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Dienstag, den 22. Juli 2008   

nelli mitrošilova: zum freiheitsverständnis des kantischen und nachkanitschen idealismus

Es sieht ein­fach gut aus, solche kleinen Büch­er mit gebildet klin­gen­dem Titel auf seinem Schreibtisch rum­liegen zu haben. Dabei ist dieses Büch­lein dur­chaus inter­es­sant. Es behan­delt rus­sis­che Philosophen und ihren Umgang mit deutsch­er Philoso­phie. Das liest sich nett, auch wenn einiges unklar herge­holt daherkommt.
Der Titel ist etwas unge­nau gehal­ten, was sol “zum Frei­heitsver­ständ­nis” genau heißen? Sowas ist eigentlich ver­pönt, denn unter der­ar­tige Über­schriften kann alles und nichts fall­en. Wenig­stens etwas fällt in diesem Buch darunter. Damit die Blogleser hier wenig­stens etwas von diesem Ein­trag haben, ver­weise ich auf den meines Eracht­ens besten Artikel über Kants Frei­heits Begriff, der als solch­er heute immer noch höch­stak­tuell ist, und zwar Georg Geis­mann: Kant über Frei­heit in speku­la­tiv­er und prak­tis­ch­er Hin­sicht. Diesen Artikel dür­fen sich auch soge­nan­nte “Nicht­philosophen”, wasim­mer das auch sein soll, antun. Er ist zwar etwas anspruchsvoll geschrieben und von vie­len Bele­gen unter­brochen, was aber nichts anderes ist als ein unge­mein genauer Ausweis der Kom­pe­tenz des Autors und Hil­fe für den Leser, aber sicher­lich für jeden Leser ein Gewinn.


Dienstag, den 20. Mai 2008   

jens timmermann — kant’s groundwork of the metaphysics of morals

Timmermann

Tim­mer­mann bemüht sich als Kant-Forsch­er einen Namen zu machen. Das ist nicht weit­er verdächtig und solange der Ver­such erfol­gre­ich wird, nicht zu bean­standen. Man kann ja nur davon prof­i­tieren. Mit diesem Buch zu Kants Grundle­gung zur Meta­physik der Sit­ten hat Tim­mer­mann das vielle­icht beste Sekundär­lit­er­atur­buch hierzu vorgelegt. Das heisst noch nicht son­der­lich viel, da es bis­lang zur Grundle­gung her­zlich wenig und oft­mals schlecht­es an Sekundär­lit­er­atur gibt. Insofern kann man sagen, dass Tim­mer­man die Lat­te für die Befas­sung mit der Grundle­gung gut auflegt. Sein Ver­di­enst ist es, das gesamte Buch in den Griff zu bekom­men. Er bietet allerd­ings keine Lösungsan­sätze für die Grundle­gung dieses Buch­es, sprich für das, was für Dieter Hen­rich die Dunkel­heit im drit­ten Abschnitt ste­ht. Dazu ver­misst man als Leser eine genaue Textstel­len­analyse bes­timmter, weg­weisender Stellen. Das min­dert die Freude darüber, dass man Sin­nvolles über die Grundle­gung schreiben kann, aber nicht. Und wenn es nach Tim­m­mer­man nichts mehr zu forschen gäbe in der Grundle­gung, man wäre ja auch etwas ver­schnupft.

Samstag, den 5. April 2008   

geschichte des politischen denkens

Man­fred Brock­er — Geschichte des poli­tis­chen Denkens, Ein Hand­buch, Suhrkamp 2007
Dieses Hand­buch beansprucht, eine Lücke etwas schließen zu kön­nen, die trotz viel­er Büch­er zu klas­sis­chen philosophis­chen Denkern bestünde. Es gäbe keine knack­i­gen Dar­legun­gen von den Hauptwerken, man finde immer nur eher Biographis­ches. Der große Umfang des Buch­es ent­täuscht dann auch nicht auf den ersten Blick. Man find­et 53 Artikel zu wichti­gen Werken von u.a. Pla­ton, Aris­tote­les, Cicero, Hume, Kant, Mon­tesquieue, Niet­zsche, Hegel, Luther, Rawks, Haber­mas und und und. Will man einen der besproch­enen Autoren grundle­gen­der ken­nen­ler­nen, so erset­zt dieses Buch natür­lich nicht die Lek­türe der einzel­nen Autoren. Aber für Erläuterun­gen der einzel­nen Werke ist dies ein sehr anre­gen­des Buch, dass sich jed­er Stu­dent, der in diese Rich­tung arbeit­et, ein­mal genauer anschauen sollte.

