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	<title>logbuch:caasn:de &#187; belesenes</title>
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	<description>Anmerkungen zum Weltgeschehen</description>
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		<title>jean-claude izzo: leben macht m&#252;de</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 10:37:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[belesenes]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese ist so ein typisch franz&#246;sisch-melancholisches B&#252;chlein &#252;ber Au&#223;enseiter, also durchweg etwas defaitistisch und schwerm&#252;tig. Die 6 Geschichten auf knapp 100 Seiten lesen sich schnell und sind von Ronald Voullié wunderbar &#252;bersetzt. Und irgendwie ist es auch faszinierend, wie schnell man beim Lesen dieser Geschichten mitten in einem ausweglos erscheinenden Geschehen steckt. Lieben ist so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese ist so ein typisch franz&#246;sisch-melancholisches B&#252;chlein &#252;ber Au&#223;enseiter, also durchweg etwas defaitistisch und schwerm&#252;tig. Die 6 Geschichten auf knapp 100 Seiten lesen sich schnell und sind von Ronald Voullié wunderbar &#252;bersetzt. Und irgendwie ist es auch faszinierend, wie schnell man beim Lesen dieser Geschichten mitten in einem ausweglos erscheinenden Geschehen steckt.</p>
<blockquote>
<p>Lieben ist so etwas wie in den Krieg zu ziehen. Man wei&#223; nicht, ob man lebend zur&#252;ckkommt.</p>
</blockquote>
<p>Nach wenigen Wochen wird man schon wieder vergessen haben, was sich hierin genau abspielt, aber irgendwas bleibt h&#228;ngen, so dass man kleine, reizende Déjà-vus bekommt, wenn man nach einiger Zeit nochmal zu diesem B&#228;ndchen greift.<br />
____________________<br />
<small><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Claude_Izzo" target="_blank">Jean-Claude Izzo</a>, <a href="http://www.unionsverlag.com/INFO/title.asp?title_id=2429" target="_blank">Leben macht m&#252;de</a>, Unionsverlag, 7,90€</small></p>
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		<title>lesezeichen f&#252;r den adretten herrn und die ge&#252;bte hausfrau</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Apr 2010 15:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[belesenes]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu jedem Blog geh&#246;rt ja traditionell ein Blogroll, sprich eine Linkspalte zu anderen lesenswerten Blogs. Wenn man anf&#228;ngt zu bloggen, sortiert man eher wahllos dort Blogs ein, da man &#8211; zumindest ich &#8211; noch nicht &#252;ber sonderlich viel Leseerfahrung verf&#252;gt, was Blogs betrifft. Ungef&#228;hr so, erg&#228;nzt um den einen und anderen Blog, sah dann meine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu jedem Blog geh&#246;rt ja traditionell ein Blogroll, sprich eine Linkspalte zu anderen lesenswerten Blogs. Wenn man anf&#228;ngt zu bloggen, sortiert man eher wahllos dort Blogs ein, da man &#8211; zumindest ich &#8211; noch nicht &#252;ber sonderlich viel Leseerfahrung verf&#252;gt, was Blogs betrifft. Ungef&#228;hr so, erg&#228;nzt um den einen und anderen Blog, sah dann meine Blogroll auch aus.</p>
<p>Da aber in der Tat ab und an hier Leute mitlesen, denen Blogs noch ein Buch mit sieben Sigeln sind, habe ich meine <a href="http://caasn.de/blog/lesezeichen/">Lesezeichen</a> noch mal gr&#252;ndlich &#252;berarbeitet, diverse rausgeschmissen, einige hinzugenommen und alles &#252;bersichtlicher angeordnet. Da waren doch einige dabei, die nichts mehr geschrieben haben oder uninteressanter waren, als ich dachte. Das mag b&#246;ser klingen als es gemeint ist, man hat eben nur eine begrenzte Zeit, sich andere Blogs interessiert durchzulesen.</p>
