Der Nach­wuchs hat­te heute geback­ene Kür­biss­cheiben mit Sem­mel­brösel und Parme­san in Olivenöl. Das ist sehr nahrhaft, fliegt weit und klebt an der Tapete. Dass er nicht noch “Kamelle!” beim Wegschleud­ern gerufen hat, war auch alles.

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dinkelciabatta

Zutat­en 500 g Dinkelmehl, 300 ml Wass­er, 20 g Hefe, 3 EL Olivenöl, 1 TL Salz
1. Die Hefe ins erwärmte Wass­er ein­rühren, dann mit dem Rest ver­mix­en. Den Teig 50 Minuten an einem war­men Ort aufge­hen lassen.
2. Ein Trock­en­tuch aus­rollen und stark bemehlen. Die Hände mit Mehl oder mit Öl ein­reiben, damit der Teig nicht an den Hän­den klebt. Dann auf dem Tuch zu einem Quadrat auswälzen und wieder 10 Minuten gehen lassen.
3. Etwa ein Drit­tel der Teigfläche von oben längs umk­lap­pen, und dann eben­so ein Drit­tel von unten.
4. Jet­zt den Teig in einen auf 250° erwärmten Ofen schieben und 10 Minuten back­en, dann bei 200° 25 Minuten weit­er back­en.

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Heute wieder zwei Stun­den durch die Lan­deshaupt­stadt babygewa­gent. Der Bäck­er wink­te auf­fordernd durch sein Laden­schaufen­ster, weswe­gen ich den Kinder­wa­gen mit der Sicht zum Nach­wuchs ihm hochstem­mend präsen­tiere. Der Bäck­er lacht über­trieben, der Nach­wuchs schaut unin­spiri­ert. Ich zucke mit den Schul­tern, läch­le und schiebe weit­er. Elter­naf­figkeit. Es stürmt. Der Wind lässt den Wagen kip­peln. Es hagelt kurz. Kaum jemand unter­wegs. So mag ich große Städte.

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Wenn ich son­st durch die Lan­deshaupt­stadt schlen­dere, tre­ffe ich kaum jeman­den. Als Baby­wa­gen­schieber trifft man in Regelmäßigkeit Mamis.

Ja, du hier? Wo wohnst du denn?

Da drüben, über dem Bäck­er.

Ich wohne da und da.

Ich weiß, das erzählte mir meine bessere Hälfte.

Ach, dann haben wir uns wohl schon darüber unter­hal­ten. Dann habe ich das bes­timmt ver­peilt.

Ja, das meinte die bessere Hälfte auch.

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In der Krabbel­grup­pen­mes­sen­ger­gruppe wird gefragt, was man gegen Schmerzen tun sollte, wenn das Kind zah­nt. Es wird sofort auf Medika­mente ver­wiesen. Ich wende ein, dass man es ja erst mit Beißrin­gen und aufge­tupftem Kamil­len­tee ver­suchen kann, statt Medika­mente zu benutzen, von denen ein erwäh­ntes haupt­säch­lich auf Kamille baut. Und die auch vorgeschla­gene Veilchen­wurzel sei halt ein stark­er Keim- und Krankheit­sträger. Ja, deswe­gen würde man die ja inten­siv trock­nen lassen. Was mis­che ich mich auch ein.

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18.36 Uhr. Ding dong Nanu, wer kommt so spät unangemeldet? Kann ja eigentlich nur das Schwiegermon­st…

Ich bringe Essen für’s Kind.

Äh, ja danke, wäre nicht nötig gewe­sen. Haben wir jet­zt auch nicht nach gefragt. Ist auch viel zu viel.

Wo ist Kind?

Das schläft.

Und die Mut­ter?

Daneben.

Ok. Tschüß.

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Gestern das let­zte Karnevals­bier getrunk­en und erfreulicher­weise keine inten­siv­en Nach­wirkun­gen davon heute mor­gen gehabt. Sollte mir vornehmen, weniger zu exper­i­men­tieren, und das Bier zu kaufen, was schmeckt und verträglich ist.

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Seit­dem das Kind geboren ist, habe ich keine Zeit mehr zum Bügeln. Ich habe einen Riesen­stapel Bügelzeug zuhause liegen. Mein Mann kauft sich dauernd neue Hem­den, weil ich nicht zum Bügeln komme.

Jed­er Pott kriegt seinen Deck­el.

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Ich suche eine neue Putze. Meine macht nur Böden. Ich bin jedes Mal, bevor sie kommt, den ganzen Tag vorher damit beschäftigt, über­all den Staub wegzuwis­chen. Die Putze mein­er Fre­undin ist auch nichts, bei denen wird der Wein­vor­rat immer weniger, nach­dem die da war.

Wir bräucht­en eine, die nur Staub macht.

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Haben Sie das gehört, was die Dame eben meinte? Wie soll man sich denn mit dem drit­ten Kinder­wa­gen im Ein­gangs­bere­ich der Straßen­bahn son­st platzieren?

Tut mir leid, nicht gehört, ich habe unter­wegs immer Kopfhör­er auf, um solchen Kom­mentaren zu ent­ge­hen.

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Regen, durchgängig Regen. Das graue Gewäss­er des Rheins ste­ht ziem­lich hoch. Am Ufer hat die Crown of Suisse angelegt, war bei denen mal was Königlich­es? Und musste es ver­schifft wer­den? Sind die immer noch unter­wegs, so als schwim­mende Enklave?

