Wir ver­passen den IC nach Hause, es kommt aber fünf Minuten später ein Zug mit dem­sel­ben Ziel. Der Schaffn­er der Zuges erk­lärt uns, dass wir im Zug eine Fahrkarte erwer­ben kön­nen. Wir soll­ten uns ein­fach irgend­wo hin set­zen, es werde nie­mand kom­men, der uns ver­scheuchte, weil es in unserem Abteil keine reservierten Plätze gäbe. Und nie­mand würde uns vorhal­ten, keine Fahrkarte zu haben, da er der Chef des Zuges sei. Über Laut­sprech­er sagt er dann, dass er Eddie hieße. Er hat so viel zu tun, weil er alleine im Zug alles zu man­a­gen hat, dass er nicht dazu kommt, uns eine Fahrkarte zu verkaufen.

Kinder mit Begleitung fahren heute ein­fach mal frei.

Immer­hin liefe es hier bess­er als bei HKX, weil Flix ein­fach bekan­nter sei und deswe­gen mehr Leute in den Zug bekäme. Er machte uns noch die Tür auf und wir wün­scht­en einan­der einen schö­nen Tag.

Wer ihn mal trifft: Her­zliche Grüße von uns! Unsere Sitz­nach­barin bit­tet uns, ihren Kof­fer aus der Ablage zu heben. Für einen Zweitage­saus­flug nach Ham­burg, von dem sie uns erzählt hat, ist er in der Tat unge­mein schw­er und wir rät­seln, was da drin gewe­sen sein mag. Meine bessere Hälfte tippt auf eine Leiche.

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Am Gleis springt leb­haft ein schmutzig wirk­ender Mann umher:

Haben Sie vielle­icht eine Kleinigkeit? Oder irgend­was zu essen zwis­chen Gum­mibären und Schnitzel?

Meine bessere Hälfte gibt ihm eine ange­broch­ene Biodinkel­stan­gen­tüte, woraufhin eine daneben sitzende Dame einen Schoko­ladeoster­hasen mit Glöckchen raus­rückt. Darauf der beglück­te Mann:

Oh, echt jet­zt? Das ist ja toll. Vie­len, vie­len Dank. Da wün­sche ich mal schöne Ostern. Darf man schon schöne Ostern wün­schen? Schöne Wei­h­nacht­en wün­scht man ja schon ab Toten­son­ntag, aber bei Ostern weiß ich das nie. Jeden­falls: Danke!

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An der Bushal­testelle läuft mir eine schmutzig gek­lei­dete, junge Dame über den Weg, schaut auf den Fahrplan, lacht, dreht sich um, und sagt zu ein­er neben mir ste­hen­den jun­gen Dame:

Wür­den Sie mir 50 Cent geben? Ich werde sie aber nie zurück­geben kön­nen.

und ern­tet ein ver­brämtes

Ich glaube nicht.

Bet­tler soll­ten ihre AGBs wohl auch mal über­ar­beit­en, mehr Honig um’s Maul, weniger Real­is­mus.

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