<p>Wen mal die Langeweile plagt, der sollte einfach mal rumklicken: Hinter den Links verstecken sich lesenswerte Blogschreiber.</p>
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		<title>links for 2010-04-08</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 02:01:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[belesenes]]></category>

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		<description><![CDATA[Dave Eggers: Es ist schockierend einfach, etwas zu bewirken &#8211; FAZ.NET]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul class="delicious">
<li>
<div class="delicious-link"><a href="http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~EA5309973003547289FDDB10F1013B417~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Dave Eggers: Es ist schockierend einfach, etwas zu bewirken &#8211; FAZ.NET</a></div>
</li>
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		<title>f&#252;r zitatliebhaberinnen</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Apr 2010 22:04:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[belesenes]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Finanzen sind zerr&#252;ttet, an der B&#246;rse hat&#8217;s gekracht. da hab&#8217; ich aus meine Aktien den Kindern Drachen gemacht. Ich zog mit ihnen zu Felde, wo sanfte L&#252;fte weh&#8217;n, dort konnt ich meine alten Aktien noch einmal steigen sehen. (Otto Reuter)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Finanzen sind zerr&#252;ttet,<br />
an der B&#246;rse hat&#8217;s gekracht.<br />
da hab&#8217; ich aus meine Aktien<br />
den Kindern Drachen gemacht.</p>
<p>Ich zog mit ihnen zu Felde,<br />
wo sanfte L&#252;fte weh&#8217;n,<br />
dort konnt ich meine alten Aktien<br />
noch einmal steigen sehen.</p>
<p>(<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Reutter" target="_blank">Otto Reuter</a>)</p>
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		<title>mischa-sarim vérollet &#8211; das leben ist keine waldorfschule</title>
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		<comments>http://caasn.de/blog/mischa-sarim-verollet-das-leben-ist-keine-waldorfschule/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Mar 2010 14:17:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[belesenes]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach Kant hat richtig gute Kunst immer auch f&#252;r den Betrachter das Authentische, das F&#252;rwahrhalten, das Irritierende, nicht den Gegenstand als etwas Erk&#252;nsteltes zu erkennen, an sich. Und genau damit habe ich auch bei Mischa-Sarim Vérollets Buch Das Leben ist keine Waldorfschule zu k&#228;mpfen. Als reines Literaturobjekt f&#228;llt es bei mir durch. Das Buch ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Kant hat richtig gute Kunst immer auch f&#252;r den Betrachter das Authentische, das F&#252;rwahrhalten, das Irritierende, nicht den Gegenstand als etwas Erk&#252;nsteltes zu erkennen, an sich.</p>
<p>Und genau damit habe ich auch bei Mischa-Sarim Vérollets Buch <a href="http://deutsche-gegenwartsliteratur.suite101.de/article.cfm/das_leben_ist_keine_waldorfschule" target="_blank">Das Leben ist keine Waldorfschule</a> zu k&#228;mpfen. Als reines Literaturobjekt f&#228;llt es bei mir durch. Das Buch ist wenig &#252;berraschend, sprachlich okay, aber nicht umwerfend, es bleibt immer auf demselben Niveau, es bewegt den Leser nicht in seinem Innersten und sowas. Aber das Buch soll ja auch gar nicht reines Literaturobjekt sein. Was dann?</p>