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Auf dem Rück­weg sehe ich ein Auto, dessen link­er Hin­ter­reifen allein auf dem Bürg­er­steig ste­ht. Das Vehikel sieht aus wie ein zum Pinkeln anset­zen­der Vier­bein­er, der plöt­zlich schock­ge­froren wurde. Wer parkt so ein? Wer parkt so ein und sagt: Ja, super, passt ja genau! Oder ent­fer­nt er sich schle­u­nigst vom Wagen, um den Pas­san­ten­blick­en zu ent­ge­hen?

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Der Nach­wuchs kann jet­zt Busse erken­nen und schaut ihnen aus dem Wohnz­im­mer­fen­ster hin­ter­her.

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In der Krabbel­gruppe gibt es ein Krabbelkind, das noch bei jedem Ter­min geheult hat. Es weint auch auf fast allen Fotos, die über die Mes­sen­ger­gruppe reinkom­men. Nur auf einem nicht, da sieht man es ent­fer­nt von den anderen. Es wurde in einen anderen Bere­ich des Zim­mers gebracht, nach­dem es Anze­ichen machte zu heulen. Ich über­lege, eine Foto­samm­lung anzule­gen.

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Tante ruft an, lädt zum 85. Geburt­stag ein.

Eigentlich wollte ich ja flücht­en, aber jet­zt hat sich eine Fre­undin für den Tag angemeldet und da mache ich eine Kanne Kaf­fee. Da kön­nt ihr auch kom­men.

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Im Schaufen­ster eines Baby­waren­fachgeschäfts ste­ht ein einziger Kinder­wa­gen in petrol aus­gestellt, an dem ein Schild behaftet ist: “Lim­it­ed edi­tion.” Hat wohl Werks­fehler.

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Am Rhein kommt mir heute das erste Mal eine Fri­days-for-Future-Schüler­wan­der­gruppe ent­ge­gen. Es wird Wass­er aus Plas­tik­flaschen getrunk­en und auf dem Handy rumge­drückt, während man Plakate (“Man ist das heiß, ich glaub, ich flieg zum Mond!”) unterm Arm gek­lemmt hat, die man wegen des Regens mit großflächig Trans­par­en­tk­le­be­band über­zo­gen hat. Wir brauchen unbe­d­ingt einen Don­ner­stag-für-Umwelt­be­wußt­sein.

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Schwein­sohr ist nicht gle­ich Schwein­sohr. Beim Bäck­er unter uns kostet eins 2,20€, ist aber die 40 Cent, die es mehr kostet als ein immer trock­en- und kle­briges Kamp­sohrschwein alle­mal wert. Der Bäck­er hat keine Schwein­sohren mehr und schenkt mir eine Kirschtasche.

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In der Mamimes­sen­ger­gruppe meldet sich eine Mami und meint, sie wolle nur weit­er Mit­glied der Krabbel­gruppe sein, wenn man bei der Grup­pen­stunde dem­nächst Mama-Work­out macht. Die Mama des Heulkindes meint, ihm mache die Gruppe keinen Spaß.

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Der Nach­wuchs muss zum Pass­fo­toknipsen. Er hat die Nicht­fo­to­gen­ität des Vaters bei Pass­bildern geerbt, zumin­d­est in der Rück­en­lage­fo­tografie. An den dick­en Back­en wird er nicht erkan­nt wer­den.

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Wir besuchen den Drachen und den Waschbären vor ihrer Reise in den Süden. Der Bär erzählt mir wieder­holt, er habe einen Artikel gele­sen, in dem ste­ht, dass die Israelis eine Pille gegen alle For­men von Krebs entwick­eln. Sie werde näch­stes Jahr mark­treif und teuer. Ich sage wieder­holt, dass ich das bezwei­fle. Er sagt wieder­holt, er auch.

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Der Luxu­skinder­wa­gen wird damit bewor­ben, dass man das Dach kom­plett über das liegende Kind stülpen kann, so dass dieses seine Ruhe habe und Pas­san­ten nicht in den Wagen greifen kön­nten. In der Fußgänger­zone umher­schieben sich zwei Luxu­skinder­wa­gen­paare, die jew­eils das Dach der Anweisung nach vol­lübergestülpt haben. Ich ziehe dem Nach­wuchs bei Bedarf ein­fach die Mütze ins Gesicht.

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Fußgänger­zo­nen­ma­ma zum Sprößling:

Wir gehen jet­zt nach Hause und da schreib­st du an deinem Lese­tage­buch weit­er, egal was die anderen machen. Du musst auch mal weit­erkom­men.

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Der Nach­wuchs spielt heute begeis­tert mit Plas­tikklötzchen an und auf sein­er Schwimm­badtheke.

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Wir tre­f­fen heute unsre Fre­undin, Dirne Mar­got.

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Buchver­rissvorher­sage: Heute wird Denis Scheck in druck­frisch den Roman Scharnow von Bela B Felsen­heimer ver­reis­sen, unter dem Hin­weis der Inkom­pe­tenz des Schreibers mit irgend­was wie “Wenn Punk solche Büch­er schreibt, wäre er bess­er tot”.

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Ruhe in Frieden, Marat. Warst ein­er von den Guten.

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