Stöbern in "bedachtes"
Mittwoch, den 16. September 2015   

spielposition

Ich Na, Simon, du spielst jet­zt Fußball?
Simon (4) Ja.
Ich Wo denn?
Simon Tubo­cholt.
Ich Ah. TuB Bochholt.
Simon Nee, Tubo­cholt.
Ich Aja. Und wie heißt eure Mannschaft? Baby­kick­er oder Mini­kick­er?
Simon Neeeee! Tubo­cholt!
Ich Ok. Und was spielst du da? Bist du der Tor­wart?
Simon Nein.
Ich Der Vorstop­per?
Simon Nein.
Ich Bist du Stürmer?
Simon Nein.
Ich Mit­telfeld?
Simon Nein.
Ich Abwehr?
Simon Nein.
Ich Sam­ma, was spielst du denn?
Simon (bedeu­tungsvoll) Ersatz!


Donnerstag, den 20. August 2015   

toilettenlied

Simon (4) Sing das Toi­let­ten­lied!
Ich Das was? Äh, also tut mir leid, Simon, aber bei so poli­tisch kor­rek­ten Päd­a­gogik-Liedern bin ich echt raus.
Simon Das Toi­let­ten­lied! Das, was du immer singst!
Ich Was ich immer singe? Au man, das kann bei eueren Familen­feiern mit dem Wod­ka nicht so weit­er gehen.
Simon Das mit “Bei Müllers auf dem …”
Ich “… Klo”! Ach so, das. Das nennst du “Toi­let­ten­lied”?! Meine Güte, bist du hochwohler­zo­gen.
(singe)

Bei Müllers auf dem Klo (Klo, Klo)
da sitzt ein klein­er Floh (Floh, Floh)
der sagt: “Oho, oho” (Ho, Ho)
“da kommt der näch­ste Po” (Po, Po)

Simon lacht sich weg.


Dienstag, den 18. August 2015   

moscow mule / moskau mule

Kom­men wir mal zu meinem Lieblingser­frischungs­getränk alko­holis­ch­er Art, dem Moscow Mule in der bil­li­gen Vari­ante. Er ist kinder­le­icht zuzu­bere­it­en und stellt diverse sehr süßliche Mis­chungsvari­anten von Cock­tails weit in den Schat­ten.

moskaumule

Für den Moscow Mule braucht man Wod­ka, Limet­ten oder Zitro­nen, Ing­w­er, eine Gurke und Gin­ger Ale.

Bei allen Bestandteilen kann man bil­lige Artikel ver­wen­den, nur beim Wod­ka ist es rat­sam, guten Wod­ka zu nehmen, wenn ver­füg­bar. Mit gutem Wod­ka meine ich nicht die bil­li­gen Marken aus dem Super­markt, mit denen man in sein­er Jugendzeit immer Wod­ka-O gemis­cht hat. Diese Marken sind oft­mals bit­ter und dies ist ein Geschmack, den zumin­d­est ich beim Wod­ka nicht son­der­lich schätze. Wer an Wod­ka­marken wie Nemiroff oder Hor­ti­za gelangt, der nehme diese.

Die Gurke und die Limette schnei­det man in kleinere Stücke, zwei kleinere Limet­ten­stücke und eine dickere, geviertelte Gurken­scheibe gibt man in ein 0,3l-Glas. Vom Ing­w­er nimmt man auch zwei kleinere Scheiben­stücke. Für den Anfang nimmt man vom Wod­ka etwa zwei Pin­neken und füllt anschließend das Glas mit Gin­ger Ale auf. Das Gin­ger Ale und die Limette bewirken, dass kein bit­ter­er Wod­ka-Geschmack mehr im Glas ist. Wer einen bit­ter­eren Wod­ka ver­wen­det, sollte daher mehr Limet­ten­stücke ver­wen­den. Mit ein­er kleinen Gabel kann man auch die Limette etwas zer­drück­en, damit mehr Saft den Wod­k­ageschmack abschwächt.

Durch den Zuck­er des Gin­ger Ales wird die berauschende Wirkung des Wod­kas ver­stärkt. Daher führen 2–3 Gläs­er dieses Getränks zu einem starken Berauschtheits­ge­fühl. Im Orig­i­nal wird der Moscow Mule mit Gin­ger-Bier statt Gin­ger-Ale hergestellt.


Freitag, den 14. August 2015   

althergebracht

Da schlen­dern wir mit vier Leuten in eine Düs­sel­dor­fer Schenke.

Ober: “Na Jungs, kleine Erfrischung gefäl­lig?”
1.: “Jo, gerne. Ein Alt, bitte.”
Ober: “Ein Alt.”
2.: “Ich nehm auch eins.”
Ober: “Auch ein Alt.”
3.: “Für mich auch ein Alt.”
Ober: “Noch ein Alt.”
4.: “Für mich ein Pils.”
Ober: “Wozu?”