<p>Vérollet ist in literarischer Hinsicht Slam Poet, das bedeutet, seine Texte erweckt er durch Darstellung vor Publikum zum Leben. Ihn daher in der oben angedeuteten Linie zu verrei&#223;en, w&#228;re also so geistreich, wie <em>She loves you, yeah, yeah, yeah</em> von den Beatles nur auf Grund des Textgehaltes zu beurteilen.</p>
<p>So sieht man aber gleich, dass nach konservativer Strickart Vérollets Texte argw&#246;hnisch betrachtet werden: Sollten gute Texte nicht alleine f&#252;r sich sprechen k&#246;nnen? Das d&#252;rfen sie gerne, das sollten sie besser bei heiklen Themen auch. Das m&#252;ssen sie aber nicht in jedem Kontext.</p>
<p>So erspielt sich Vérollet seine Niesche im Literaturbetrieb als geschichtenerz&#228;hlender <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fips_Asmussen" target="_blank">Fips Asmussen</a>. Das sollte mir niemand &#252;bel nehmen, auch Fips Asmussen war und ist schlie&#223;lich enorm erfolgreich. Ich habe mich totgelacht, als ich 10 war. Seine Witze f&#252;r sich sind ohne Auff&#252;hrung irritierend geistlos, wie Oliver Kalkofe <a href="http://www.kalkofe.de/08/docs/werk/werk_cds.html#cd-asmussencd" target="_blank">gezeigt hat</a>. Das Irritierende kommt allerdings teils auch daher, dass man wei&#223;, was Asmussen f&#252;r einen breit gestreuten Erfolg hat. Aber den hat er als auftretender K&#252;nstler und durch CDs mehr als als B&#252;cherschreiber.</p>
<p>Nat&#252;rlich ist Fips Asmussen platt, genau das macht ja auch seinen Witz aus: Die Irritation, dass das, was er vortr&#228;gt dort einfach ist, wo man Komplexeres erwartet. Ebenso ist Vérollet einfach f&#252;r seine Zuh&#246;rer. Sie finden sich mit der melodischen Sprachhandhabung Vérollets und den unbek&#252;mmerten Geschichten schnell angenehm vertraut, da st&#246;rt es nicht, das der Buchtitel nicht sonderlich neu ist oder die Geschichten nie tiefgehend, allenfalls anz&#252;glich. Und auch die Optik des Buches mit dem bunten Cover und die den Text begleitenden Zeichnungen &#228;hneln frappierend den Taschenb&#252;chern von Fips Asmussen.</p>
<p>Dies soll kein Verriss sein, nur eine Art, die Qualit&#228;t dieser Kunst aufzuzeigen: Sein Publikum derart einzufangen, schafft l&#228;ngst nicht jeder.</p>
<p>&#220;ber den Gehalt des Buches habe ich somit wenig bis nichts gesagt, was mir allerdings auf Grund der Form rechtfertigbar erscheint. Inhaltlich besteht das Buch aus diversen kurzweiligen, aufgeh&#252;bschten Selbstbetrachtungen in besonderen Alltagssituationen, die sich, zumindest bei mir, nicht ins Hirn einbrennen.</p>
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		<title>reinhard marx &#8211; das kapital</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Mar 2010 11:59:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[belesenes]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man sich ein bisschen mit Religion und Religionsphilosophie auseinandersetzt, kommt man nicht umhin, sich auch mal die aktuellen Schinken der katholischen Hirten anzusehen. Vorgenommen habe ich mir mal Das Kapital von Reinhard Marx, dem Erzbischof von M&#252;nchen und Freising. Das Buch ist ungef&#228;hr so wie Reinhard Marx: Sympathisch, geschw&#228;tzig, nicht &#252;berwissenschaftlich, anekdotenreich, einheitschaffend. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man sich ein bisschen mit Religion und Religionsphilosophie auseinandersetzt, kommt man nicht umhin, sich auch mal die aktuellen Schinken der katholischen Hirten anzusehen. Vorgenommen habe ich mir mal <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/30841.html" target="_blank">Das Kapital</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Marx" target="_blank">Reinhard Marx</a>, dem Erzbischof von M&#252;nchen und Freising.</p>
