althergebracht

Da schlen­dern wir mit vier Leuten in eine Düs­sel­dor­fer Schenke.

Ober: “Na Jungs, kleine Erfrischung gefäl­lig?”
1.: “Jo, gerne. Ein Alt, bitte.”
Ober: “Ein Alt.”
2.: “Ich nehm auch eins.”
Ober: “Auch ein Alt.”
3.: “Für mich auch ein Alt.”
Ober: “Noch ein Alt.”
4.: “Für mich ein Pils.”
Ober: “Wozu?”

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stadtbücherei

Neulich traf ich auf eine Mitar­bei­t­erin der Stadt­bücherei bei ein­er Ver­anstal­tung der sel­ben. Ich kan­nte sie von früher, da ich als Kind über einen Stadt­büchereiausweis ver­fügte. Ich habe noch heute das Buchkarteizet­tel­stem­peln im Ohr, das in den 80ern die Auslei­he eines Buch­es besiegelte. Meist lag ein Stapel Büch­er auf dem Schreibtisch der Büchereiangestell­ten, der dan dop­pelt durchgestem­pelt wer­den musste. Katusch — katusch. Irri­tiert war ich allerd­ings über den Anfang des Gesprächs:

Ach, sie sind sich­er Kunde bei uns!

Äh? Ich? Kunde der Stadt­bücherei mein­er Heimat­stadt? Ich muss merk­würdig dreingeschaut haben, denn ihr Enthu­si­as­mus fiel sofort von ihr ab, als ich entsch­ieden verneinend den Kopf schüt­telte, um auf meine Kind­heit­serin­nerun­gen zu ver­weisen. Die Stadt­bücherei ist in meinen Augen etwas für Anfangsleser oder Haus­frauen, die viel lesen, aber die aktuelle Spiegelbest­sellerliste lieber auslei­hen als kaufen, weil sie dann eh nur irgend­wo ver­staubt.

Ich für meinen Teil kaufe seit bes­timmt 20 Jahren immer die Büch­er, die ich lesen will. Und es ist schon Jahre her, dass ich meinte, mir ein Exem­plar eines bes­timmten Buch­es nicht zule­gen zu kön­nen, weil mir der Preis zu hoch war. Nicht, dass heutzu­tage das Geld lock­er­er säße, man kommt nur bess­er an Lek­türe ran. Und so ste­hen mir in mein­er Bib­lio­thek tausende Büch­er zur Ver­fü­gung, so dass mir der Gedanke, eine Stadt­bücherei hätte einen Titel, der mir so nicht zugänglich wäre, ger­adezu grotesk vorkommt.

Nichts gegen die Stadt­bücherei. Das Ange­bot, I-Män­nchen kosten­lose Stadt­büchereiausweise zur Ver­fü­gung zu stellen, finde ich großar­tig. Nur habe ich das Gefühl, dass man da irgend­wann ein­fach rauswächst.

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autobahn hoch

Let­ztes Jahr haben wir ja Chris­t­ian Steif­f­en im Garten mein­er Eltern auftreten lassen. Es kommt nicht oft vor, dass ich Nach­barn mein­er Eltern tre­ffe, aber let­ztens traf ich dann doch ein älteres Ehep­aar, die mir dann erzählten, sie hät­ten nicht kom­men kön­nen, weil die Musik für ihre Ohren ein­fach zu laut gewe­sen wäre. Man hätte aber auf der eige­nen Terasse zur Musik getanzt. Wie schön. Und dann fragte Sie noch:

Aber sag mal, wer bist du denn von euch drei Jungs? Der Älteste?

Nein, der Mit­tlere.

Ach, dann bist du der, der mal mit seinem kleinen Fahrrad die Auto­bah­nauf­fahrt hochfahren wollte.

Äh, ja so unge­fähr. Ich bin meinem Vater mit einem Fahhrad zur Arbeit hin­ter­her gefahren, 500 Meter weit. Und als da eine große Pfütze auf dem Rad­weg war, bin ich vom Fahrrad runter und hab es verkehr­swidrig kurz auf der Haupt­straße ent­lang geschoben.