Dienstag, den 4. August 2015   

stadtbücherei

Neulich traf ich auf eine Mitar­bei­t­erin der Stadt­bücherei bei ein­er Ver­anstal­tung der sel­ben. Ich kan­nte sie von früher, da ich als Kind über einen Stadt­büchereiausweis ver­fügte. Ich habe noch heute das Buchkarteizet­tel­stem­peln im Ohr, das in den 80ern die Auslei­he eines Buch­es besiegelte. Meist lag ein Stapel Büch­er auf dem Schreibtisch der Büchereiangestell­ten, der dan dop­pelt durchgestem­pelt wer­den musste. Katusch — katusch. Irri­tiert war ich allerd­ings über den Anfang des Gesprächs:

Ach, sie sind sich­er Kunde bei uns!

Äh? Ich? Kunde der Stadt­bücherei mein­er Heimat­stadt? Ich muss merk­würdig dreingeschaut haben, denn ihr Enthu­si­as­mus fiel sofort von ihr ab, als ich entsch­ieden verneinend den Kopf schüt­telte, um auf meine Kind­heit­serin­nerun­gen zu ver­weisen. Die Stadt­bücherei ist in meinen Augen etwas für Anfangsleser oder Haus­frauen, die viel lesen, aber die aktuelle Spiegelbest­sellerliste lieber auslei­hen als kaufen, weil sie dann eh nur irgend­wo ver­staubt.

Ich für meinen Teil kaufe seit bes­timmt 20 Jahren immer die Büch­er, die ich lesen will. Und es ist schon Jahre her, dass ich meinte, mir ein Exem­plar eines bes­timmten Buch­es nicht zule­gen zu kön­nen, weil mir der Preis zu hoch war. Nicht, dass heutzu­tage das Geld lock­er­er säße, man kommt nur bess­er an Lek­türe ran. Und so ste­hen mir in mein­er Bib­lio­thek tausende Büch­er zur Ver­fü­gung, so dass mir der Gedanke, eine Stadt­bücherei hätte einen Titel, der mir so nicht zugänglich wäre, ger­adezu grotesk vorkommt.

Nichts gegen die Stadt­bücherei. Das Ange­bot, I-Män­nchen kosten­lose Stadt­büchereiausweise zur Ver­fü­gung zu stellen, finde ich großar­tig. Nur habe ich das Gefühl, dass man da irgend­wann ein­fach rauswächst.


Sonntag, den 12. Juli 2015   

mainzer strophe

Stille Nacht,
dröh­nende Nacht,
alles schnieft,
Claus Kle­ber.


Samstag, den 30. Mai 2015   

autobahn hoch

Let­ztes Jahr haben wir ja Chris­t­ian Steif­f­en im Garten mein­er Eltern auftreten lassen. Es kommt nicht oft vor, dass ich Nach­barn mein­er Eltern tre­ffe, aber let­ztens traf ich dann doch ein älteres Ehep­aar, die mir dann erzählten, sie hät­ten nicht kom­men kön­nen, weil die Musik für ihre Ohren ein­fach zu laut gewe­sen wäre. Man hätte aber auf der eige­nen Terasse zur Musik getanzt. Wie schön. Und dann fragte Sie noch:

Aber sag mal, wer bist du denn von euch drei Jungs? Der Älteste?

Nein, der Mit­tlere.

Ach, dann bist du der, der mal mit seinem kleinen Fahrrad die Auto­bah­nauf­fahrt hochfahren wollte.

Äh, ja so unge­fähr. Ich bin meinem Vater mit einem Fahhrad zur Arbeit hin­ter­her gefahren, 500 Meter weit. Und als da eine große Pfütze auf dem Rad­weg war, bin ich vom Fahrrad runter und hab es verkehr­swidrig kurz auf der Haupt­straße ent­lang geschoben.

Und dann kam die Polizei und hat dich von der Auto­bah­nauf­fahrt geholt.

Nicht ganz, ich bin nicht auf der Auto­bah­nauf­fahrt hochge­fahren, ein Beamter in Ziv­il fuhr halt zeit­gle­ich auch auf dieser Haupt­stra…

Ist ja auch ver­lock­end, für kleine Kinder, so eine Auto­bahn. Ist ja was Beson­deres.

Also, die Auto­bah­nauf­fahrt ist ja auch erst 10 Jahre alt, die gab es ja damals noch…

Kleine Jungs, ne, verückt, worauf die so alles kom­men.

Ja.


Mittwoch, den 20. Mai 2015   

alle achtung

Fahr ich mit unbeleuchtetem Fahrrad nach Hause, kommt mir ein Streifen­wa­gen ent­ge­gen und fährt vor­bei. Als ich höre, dass hin­ter mir zum Wen­den ange­set­zt wird, schwing ich mich vom Draht­e­sel und gehe in ein Schlen­dern über.

Hält der Streifen­wa­gen auf mein­er Höhe, das Seit­en­fen­ster wird run­terge­lassen, ich taste schon nach mein­er Geld­börse, da meint der Polizist zu mir:

Coole Reak­tion, Respekt!

hebt anerken­nend den Dau­men und der Wagen fährt weit­er.

Öh, eben­so, Herr Wacht­meis­ter, eben­so!


Dienstag, den 7. April 2015   

ostern 2.0

Früher rät­selte man mit Kindern, ob’s den Oster­hasen gibt. 2015 disku­tiere ich mit der Nichte, ob er Inter­net hat. Sie sagt: Nein. Kids Con­nect hat er auch nicht. Dafür hat das Christkind WLAN. Zustände sind das.


Seiten:«1234567...79»