<p>Das Buch ist ungef&#228;hr so wie Reinhard Marx: Sympathisch, geschw&#228;tzig, nicht &#252;berwissenschaftlich, anekdotenreich, einheitschaffend. Es beinhaltet aber interessanterweise in politischer oder philosophischer Hinsicht alles, was man heute an der Katholischen Kirche kritisieren mag.</p>
<p>Reinhard Marx beginnt sein Buch mit einem Brief an Karl Marx, in dem er gleich seine &#220;berzeugung feststellt, dass Karl Marx nach seinem Tode wohl inzwischen davon &#252;berzeugt sein m&#252;sse, dass Gott existiere. Reinhard Marx macht es so seinen Lesern von Beginn an schwierig, ihn f&#252;r voll zu nehmen. Es ist andererseits einfach eine Form von Respektlosigkeit, anderen Menschen irgendwelche Behauptungen unterzujubeln, nur weil diese Menschen nun tot sind, und sich nicht mehr dagegen wehren k&#246;nnen. Das hatte auch schon Walter Nigg in &#8220;Friedrich Nietzsche&#8221; so getan, wo er behauptet, h&#228;tte Nietzsche nur etwas unaufgeregter nachgedacht, w&#228;re er &#252;berzeugter Evangele gewesen. Ich glaube dies alles nicht. </p>
<p>Unterm Strich spielt Reinhard Marx einfach das, worunter er Karl Marx versteht, gegen die Katholische Soziallehre aus. Es ist ein Aufeinandertreffen einer Lehre auf eine Philosophie. Das Problem ist nur, dass die Lehre lediglich geglaubt werden muss, nicht &#252;berzeugend begr&#252;ndet wie eine Philosophie sein muss, um akzeptabel zu sein. Wobei in diesem Zusammenhang zu beachten ist, dass f&#252;r Reinhard Marx das, wof&#252;r Karl Marx steht, einfach nur Skeptizismus ist: Das Angreifen von Dingen, die f&#252;r Werte gehalten werden.</p>
<p>Diese Werte entstammen alle dem Christentum, meint <a href="http://logbu.de/was-sollen-wir-tun/">Detlef Horster</a>, auf den sich Reinhard Marx als Segnung durch einen Philosophen bezieht (S. 59). Dies ist &#252;berhaupt eine eigent&#252;mliche Belegmethode von Richard Marx: Das Heranziehen der Meinung eines gro&#223;en Geistes als Ersatz f&#252;r die Begr&#252;ndung einer eigenen Meinung. Fast schon g&#246;nnerhaft gesteht Reinhard Marx der Philosophie der Aufkl&#228;rung zu, dass sie Begr&#252;ndungen f&#252;r moralische Werte geliefert habe, dass aber diese Werte eben schon vorher bestanden haben. Offensichtlich ist es Reinhard Marx ein Anliegen zu zeigen, dass das Vorhandensein von Werten wichtiger ist als das Begr&#252;ndetsein von Werten.</p>
<p>Nicht nur die Soziallehre der katholischen Kirche wird somit in diesem Buch gegen Karl Marx ausgespielt, ebenso grundlegender ein katholischer Fundamentalismus gegen objektive Begr&#252;ndungen, worunter man Philosophie verstehen kann.</p>
<blockquote>
<p>&#8220;Die katholische Soziallehre sieht in Marx ihren gr&#246;&#223;ten Gegner sie bezeugt ihm ihren Respekt.&#8221; (Oswald von Nell-Breuning (S. 32))</p>
</blockquote>
<p>Wie gro&#223;z&#252;gig. Die katholische Soziallehre kennzeichnet sich durch eine Weltanschauung, in der Individuen durch Solidarit&#228;t und Subsidiarit&#228;t miteinander verbunden sind (S. 95). Ein jedem seien politisch und wirtschaftlich alle Freiheiten gegeben, solange sie in einem moralischen Einklang und in Unverletzung der Rechte anderer m&#246;glich sind. Marx meint offensichtlich, dass dies schlichte Motiv einer ausgearbeiteten Philosophie gleichkommt, diese gar &#252;bertrifft. Eine irgendwie gestaltete Begr&#252;ndung gibt es in Reinhard Marx&#8217; buch f&#252;r die katholische Soziallehre n&#228;mlich nicht: Sie ist einfach besser als alles andere.</p>