Und dann kam die Polizei und hat dich von der Auto­bah­nauf­fahrt geholt.

Nicht ganz, ich bin nicht auf der Auto­bah­nauf­fahrt hochge­fahren, ein Beamter in Ziv­il fuhr halt zeit­gle­ich auch auf dieser Haupt­stra…

Ist ja auch ver­lock­end, für kleine Kinder, so eine Auto­bahn. Ist ja was Beson­deres.

Also, die Auto­bah­nauf­fahrt ist ja auch erst 10 Jahre alt, die gab es ja damals noch…

Kleine Jungs, ne, verückt, worauf die so alles kom­men.

Ja.

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alle achtung

Fahr ich mit unbeleuchtetem Fahrrad nach Hause, kommt mir ein Streifen­wa­gen ent­ge­gen und fährt vor­bei. Als ich höre, dass hin­ter mir zum Wen­den ange­set­zt wird, schwing ich mich vom Draht­e­sel und gehe in ein Schlen­dern über.

Hält der Streifen­wa­gen auf mein­er Höhe, das Seit­en­fen­ster wird run­terge­lassen, ich taste schon nach mein­er Geld­börse, da meint der Polizist zu mir:

Coole Reak­tion, Respekt!

hebt anerken­nend den Dau­men und der Wagen fährt weit­er.

Öh, eben­so, Herr Wacht­meis­ter, eben­so!

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ostern 2.0

Früher rät­selte man mit Kindern, ob’s den Oster­hasen gibt. 2015 disku­tiere ich mit der Nichte, ob er Inter­net hat. Sie sagt: Nein. Kids Con­nect hat er auch nicht. Dafür hat das Christkind WLAN. Zustände sind das.

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urs

Ich rufe jet­zt auch ein­fach mal einen Trend aus, das näch­ste große Ding, viele von euch nutzen das eh schon: URS — Unter Radar senden. Das Ziel ist es, eben nicht die große Masse zu erre­ichen, eben nicht Gefahr zu laufen, mit einem acht­los dahin geschrieben­em Fitzel Gedanken­tums in der Blödzeitung zu lan­den, son­dern ein­fach einen Gedanken der Nach­welt hin­terzu­lassen, und den bekan­nten, Wirbel aus­lösen kön­nen­den Inter­net­funk­tio­nen Wirbel zu ent­ge­hen.

Schickt keine Track­backs an andere Blogs, schreibt auf Twit­ter in Englisch (das ver­ste­ht der gemeine Sich-über-Blödzeitungs­geschicht­en-Aufreger nicht), sendet nicht jeden Blog­a­r­tikel an Face­book, Google oder Twit­ter, schreibt in soziale Net­zw­erke, in der die Masse der Men­schen­meute sich nicht rot­tet, und lasst dann euren Gedanken freien Lauf.

Wenn ihr jet­zt nicht gefun­den werdet, dann eben nur von den­jeni­gen, die sich keine Mühe geben, inter­es­sante Dinge zu find­en.

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schokoriegel

Ich habe ja schon gemerkt, dass ich kein son­der­lich guter Bierken­ner bin, wenn ich auch bemüht bin, mir da einiger­maßen eine vernün­ftige Urteils­ba­sis zu ver­schaf­fen. Am Woch­enende durfte ich erfahren, dass ich auch ein Nichtken­ner der Schoko­riegelgeschichte in Deutsch­land bin. Ich habe offen­bar nur Marken­riegel verköstigt, neben irgendwelchen bil­li­gen Dingern, aber wenn ich meinem Ges­r­pächspart­ner trauen darf, so sind doch die beson­deren Riegel an mir vor­bei gegan­gen. Mein fehlen­des Wis­sen kann ich jet­zt unter schoko-riegel.com auf­bessern.

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wir können auch anders

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Es kommt in den besten Fam­i­lien vor, dass das repari­erende Ober­haupt der­sel­bi­gen einen Duschkopf an die Küchen­spüle schraubt. Aber Vat­ter wäre nicht Vat­ter, wenn da nicht noch ein

Die andern waren zu weit hin­ten im Laden.

käme.

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