am 14.09.2016 zu Niklas Luhmann sein Zettelkasten – anmut und demut

Ist nicht ein Wiki eine wesentlich passendere Entsprechung zu Luhmanns Zettelkasten?

Mir ist ganz stark im Ohr geblieben, wie der Probefahrer mal meinte, Blogs drehten sich doch meistens nur um sich selbst. Seitdem verkneife ich mir Blogbeiträge, bei denen ich denke, es handelt sich bloß um unausgegorene Gedanken, die dem Thema nichts hinzufügen. Wobei eigentlich natürlich die wesentliche rote Linie ist, dass ein Blog in zeitlicher Abfolge die Sicht eines Autors darlegt.

Bei einem Wiki ordnet man Themen eben nicht im ersten Sinne zeitlich, sondern stichwortartig. Auf der ersten Seite erscheint ein Zufallsartikel, eine Suchfunktion, aktuelle Änderungen u.ä. Man informiert mit der Thematik als Leitfaden und dem Überraschungseffekt als Begrüßung. Weil ich auch ein Lokalblog betreibe, ist das zugehörige Wiki inzwischen mindestens so wichtig. Verglichen mit der Lokalzeitung hat diese auch nur noch Tagesaktualität und Zusammenhänge fallen hinten über, sind von den Redakteuren auch kaum noch vermittelbar, wenn sie sie überhaupt erkennen.

Wobei ich zudem Thematiken in bloß privat und Medienkram unterscheide, da ich denke, dass es hier unterschiedliches Leserinteresse gibt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich sehe nicht, wie WordPress diese unterschiedlichen Funktionen (Lexikon, Tagebuch, Lesezeichen, Momentaufnahmen) für Leser passend vereinen könnte. Muss es aber auch nicht unbedingt.""

am 25.07.2016 zu Diese schrecklichen und langweiligen Dinge … – anmut und demut

"Klingt schön, aber stimmt irgendwie auch nicht. Wer reflektiert denn Werbung derart, dass er hinterher sagt, dieses Shampoo hat den Duscher da gerade glücklich gemacht?

Nein, nein, im ersten Sinne ist Werbung im Zusammenspiel mit den Sendungen grell, laut und meist in einer schnellen Bildabfolge, die Aufmerksamkeit erheischen will. Im Grunde gibt es nur gänzlich glattgeschliffene Charaktere und den lustigen Volldeppen. Und die Damenwelt verinnerlicht die so gezeigten Rollen.

Das ist ganz interessant, weil wir gerade in Hochzeitsvorbereitungen sind und daher mal in Zeitschriften und Blogs rumgelesen haben: Es ist erstaunlich wie bloß beiwerkhaft die Rolle der Männer präsentiert und umgesetzt wird und wie zentral die Braut. Immer lächelnd, immer im Heu, immer Schablone.

Ich kenne selbst Leute, die sich passend zu dieser Bilderwelt verhalten, aber ich renne davor weg. Im Netz, im TV und da draußen."

am 14.06.2016 zu Instant-Umstand | K [journ.]

Ich weiß nicht, ob man da nicht Facebook schon derbe mit auf dem Leim geht. In meiner Timeline kommen Instant Articles – wieso auch immer – gar nicht vor. Obwohl einige Leute solche publizieren. Und die sollen aber doch intensiver gelesen werden als normale Artikel? Von meinen Mitfacebookern z.B.? Ich glaube, da steckt ein Missverständnis drin. Ich habe z.B. letztens begonnen, kleine Dinge, die ich schon einmal in Blogartikeln verwurstet habe, in Comics zu packen. Da reagierten auf einmal die Menschen.

am 05.02.2016 zu Bücher vs. Filme – anmut und demut

Ich glaube, Literatur, so sie gut ist, vermag einem eher nachhaltigere Kicks zu geben als Fernsehen. Und das wirkt sich eben auch auf den Rest des Tages aus, wie dieser begeisterte Leser es ausführt: https://medium.com/@julien/how-to-read-a-book-a-week-20675f2e206c#.m49lxhvba. Wobei aber auch in einem Roman wie „Eine Straße in Moskau“ so gezoomt wird, so dass man meint, man hätte eine Kamerafahrt vor Augen, und andererseits ein Film wie „Anomalisa“ unterschwellig die Tristheit alltäglicher Handlungsabläufe so in einen übergehen lässt, dass es noch Tage nachwirkt.

Literatur kann eben auch hochintellektuelle Interessen befriedigen, da gelangen Filme eher selten hin und sind oft schneller verdaut. Andersherum ist man nie zu blöd, einen Film zu schauen, wohingegen man vom Lesen, gerade vom Lesen anspruchsvoller Sachen so abkommen kann, dass man nicht mehr liest.

am 27.01.2016 zu 48 Stunden mit einem WordPress Network | anmut und demut

"Mir ist dieses multiple WordPress auch auf den Zeiger gegangen, weil es mir maximal für mehrere Nutzer sinnvoll erschien, aber nicht für Einzelnutzer. Daher habe ich wieder Einzelinstallationen hochgezogen, die liefen für sich genommen fixer. Ansonsten mag ich Flat-File-Blogsysteme wie mdbl0g und FlatPress, die laufen noch runder als WordPress.