<p>Und weil man nach Reinhard Marx auch angeblich denkt, dass Religion nicht nur Privatsache sei, sondern dass Kirche eine gesellschaftspolitische Aufgabe habe (S. 63) g&#228;be es den Religionsunterricht in Deutschland in der vorliegenden Form. Dies ist aber schlicht falsch. Die Einbindung der evangelischen und der katholischen Kirche in den Staat geht auf einen <a href="http://logbu.de/die-katholische-kirche-hitler-und-das-grundgesetz/" target="_blank">Pakt mit Hitler</a> zur&#252;ck, nicht auf ein F&#252;rguthalten eines Staatslenkers.</p>
<p>Aber diese eigenwillige Ansicht Reinhard Marx&#8217; f&#252;gt sich gut in sein Weltbild: Die Kirche, und das hei&#223;t bei ihm eben die katholische, ist die <em>Institution der Moral</em> (S.62): Ihr Richtplatz. Ohne Kirche ist Moral f&#252;r Reinhard Marx wohl schutz- und wehrlos allen &#220;beln in der Welt ausgeliefert. Reinhard Marx f&#252;hlt sich zudem in &#220;bereinstimmung mit Immanuel Kant, was sein Menschenbild betrifft (S. 174, Anmerk.: Kant wird &#252;berhaupt gerne von Geistlichen als Gew&#228;hrsmann vereinnahmt ohne auf seine Religionskritik einzugehen) und ebenso in &#220;bereinstimmung mit Karl Marx, was dessen Bild von der Familie als Geburtsort von Moral angeht: F&#252;r Marx sei die Familie wichtigster Ort der Wertevermittlung, daher sei Familienpolitik wie Bildungspolitik vorausschauende Sozialpolitik.</p>
<p>Das kann man nun unhinterfragt so stehen lassen oder hinterfragen. Bei letzterem ist man sich selber aber Philosoph, und das f&#252;r viele zwangsl&#228;ufig. Denn beim Stichwort Familie muss man ja bei der katholischen Kirche immer sehen, dass Schwule keine Familie sind. Eine Familie ist Mama &amp; Papa, nicht die wilde WG-Lebensgemeinschaft wie in den 68ern. Die haben ja f&#252;r die katholische Kirche die sexuellen Ausw&#252;chse neueren Datums <a href="http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/letters/2010/documents/hf_ben-xvi_let_20100319_church-ireland_ge.html" target="_blank">mit zu verantworten</a>. Die Soziallehre der katholischen Kirche l&#228;sst v&#246;llig unbeantwortet, warum man sich nicht einfach durch eine vertraute Bezugsperson eben so gut moralisch entwickeln kann, wie durch verheiratete Eltern. Und ob es gerade an dieser Stelle nicht eben doch viel mehr auf verst&#228;ndliche, begr&#252;ndete Vermittlung von moralischen Verhaltensweisen ankommt als auf Werte-Tradition.</p>
<p>Man begegnet in diesem Buch Reinhard Marx an den Stellen, die den Menschen an der katholischen Kirche so unheimliche Probleme bereiten. Man findet aber als Reaktionen darauf nur fundamentalistische Durchhalteparolen vor, die f&#252;r sich genommen nicht &#252;berzeugen. Aber das sollen sie ja auch nicht.</p>
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		<title>links for 2010-03-15</title>
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		<description><![CDATA[EU-Wirtschaftspolitik: Frankreich dr&#228;ngt Deutsche zu Export-Fairplay &#8211; SPIEGEL ONLINE &#8211; Nachrichten &#8211; Wirtschaft (tags: via:mento.info) Der tote &#34;Grand-Prix-Kandidat&#34; von Seite 1 « BILDblog (tags: via:mento.info) Westerwelle und die linke Verschw&#246;rung (tags: via:mento.info)]]></description>
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		<title>links for 2010-03-14</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 00:01:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Guttenberg entl&#228;sst General &#8211; &#39;&#39;Atemberaubende Zust&#228;nde&#39;&#39; &#8211; Politik &#8211; sueddeutsche.de (tags: via:mento.info) Florian Festl: &#34;Viele haben die innere Trennung von der Kirche schon vollzogen&#34; &#8211; Das langsame Ausbluten der Kirche (tags: via:mento.info) Judith Luig: Martin Walsers ewige Wunde Marcel Reich-Ranicki (tags: via:mento.info)]]></description>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 00:01:22 +0000</pubDate>
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