwendung mit losmachen eine andere ist als in der Verwendung mit öffnen. Ein Fenster kann sich alleine öffnen, es kann sich aber nicht alleine losmachen. Das Losmachen ist eine zweckverfolgende Tätigkeit. Wenn in einem Raum schlechte Luft herrscht oder die Technik eines Fensters untersucht werden soll, so kann man sagen Mach’ mal dat Fenster los! Es ist allerdings nicht gebräuchlich zu sagen, dass Fenster habe sich selbst los gemacht. Hier sagt man Das Fenster hat sich von alleine geöffnet.

Noch etwas anderes ist die Verwendung des Los-Seins. Schnürsenkel können los sein oder lose sein. Hierbei wird ebenso oft eingewendet, es handle sich um eine grammatisch falsche Verwendung der Redeweise von offenen Schnürsenkeln. Aber auch dieser Einwand ist falsch.  Der inbegriffene Gedanke bei einer Feststellung wie Deine Schnürsenkel sind lose ist, dass Schnürsenkel von getragenen Schuhen aus Sicherheitsgründen zu sein sollen. Schnürsenkel von gerade nichtgetragenen Schuhen sind offen, aber nicht lose, denn es ist egal, ob diese in dieser Situation offen sind oder gebunden.

In metaphorischer Hinsicht kann losmachen auch Gegenständen zugesprochen werden. So kann man sagen Das Boot hat sich alleine losgemacht. Damit unterstellt man dem Gegenstand ein gewisses Eigenleben und entzieht sich selbst etwas der Verantwortung, gerade wenn man selbst das Boot am Steg festgemacht hat, so dass es eigentlich nicht wegschwimmen hätte können.

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düssel under


Juli 27th, 2010

Gestern hat es heftigst geschüttet in Düsseldorf. Wenn man keinen großen Regenschirm dabei hatte, blieb man besser zuhause. Und das taten dann wohl auch die meisten Düsseldorfer, sofern sie nicht auf der Arbeit steckten. Was mir gestern beim Schlendern durch Düsseldorf by rain auffiel:

Die Straßenbahnen sind unheimlich düster, niemand liest Zeitung oder ein Buch. Das ist in München beispielsweise ganz anders. Da sieht man diverse Zeitungsleser. Freut sich über jemanden, der dieselbe Zeitung liest, über einen Lesefreund im Geiste oder schaut interessiert, was die Abendzeitung titelt. Oder irgendeine überregionale Zeitung. Es werden in München auch gerne mal nichteinheimische überregionale Zeitungen gelesen. Da ist Düsseldorf doch provinzieller als man es gerne hat. Das mag auch an den Zeitungen liegen. Wer schlägt schon gern in der Straßenbahn die WAZ oder die Rheinische Post auf? Dann doch lieber auf dem Handy daddeln.

Genauso ist niemand ist in der Innenstadt auf den Straßen mit dem Fahrrad unterwegs. Man sitzt lieber haltungslos, schluffig in der Straßenbahn und wartet aufs Ankommen. Generell scheint das Fahrrad nur in den kleinen Vorstadteilen und im Park zum Einsatz zu kommen. Sowas irritiert einen Münsterländer ja dann doch etwas. Die Flexibilität, die dieses beschlauchte Gefährt dem sportlichen jungen Menschen von heute bietet, möchte man doch ungern eintauschen gegen das gesackte Zeitabsitzen. Wird man sich wohl an sowas gewöhnen können? Oder bricht man dann doch mit der Kleingroßstadtkultur?

schubladen


pinnwand


regalfächer


wohlproportionierte dosen



meine bessere hälfte

... bloggt hier.

hauspost


nachbarn

(zufällig zusammengestellt)

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