Es ist ein paar Jahre her, da spatzierte ich mal mor­gens am ersten Tag des Jahres durch Osnabrück und fand die ver­lassene Innen­stadt in sein­er Kater­stim­mung ganz wun­der­bar. Ein Minifrüh­stück in irgen­deinem Café, das es wahrschein­lich heute gar nicht mehr gibt, run­dete mir die Sache ab. Die Abfahrt aus Osnabrück hat­te da schon was ernüchterndes. 

Heute spatzierte ich mit dem Nach­wuchs im Kinder­wa­gen unsere übliche Strecke am Rhein ent­lang. Mit Pod­cast­fol­gen im Ohr bekam ich allerd­ings nicht mit, ob es eine Kater­stim­mung gab. Ich war erst genug beschäftigt, den Böller­resten auszuwe­ichen. Dass die Strecke und die Rhein­wiesen bei etwas feuchtem Wet­ter nicht gut besucht sind, ist kein Novum. Vielle­icht erübrigt sich die Neu­jahrsstim­mung, wenn sie im Wet­ter untergeht.

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Kind hat her­aus­ge­fun­den, dass es sich, wenn es auf der Couch sitzt und nach links kippt, mit der linken Hand abstützen kann, um seine Posi­tion zu hal­ten. Es weiß noch nicht, dass dies entsprechend auch für rechts gilt, weswe­gen es, wenn es nach rechts kippt, immer wie ein gefäll­ter Baum auf der Sitzfläche lan­det. Und wie war euer Abend so?

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Der Nach­wuchs klagt Fut­ter­nach­schub seit Kurzem immer mit “Njeng!” ein. “Njeng njeng!” ist dann die Steigerung, dass Mord­shunger beste­ht. “Njeng, njeng njeng!” die Bestärkung der Forderung. Vielle­icht wird auch was vom Chi­ne­sen ver­langt, so genau ver­ste­hen wir das auch noch nicht.
Google über­set­zt mir, njeng wäre Zulu für wie, es kön­nte also ein gewiss­es Unver­ständ­nis ausdrücken.
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котенок

… ist der Kose­name mein­er Frau für unser Kind, was auf deutsch Kätzchen bedeutet. Es kommt daher, dass das Kind so mijaut, wenn sie erste Anze­ichen von Hunger verspürt.

Eben ver­ließ ich das Wohnz­im­mer, in der das Kind sich gut alleine beschäftigte. Ich wurde belohnt mit dem unguten Gefühl, das einen überkommt, wenn man ein unbekan­ntes und unzuord­nungs­bares Geräusch hört. In diesem Fall kam es auch noch aus dem Wohnz­im­mer, und in mein­er Vorstel­lung tauchte ein Kabel und ster­nen­sprühen­der Funken­flug auf. Der­art ange­facht stürmte ich ins Wohnz­im­mer und ent­deck­te das Kind, wie es ger­ade mit seinen Fin­gernägeln über die Yoga-Mat­te kratzte, auf der es lag. Es schaute zum Here­in­platzen­den hin­auf — und unter­brach seine Kratzbe­we­gung nicht für eine Mil­lisekunde. Kätzisch.

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januarlese

Kris­tine Bilkau — Eine Liebe in Gedanken Angenehm sen­ti­men­tale, uner­füllte Liebesgeschichte. 

Jür­gen von der Lippe — Nudel im Wind Zotiger Erstling des Mod­er­a­tors. Dauernd wer­den Zoten, auch Rezepte einge­baut, die nicht durch die Geschichte erfordert wer­den. Der Schmök­er ist eher etwas für Fans. 

Cas­tle Free­man — Auf die san­fte Tour San­ft­mütiger Sher­iff, der nicht aus dem Quark kommt, muss Ein­bruch in eine Vila von Russen aufk­lären. Atmo­sphärisch passend geschrieben. 

Davide Morosinot­to — Die Mis­sis­sip­pi-Bande Span­nen­der Aben­teuer­ro­man für Jugendliche, der aber auch Erwach­sene mitreißen kann. 

Davide Morosinot­to — Ver­loren in Eis und Schnee Zwill­inge wer­den wie bei ein­er Kinderver­schick­ung 1942 aus Leningrad gebracht, ver­lieren sich, und ver­suchen sich in Leningrad wieder zu tre­f­fen. Span­nende, phan­tasievolle Kriegs­geschichte, die Jugendlichen die Schreck­en des Krieges ein­dringlich darstellen kann. 

Pinkus Tulim — Jo Raketen-Po Furzgeschichte für Kinder und Jugendliche. Dur­chaus lustig und kurzweilig. 

Ulrich Alexan­der Boschwitz — Der Reisende Odysee eines jüdis­chen Kauf­manns in Deutsch­land im Jahre 1938. Span­nend, mitreißend und großar­tig erzählt. 

B.J. Novak — Das Buch ohne Bilder Beson­deres, kurzes Vor­lese­buch für Kinder, das mich zum Lachen gebracht hat. 

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