Stöbern in "bedachtes"
Dienstag, den 20. Januar 2015   

schrottbrand

Neulich im Cash & Raus:

Ich hab ja mal ganz viele mein­er Comics weggegeben. Das war so 10 Jahre nach dem Krieg. Da hat die evan­ge­lis­che Kirche aufgerufen, dass man seinen Schrott ver­bren­nen solle. Auf so einem großen Scheit­er­haufen wurde alles zusam­men ver­bran­nt. Und da bin ich dann mit meinen Comics hinge­gan­gen. Büch­er soll man eigentlich ja nicht ver­bren­nen. Das war genau der­selbe Geist wie zehn Jahre zuvor. Das ist es aber gar nicht. Ich fand die Comics wirk­lich gut und habe die nie wieder bekom­men. Ich ärg­ere mich heut noch.


Mittwoch, den 7. Januar 2015   

es wärmt mir schon ein wenig das herz,

wie ich dem Rent­ner ver­ständ­nisvoll zugelächelt habe, als er an der Super­mark­t­skasse umständlich in aller See­len­ruhe sein Port­mon­naie her­auskramte, seinen Einkauf in Höhe von 6,78€ mit einem 20er bezahlte und beim Aushändi­gen des Wech­sel­geldes mich nach Zus­tim­mung ersuchend ansprach: “Schon deprim­ierend, wie wenig man da immer zurück­bekommt.” Eigentlich wollte ich ja brüllen: “HÄNG DICH DOCH AUF, DU BEULE!”


Dienstag, den 18. November 2014   

Eine Mut­ter wartet mit ihrer Tochter und dem kleinen Sohn an der Bushal­testelle, als sich der Bus nähert. Da brüllt der kleine Mann zur Mama hoch:

Ich will ein Tick­et.“

Mama:

Du bist klein, du brauchst noch gar kein Tick­et.“

Klein­er Mann:

Ich will ein Tick­et!“

Schwest­er:

Du bist erst drei. Du musst kein Tick­et kaufen, du kannst ohne fahren.“

Da brüllt der kleine Mann zu tief­st belei­digt zu sein­er Schwest­er rauf:

Du bist drei!“


Samstag, den 15. November 2014   

lokalexpress

Tati im Gespräch über Düs­sel­dor­fer Karnslieder:

Es gibt doch jet­zt eine Mäd­chen­band, die ein Karnslied gemacht hat.“

Wo haste das denn her?“

Aussm Express.“

Seit wann liest du denn Express?“

Mor­gens. An der Bushalte. Im Auto­mat­en.“


Freitag, den 7. November 2014   

neuorientierung

Tre­ffe meine Nichte (7).

Na, du Schulkind!“

grinst.

Alles klar in der Schule oder willst du zurück in den Kinder­garten?“

Nein!“

Habt ihr schon feste Sitz­plätze?”

Ja.”

Musstet ihr auch schon mal die Plätze wech­seln?“

Ja.“

Und wo sitzt du nun?“

Zwis­chen Jule und der Heizung.“


Donnerstag, den 14. August 2014   

ingolstädter

Haste mal ne Zigarette?

Nich­trauch­er.

Feuerzeug?

Nichtzündler.

Klein­geld?

Zahle alles nur noch mit Karte.

Wo musste heute noch hin?

Düs­sel­dorf. Und du?

Mal guck­en, was in Ober­hausen so geht. Komme heute aus Ingol­stadt. Alles ohne Karte. Hier kommt gle­ich der ICE.

Nimm doch die Region­al­bahn, die ist super voll, da wird weniger kon­trol­liert.

Echt? Mein­ste? Danke für den Tipp. Für nen Nich­trauch­er biste echt okay.

Sprach’s und ran­nte ans näch­ste Gleis.


Freitag, den 8. August 2014   

freibadmode

Ich gebe für Sie ein Retour­päckchen ab. Kundin vor mir:

Hier im Freibad ist die neueste Mode: Da bestellen sich die jun­gen Mäd­chen und Jungs im Inter­net und fall­en in den Kabi­nen übere­inan­der her. Und dann greifen die die Mut­ter an und die Polizei muss kom­men. Und die Frauen müssen Über­stun­den machen. Es wird immer schlim­mer. Schö­nen Tach noch!

Wie war das nochmal im Mit­tel­teil?


Donnerstag, den 31. Juli 2014   

genau so

Mein Vater liegt im Kranken­haus. Eine Män­nerkrankheit. Bei älteren Leuten im Kranken­haus beschle­icht mich gerne das ungute Gefühl, dass dieser Aufen­thalt ein­schnei­dend sein kön­nte. Dass man aus der Bahn gewor­fen wird. Dieses Mal ver­flog das Gefühl schnell.

Ich komme mor­gens ins Kranken­z­im­mer meines Vaters und er zeigt mir gle­ich seine ver­bun­dene Hand. Nach der eigentlichen Oper­a­tion muss sie wohl beim Bet­ten­trans­port irgend­wie eingek­lemmt wor­den sein. So genau hat das ange­blich kein­er gese­hen. Wäre auch das erste Mal gewe­sen. Mein Vater ist ganz froh, dass er noch in Voll­narkose war, son­st hätte er wohl das Kranken­haus zusam­mengeschrieen, meint er, nach­dem er sah, wie dick seine Hand war. Der Vor­fall wurde als Unfall aufgenom­men, mehr sagte man ihm nicht.

Dann unter­hiel­ten wir uns etwas über Poli­tik, die Sank­tio­nen gegen Rus­s­land, die Kriegs­ge­fahr und das Flugzeu­gunglück in der Ukraine.

Das muss man sich mal vorstellen

so mein Papa,

die knallen da ein­fach 300 Leute aus der Luft. Ein­fach so. Und dann find­en die nicht ein­mal raus, wer das war. Die haben ja bis heute nicht raus­ge­fun­den, wer das war. Das find­en die auch nicht mehr raus.

Er schaut nach­den­klich auf seinen Ver­band.

Wie bei dem da.


Sonntag, den 22. Juni 2014   

selfie

Tat­jana:

Sag’ mal, weißt du eigentlich, was ein “Self­ie” ist?

Johan­na (6):

Ja, aber ich nenne das: “Foto von mir sel­ber machen”.


Montag, den 5. Mai 2014   

hobbymacken

Da sitzt man nichts Bös­es im Sinn habend neben einem Pärchen, als er plöt­zlich meint:

Du hast mich ja geheiratet und wusstest von meinen Hob­bies und so genan­nten Mack­en.

und man denkt sich, meine Güte, rasiert er in seinem Hob­by-Keller kleine Ham­ster und ver­sohlt ihnen den Pöter?


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