Samstag, den 2. Mai 2009   

die blöd-zeitung und dsds

annemieDie BLÖD-Zeitung hypt gerade eine der drei Finalisten der RTL-Sendung Deutschland sucht den Superstar. Wer für sie anruft, bekommt eine Bestätigungs-SMS, mit der man bei der BLÖD-Zeitung an einem Gewinnspiel teilnehmen kann. Man darf also etwas zweifeln, wie fair die Abstimmung der heutigen Sendung eigentlich ist. Diese Zeitung gesellt sich also als Trittbrettfahrer der Sendung zu den SMS-Abzockern. Aber das verwundert ja wirklich niemanden mehr.

Irgendwie aber auch lustig, wie man in der dortigen Redaktion versucht, irgendwie etwas Positives aus ihrem völlig verhunzten Auftritt mit Schlange auszupressen:

21.40 Uhr: Annemarie tritt mit „Maneater“ von Nelly Furtado auf. Sie hat eine weiße Schlange um den Hals

21.41 Uhr: Die Schlange lässt sich die Bühnenshow gefallen, schlängelt sexy um Annemaries Hals

21.43 Uhr: Annemarie scheint sich gut mit der Schlange zu verstehen. Selbst bei der Bewertung hält sie das Tier bei sich

21.45 Uhr: Volker zu Annemarie: „Es war keine gute Idee mit der Schlange. Du hast die Töne nicht getroffen.“ Nina: „Ich bin ein bisschen enttäuscht. Du hättest mehr machen können.“ Dieter: „Ich fand am besten an dem Auftritt die Schlange. Das war ein Desaster.“


Samstag, den 2. Mai 2009   

unkenntnis der niederlande

Die Dresdner Neueste Nachrichten schreibt über die Amokfahrt eines Niederländers zeitens des Königinnentages 2009 folgendes:

„Eine Wahnsinnstat beendet die Illusion, volksnahe Monarchie und monarchienahes Volk könnten ohne großen Barrieren miteinander feiern. Der Königinnentag 2009 steht ab jetzt für den schwarzen Feiertag der Oranier. Über das Motiv des Attentäters lässt sich trefflich rätseln. Arbeitslosigkeit und Geldsorgen mögen ein Grund, aber kein verzeihliches Alibi sein. Der Anschlag kratzt weiter an der gern gepflegten Postkartenidylle aus klappernden Holzschuhen und hübschen Meisjes. Hollands tolerante Mitmach-Gesellschaft zeigt spätestens seit den politischen Morden an Pim Fortuyn 2002 und Theo van Gogh 2004 Risse. Nun platzt der Traum, wenigstens die Königin sei als Autorität des friedfertigen Polderlandes unantastbar.“

Man muss wohl schon Journalist sein, um zu einem Zeitpunkt, an dem ein Land noch unter Schock steht und an dem noch beteiligte Menschen um ihr Leben kämpfen, solche Zusammenhänge herzustellen. Niederländer haben also die Illusion einer volksnahen Monarchie, pflegen eine naive Heile-Welt-Ansicht und sind verträumt. Aber das bekommt Risse seit den „politischen Morden“ an Fortuyn und van Gogh.

So ein Blödsinn. Die Niederländer werden einen Teufel tun und ihre Mentalität ändern. Man muss auch zu Fortuyn und van Gogh sagen: Die beiden wussten um die Gefahr, in der sie waren, und dennoch verzichteten sie auf irgendeinen besonderen Personenschutz. Und auch die Königin weiss sehr wohl, dass auch in den Niederlanden Attentate auf ihre Person möglich sind. Es gehört aber gerade zur niederländischen Mentalität, wenn man so etwas annehmen möchte, derartigen Gefahren zu trotzen. So eine Haltung mag man zwar als leichtsinnig einschätzen, sie hat für einige Niederländer aber historische Wurzeln. Daher wird die Königin sehr wohl am kommenden Dienstag am Konzert zum Befreiungstag teilnehmen, wenn auch die Sicherheitsmaßnahmen  verstärkt werden dürften.

Eine Postkartenidylle ist eine Stadt wie Amsterdam nach wie vor bei sonnigem Wetter für Touristen, da werden auch einzelne Gewaltakte nichts ändern. Niederländer haben aber seit Jahrzehnten im Hinterkopf, dass in mancherlei Hinsicht Amsterdam auch ein Pulverfaß ist. Das ist nichts neues. Auf das Eintreten von politisch motivierter Gewalt und Angriffen auf bekannte Persönlichkeiten ist man in den Niederlanden daher gefasster, als es von außen den Anschein zu haben scheint. Das ist eher in Deutschland anders. An Angriffe wie auf Herrhausen, Rohwedder, Schäuble oder Lafontaine denkt doch derzeit als akute Gefahr kaum jemand.

Daher sollte man sich derzeit eher in Zurückhaltung und Anteilnahme üben, als die Gunst der Stunde zu nutzen, um missgünstige Vorurteile breit zu treten.