Stöbern in "bedachtes"
Mittwoch, den 4. Februar 2015   

beweislast

Nichte (5) fängt schon früh an, sich von der elter­lichen Nest­wärme zu dis­tanzieren:

Man muss erst kotzen bis die einem glauben, dass man krank ist.


Dienstag, den 27. Januar 2015   

weg war’s

Mut­ter hat angerufen. Sie kann das Buch über die Frau, der allmäh­lich ihr All­t­ag ent­gleit­et, weil sie an Demenz lei­det, nicht mehr find­en.


Sonntag, den 25. Januar 2015   

bücherschrankgedöhns

Ich erin­nere mich noch ganz gut an die Schulzeit, als ich Dio­genes-Taschen­büch­er gesam­melt habe, um sie in ein­er Rei­he weißer Büch­er fast schon edel vere­int auf ein Bücher­re­gal­brett zu stellen. Damals hätte ich mir wohl nicht träu­men lassen, dass ich der­ar­tige Büch­er ein­mal in an die Straße gestellte Büch­er­schränke ablief­ere, aber die Zeit­en ändern sich. Und ich hätte wohl auch nicht gedacht, dass einem ein­mal die gebun­de­nen Aus­gaben von Dio­genes hin­ter­her geschmis­sen wer­den.

Bücher­tauschbörsen und Online-Bücher­flohmärk­te eröffneten Anfang dieses Jahrtausends das unge­mein kostengün­stige Sam­meln von gebun­de­nen Buchaus­gaben. Mein Büch­er­schrank erhielt diverse gebun­dene Aus­gaben, bei denen aber oft­mals das Haben­wollen das Lesen­wollen ausstach.

Elek­tro­n­is­che Buchaus­gaben, Büch­er­schränke an Straße­neck­en und Woh­nungsaus­räu­mungs­bücher­lä­den tun mit­tler­weise ihr übriges, dass aus meinem Büch­er­schrank ranzige Taschen­büch­er, Kön­ntest­duir­gend­wan­n­malle­sen­er und Von­derzeitüber­holtes den Weg an die Straße find­en, da wirk­liche Klas­sik­er und Lieb­haber­stücke ihren Platz beanspruchen. So find­et man im Büch­er­schrank inzwis­chen unge­mein gute Erin­nerun­gen und biographis­che Spuren.

Aber nun geht es auch den Sachen mein­er besseren Häöfte an den Kra­gen. Gestern fand die erste Bestand­sauf­nahme und Freilas­sung statt:

DSCF3031

An die 50 Büch­er haben in einem ersten Rutsch den Weg aus der Tür genom­men. bis­lang sind all meine Büch­er­schranke­in­stel­lug­nen in Nul­lkom­manichts ver­grif­f­en gewe­sen. Das erwarte ich bei diese Ladung zwar nicht unbe­d­ingt, aber vielle­icht ver­mod­ern sie nicht unbe­d­ingt in der Kälte. Das wäre ja auch schon mal was.


Dienstag, den 20. Januar 2015   

schrottbrand

Neulich im Cash & Raus:

Ich hab ja mal ganz viele mein­er Comics weggegeben. Das war so 10 Jahre nach dem Krieg. Da hat die evan­ge­lis­che Kirche aufgerufen, dass man seinen Schrott ver­bren­nen solle. Auf so einem großen Scheit­er­haufen wurde alles zusam­men ver­bran­nt. Und da bin ich dann mit meinen Comics hinge­gan­gen. Büch­er soll man eigentlich ja nicht ver­bren­nen. Das war genau der­selbe Geist wie zehn Jahre zuvor. Das ist es aber gar nicht. Ich fand die Comics wirk­lich gut und habe die nie wieder bekom­men. Ich ärg­ere mich heut noch.


Mittwoch, den 7. Januar 2015   

es wärmt mir schon ein wenig das herz,

wie ich dem Rent­ner ver­ständ­nisvoll zugelächelt habe, als er an der Super­mark­t­skasse umständlich in aller See­len­ruhe sein Port­mon­naie her­auskramte, seinen Einkauf in Höhe von 6,78€ mit einem 20er bezahlte und beim Aushändi­gen des Wech­sel­geldes mich nach Zus­tim­mung ersuchend ansprach: “Schon deprim­ierend, wie wenig man da immer zurück­bekommt.” Eigentlich wollte ich ja brüllen: “HÄNG DICH DOCH AUF, DU BEULE!”


Dienstag, den 18. November 2014   

Eine Mut­ter wartet mit ihrer Tochter und dem kleinen Sohn an der Bushal­testelle, als sich der Bus nähert. Da brüllt der kleine Mann zur Mama hoch:

Ich will ein Tick­et.“

Mama:

Du bist klein, du brauchst noch gar kein Tick­et.“

Klein­er Mann:

Ich will ein Tick­et!“

Schwest­er:

Du bist erst drei. Du musst kein Tick­et kaufen, du kannst ohne fahren.“

Da brüllt der kleine Mann zu tief­st belei­digt zu sein­er Schwest­er rauf:

Du bist drei!“


Samstag, den 15. November 2014   

lokalexpress

Tati im Gespräch über Düs­sel­dor­fer Karnslieder:

Es gibt doch jet­zt eine Mäd­chen­band, die ein Karnslied gemacht hat.“

Wo haste das denn her?“

Aussm Express.“

Seit wann liest du denn Express?“

Mor­gens. An der Bushalte. Im Auto­mat­en.“


Freitag, den 7. November 2014   

neuorientierung

Tre­ffe meine Nichte (7).

Na, du Schulkind!“

grinst.

Alles klar in der Schule oder willst du zurück in den Kinder­garten?“

Nein!“

Habt ihr schon feste Sitz­plätze?”

Ja.”

Musstet ihr auch schon mal die Plätze wech­seln?“

Ja.“

Und wo sitzt du nun?“

Zwis­chen Jule und der Heizung.“


Donnerstag, den 14. August 2014   

ingolstädter

Haste mal ne Zigarette?

Nich­trauch­er.

Feuerzeug?

Nichtzündler.

Klein­geld?

Zahle alles nur noch mit Karte.

Wo musste heute noch hin?

Düs­sel­dorf. Und du?

Mal guck­en, was in Ober­hausen so geht. Komme heute aus Ingol­stadt. Alles ohne Karte. Hier kommt gle­ich der ICE.

Nimm doch die Region­al­bahn, die ist super voll, da wird weniger kon­trol­liert.

Echt? Mein­ste? Danke für den Tipp. Für nen Nich­trauch­er biste echt okay.

Sprach’s und ran­nte ans näch­ste Gleis.


Freitag, den 8. August 2014   

freibadmode

Ich gebe für Sie ein Retour­päckchen ab. Kundin vor mir:

Hier im Freibad ist die neueste Mode: Da bestellen sich die jun­gen Mäd­chen und Jungs im Inter­net und fall­en in den Kabi­nen übere­inan­der her. Und dann greifen die die Mut­ter an und die Polizei muss kom­men. Und die Frauen müssen Über­stun­den machen. Es wird immer schlim­mer. Schö­nen Tach noch!

Wie war das nochmal im Mit­tel­teil?


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