WordPress ist halt für Schnickschnack gut, automatische Linkpostereien, Audiokram, große Archive etc. Ich habe gerade meine ganze Mediensammlung in ein WP-Blog eingraviert und da ist es schon klasse, wenn man Befehle hat, die einem rausgeben, wie viele Taschenbücher man in niederländischer Sprache von Autor X hat. Und mna hat halt die Hoffnung, dass man die so gefertigte Datenbank in 10, 20 Jahren noch irgendwie verwenden kann."

am 19.01.2016 zu Wohin mit dem Saurier? | anmut und demut

Ich glaube nicht, dass Firefox OS tot ist, gerade nicht in praktischer Hinsicht ;-). Hierfür werden dauernd neue Apps gebastelt, die App dial.radio kommt mir sogar ziemlich modern rüber. Mein FirefoxOS-Handy ist auch das erste Smartphone, das seit anderthalb Jahren gänzlich ohne Probleme einfach nur funktioniert. Und ich brauche auch nicht mehr als Mailprogramm, eBookReader, Browser, Whatsapp-Clon, Twitter, Gnu social, Facebook, Kamera, Podcastcatcher und Feedreader. Totgesagte leben länger ;-).

am 31.12.2015 zu Das Netz wieder entwerten | anmut und demut

Ehrlich gesagt finde ich beide Artikel aus der „Früher war alles besser“-Sicht heraus, nicht gerade gelungen. Auch ohne Internet gab und gibt es Leute, die sich für Feministinnen halten, obwohl sie darin nicht einen durch Kritik unterstützten Verbesserungswunsch, sondern nur ein Brandmarken anderer im edlen Gewand verstehen. Genause kenne ich aus den 90ern Leute, die mit rechten Ideen stark sympathisierten, ohne auf die Idee zu kommen, sich rechten Organisationen anzuschließen oder bei ihnen irgendwie mitzumachen.

Es ist etwas Positives, dass Ressentiments mal auf den Tisch kommen, weil sie offenbar bislang nur unter dem Teppich gehalten wurden. Aber es ist nicht das Messer, das jemanden zum Mörder macht. Wie man in Sachen Computerkriegsspiele eine eindeutige Meinung hat und dann meint, Twitter würde einen negativen Zustand befördern, ist mir rätselhaft. Jemanden zum schweigen zu bringen, bedeutet ja auch nicht, ihn überzeugt zu haben.

Was früher Medien und sozialer Druck außerhalb des Netzes vermocht haben, taugt heutzutage nicht mehr zur Bewältigung gesellschaftlicher Probleme. Wen das stört, soll sich einfach der neuen Aufgabe stellen.

am 07.12.2015 zu Der Hassan von der Post | Flusskiesel

"Hatte ich in München. Ich kam im Bahnhof an, schaute auf den großen Fahrplan an der Wand wie in ein kyrillisches Kochbuch und da sprach mich jemand an: "Entschuldigung!" Ich packte sofort an die Gesäßtasche, in der mein Portmonnaie sich befand und dachte, "Nanu? Was willst du denn?". Und dann war das ein freundlicher Einheimischer, der mir wirklich nur den Stadtplan erklären wollte. Ein im Rheinland vollkommen unbekanntes Verhalten. "

am 30.10.2015 zu killefit.net › Viertel-Tscheche

Unsereins ist Spross eines verarmten, niederländischen Landadelsgeschlechts, das im 17. Jahrhundert als Spione ins Füstbistum Osnabrück entsandt wurde. Man strandete in Hagen a.T.W., die Kommunikation nach Hause klappte aber irgendwie nicht und die Aktion wurde abgeblasen. Darauf hin zogen einige Herkenhoffs weiter bis nach Brasilien und Amerika. Mein Zweig bis knapp hinter Osna. Nun ja.

am 30.10.2015 zu Blogdesign 2015 – Teil 3 – Das Inventar | anmut und demut

ich habe immer die Frage im Hinterkopf, wie sich Innovationen zu bisherigen Erfolgsgeschichten verhalten. Sprich: Comprehensive Design und eingebettete Videos schön und gut, aber vie verhält sich das zu optischer Wiedererkennbarkeit und Übersättigung und zur Bindung von Lesern? Früher fand ich ein paar Blogs gut, weil dort witzige Videos und Bilder gesammelt wurden, aber das Konzept ist irgendwann plattgewälzt worden. Von daher versuche ich immer zwischen dem, was ich optisch haben will und als sinnvoll erachte und dem Gedanken, wie vergraule ich niemanden, dem Design egal ist und nur lesen will, auszutarieren. In dieser Hinsicht ist mir das Neudesign von zeit.de gerade ein ziemliches Rätsel.