Sonntag, den 3. Mai 2009   

veronica mars auf dvd

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In knapp vier Wochen erscheint die amerikanis­che TV-Serie Veron­i­ca Mars in ein­er Gesamtver­sion auf dem deutschen Markt. Bish­er gab es alle Staffeln einzel­nd und man durfte um die 110€ dafür berap­pen, da kommt man finantiell mit etwas mehr als 50€ für die neue Edi­ton bess­er weg.

Im deutschen Fernse­hen wurde diese Serie irgend­wann nachts auf dem ZDF versendet, in den Vere­inigten Staat­en ver­hun­zte man die let­zte Staffel der­art, dass die Serie abge­set­zt wurde. Das lag daran, dass man zunächst 13 Fol­gen pro­duzierte, um dann sieben weit­ere nachzupro­duzieren, was ins­ge­samt ein Patch­work-Ergeb­nis erzeugte, mit dem die Zuschauer nicht son­der­lich zufrieden gewe­sen sind.

Den­noch gab und gibt es Fans der Serie, was wohl dazu führt, dass ein Kinofilm zur Serie in näch­ster Zeit pro­duziert wird. Der Hauptschreiber der Serie sah irgend­wann, Monate nach Ende der Sendung, noch offene Hand­lungsstränge. Mit Ver­laub, dass sieht man als Zuschauer schon wesentlich schneller.

Zum Inhalt
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Veron­i­ca Mars ist eine Ober­stufen­schü­lerin, die ihren Vater in dessen detek­tivis­ch­er Arbeit unter­stützt. Neben zu lösenden Detek­tiv-Fällen gib es auch Span­nun­gen an ihrer Schule, auf der Kinder reich­er Leute mit kleinkrim­inellem Nach­wuchs aneinan­derg­er­at­en. Die Serie lebt davon, in den ersten zwei Staffeln einen roten Faden zu ver­fol­gen, der ein fol­genüberspan­nen­des Ver­brechen bein­hal­tet. Dazu baut man auf die Schlagfer­tigkeit ihrer Hauptcharak­tere, das Ausse­hen der Haupt­darstel­lerin, etwas Wortwitz, mod­ern, schnellgeschnit­tene Bilder und hier und da Beziehungsstress.

Veron­i­ca Mars wech­selt sechs­mal zwis­chen vier Fre­un­den hin und her, ist daber aber nur durch ihre Zick­igkeit auf­fal­end, gepaart mit etwas Lebensweisheit. Weswe­gen sie allerd­ings gen Ende einen sehr lang­weili­gen Radiomod­er­a­tor anhim­melt, wird gar nicht mehr klar. Aber da sind wir auch schon in der drit­ten Staffel.

Diese bietet keinen roten Faden mehr, es gibt keine Erk­lärun­gen mehr für das Ver­hal­ten der Haupt­darsteller, was allerd­ings auch der wunde Punkt dieser Serie ist. Wie schon aufgezeigt, bieten sich einige Akzente, die der Serie Reiz ver­leiben: Ver­bale Schlagfer­tigeit, Krim­i­nalfälle, mod­erne Optik, etwas Roman­tik. Aber geistre­iche Dar­legun­gen von Hand­lungsmo­tiv­en, nein die gibt es nicht. Und das irri­tiert schon etwas: Da tauchen Per­so­n­en wie Logan, auf­fal­l­end gespielt von Jason Dohring, auf. Dieser ist Sohn eines mil­lio­nen­schw­eren Fies­lings, der unter seinem lieblosen Her­anwach­sen lei­det. Er fällt mit dur­chaus geistre­ichen Gedanken auf (“Welchen Sta­tus hat eigentlich die Ironie von Ironie?”), ver­liert aber ander­er­seits ab und an völ­lig den Faden und drischt irgend­je­man­den zusam­men. Das passiert immer dann, wenn man ver­störend auf den Sym­pa­thiefak­tor dieser Fig­ur ein­wirken will.

Der Geschichte geht also ein­fach die Puste aus, wenn es inter­es­sant wäre, auf die Charak­tereigen­schaften einzel­ner Fig­uren einzuge­hen. So bleiben diese grob­schnit­tig und jede Phase, in der wed­er Krim­i­nal­fall, noch Liebesgeschichte, den Zuschauer in seinen Bann zieht, ist öde.

Trotz­dem über­wiegen meines Ein­drucks nach die pos­i­tiv­en Aspek­te dieser Serie und ich enpfehle sie gerne weit­er. Ger­ade wenn in kom­mender Zeit dazu ein Kinofilm her­auskommt, ist es von Vorteil, über den bish­eri­gen Ver­lauf Bescheid zu wis­sen. Die FSK ist auf 16 Jahre geset­zt, da es ein paar deut­liche Gewalt­darstel­lun­gen gibt. Für 50€ wird man hier sehr gut unter­hal­ten.