Donnerstag, den 3. April 2008   

david baddiel – whatever love means (buch)

Man darf sich vom Titel dieses Buch­es nicht abschreck­en lassen. Der Titel ist genau­so wie der Autor für dei meis­ten Men­schen ausser­halb Eng­lands zunächst ein­mal nichtssagend. Es lohnt sich, bei­dem hin­ter­her zu gehen. Kurz vor ihrer Hochzeit führten Lady Di und Prince Charles ein Inter­view mit der BBC. In diesem Inter­view wur­den bei­de gefragt, ob Liebe der Grund für ihre Hochzeit sei. Lady Di antwortete “Nat­u­ral­ly.”, natür­lich. Prince Charles antwortete: “What­ev­er love means.” Und diese doch irgend­wie trau­rige Hal­tung, durch das Leben zu gehen, und irri­tiert davon zu sein, das man nicht genau weiss, was für einen selb­st Liebe nur bedeuten mag, trägt Bad­diels Buch in sich. David Bad­diel ist in Eng­land als Come­di­an bekan­nt gewor­den. Zusam­men mit Rob New­man füllte er als erster Come­di­an die Wem­b­ley Are­na in Lon­don mit 12000 Zuschauern. Sein erstes Buch ist ein lustiger Roman über einen Jungspunt, der sich in seine Schwägerin verk­nallt und dann auf deren inter­es­sante Schwest­er trifft. Mit viel All­t­agshu­mor gespickt ist dies eine sehr lustige Kumpelgeschichte. Sein zweites Buch ist da schon erster, vol­lkom­men humor­frei, aber noch viel bess­er ist das dritte Buch. Es beschreibt Vic, der ein Ver­hält­nis mit der Frau seines besten Fre­un­des hat. Was zunächst noch als unbeschw­ertes Vor­sich­hin­leben geschildert wird, ändert sich für die beteiligten Per­so­n­en in ein nichtvorherge­se­henes Fiasko. Das muss jet­zt als Inhalts­beschrei­bung reichen, auch wenn es nicht ein­er Analyse gerecht wird, ob und warum, dies hier große Lit­er­atur ist. Das Ding ist nur fol­gen­des: Dieses Buch lebt von der Wen­dung, die es beschreibt. Und es wäre unfair, inhaltlich weit­erzuerzählen, da dann das Lesev­ergnü­gen doch stark gemindert wird. Und da ich in vol­lkommen­er Über­schätzung davon aus­ge­hen, dass dieses Buch wegen mein­er Für­spraqche gelsesen wird, lasse ich es hier­bei. Meines Eracht­ens ein MUSTREAD, wie man auf englisch sagt, bei dem man erst am Ende das Vor­wort zu ver­ste­hen weiss.


Montag, den 31. März 2008   

mr monk goes to hawaii (buch)

Mr Monk goes to Hawaii ist das zweite Buch der Rei­he zur Fernsehserie “Monk”. Die Inhalte der Büch­er sind eigen­ständig, d.h. keine in Buch­form gepresste Monk-TV-Folge. Wer ist Monk? Monk ist ein seit dem Mord an sein­er Frau gestörter und ent­lassen­er Polizist, der Kim­i­nalfälle löst, in dem er kle­in­ste, betra­chtete Details auswertet. Während dieses genaue Betra­cht­en ein Tick ist, der dur­chaus hil­fre­ich ist, sind sämtliche anderen Ticks meschugge. Er hat vor diversen Din­gen Angst, rückt unun­ter­brochen schein­bar unge­ord­nete Dinge in die richtige Ord­nung und ist anson­sten ein liebevoller Soziopath. In Mr. Monk goes to Hawaii fol­gt Monk unter Dro­gene­in­fluss sein­er Assis­tentin, die die Erzäh­lerin des Buch­es ist, in einem Flieger nach Hawaii. Dort ver­hin­dert er zunächst die Hochzeit ihrer besten Fre­undin und inter­essiert sich für einen Todes­fall auf der Insel. Ich ver­rate kein über­großes Geheim­nis, wenn ich sage, dass er diesen Todes­fall lösen wird. Dies ist ja auch kein Kri­mi, in dem das fraglich wäre. Das Wie?, Wer? und etwas unbe­deu­ten­der das Wer? ste­ht bei der Auflö­sung im Vorder­grund. Und neben der Auflö­sung nimmt die Welt Monks, geord­net durch das Ausleben sein­er Ticks, einen Großteil der Geschichte ein. Und die ist min­destens eben­so span­nend. Dies ist sicher­lich keine Weltlit­er­atur, aber wer den Hauptcharak­ter mag, wird dieses Buch mögen, sobald er sich ein­ge­le­sen hat. Die Geschichte ist ver­ständlich geschildert, die englis­che Sprache angemessen leicht, somit ide­al für Krim­i­fans und Englis­chan­fänger.


Montag, den 31. März 2008   

das buch, in dem die welt verschwand (buch)

Dieser 500-Seit­er ist eine Art Ver­schwörungskri­mi zu Zeit­en Immanuel Kants, in dem diesem eine entschei­dende Rolle zukommt. Mehr über Kant erfährt man nicht, er und sein Werk dienen eh nur als eine Art Mys­tery­fak­tor dieses Geschicht­skrim­is. Der Kri­mi haut einen dann auch nicht aus den Latschen, aber der Autor kann schon recht gut schreiben. Das lässt einen bis zum Ende des Buch­es aushal­ten.


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