Stichwort: düsseldorf
Sonntag, den 29. Januar 2012   

schrottiges

In der Düsseldorfer Altstadt gibt es einen Laden, der meist eh nur als Schrottladen oder Second-Hand-Laden bekannt ist. Früher wurde dort in drei Räumen Neues und Altes, Gebrauchtes, Ungebrauchtes und Antiquiertes verkauft. Man findet dort alte Handtaschen, skurile Sonnenbrillen, amerikanische Lunchboxen, stylische Lampen, Zuckerdosen, Spielwaren und allerhand mehr.

Inzwischen ist nur noch ein größerer Raum als Verkaufsraum in Benutzung. Da wandelt man als eher schauender als kaufender Besucher des Ladens schon mal auf nostalfischen Pfaden. Nicht, dass der Laden mal schließt, weil man eben nur schaut und nichts mitnimmt.

Da haben wir dieses Mal mal den letzten Gesichtsteller mit genommen. Das ist ein Teller für Kinder, auf dem ein ziemlich haarloser Männerkopf abgebildet ist, dem man dann mit Essen eine Frisur und einen Bart verpassen kann. Angeblich ist das der letzte seiner Art, der im Schrottladen verkauft wird. Den müssen wir aber noch unbedingt austesten, bevor er weiterverschenkt wird.

Wie man sieht: Man findet in diesem Laden durchaus Liebenswertes, Wertvolles und Nostalgisches. Aber eben auch irgendwie Krankes, wie diese Ekelkatze:

Kurzum: Man muss da unbedingt ab und an vorbeischauen.


Donnerstag, den 27. Oktober 2011   

spelunkentod

Vor ein paar Wochen stand ein Wagen mit Polizisten in Zivil vorm Haus, die sich so laut beim geöffneten Fenster über ihre Arbeit unterhielten, dass man nicht mehr von undercover sprechen sollte. Dann standen irgendwann sperrmüllartig Gegenstände vorm Eingang. Dann sah sich das Ordnungsamt die Lokalität nochmal an und dann klebten sie sie zu.


Freitag, den 14. Oktober 2011   

kettenkaffee

Viele sagen ja, das Schöne an Beziehungen ist, dass man zu zweit unterwegs sein kann, so wie man das alleine nicht wäre, und unterdentischfallenlassen damit den Respekt für ihre eigene Person. Ich bin gestern interessanter Weise mal als Strohwitwer wohin gegangen, wo ich mit meiner Freundin noch nie war: In die Dunkin’ Donuts-Filae in Düsseldorf. Offenbar eine von zweien, wie mir Wikipedia verrät.

Das ist schon witzig, dass wir zu zweit immer den orangeweisspinken Laden von außen betrachtet haben und uns immer dagegen entschieden haben: Donots kann man sich selbst machen, Kaffee doch auch. In etwa dasselbe Argument, was ich einem Subways-Besuch entgegenhalte (Wieso heißen die in Düsseldorf eigentlich teils Mr. Sub? Ah, ok.).

Gestern also bin ich mal rein, mir war irgendwie wackelig auf den Füßen und da dachte ich Kaffee und Süßkrams könnten das fix in den Griff kriegen. Ich bestellte also einen Muffin und einen Kaffee.

Das wäre dann das Menü 6, wollen Sie das Menü 6?

quietschte die Muffinschubserin mich an. Oh, Gott, nicht schon wieder dieser strunzdämliche Menü-Begriff, der geht mir inzwischen aber sowas von auf den Keks. Als ob man höhere Qualität als anderswo bekäme. Ja, her damit.

Dieser Einleitung folgte dann ein adequates Menü: Ein Schokomuffin, Blaubeer war aus, das etwas trocken wie jedes andere schmeckte, und ein Standardkaffee, bei dem ich restlos überzeugt bin, schon mal besseres Spülwasser getrunken zu haben. Wie kriegen die das immer hin, so eine saure Wasserbrühe aufzusetzen? Starbucks kennt das Rezept ja auch, übertüncht das Ganze aber mit viel Zucker, Milch und Milchschaum.

Aber gut, ich für meinen Teil habe die Lektion gelernt: Manchmal sind Beziehungen auch gut dafür, irgendwo nicht rein zu gehen.


Sonntag, den 2. Oktober 2011   

alplattgedrücktes

Öfter Mal Quatsch machen. Gestern liefen wir bei sonnigstem Oktoberwetter, und das sicherlich seit Jahren, durch die Düsseldorfer Altstadt und kamen an so einem unelektrisch-mechanischem Gerät zur Plattmachung von 5-Cent-Stücken vorbei. Das ist eigentlich illegal, oder? Beschädigung von Staatseigentum, war da nicht was? Spontan haben wir da für einen Ocken ein 5-Cent-Stück durchgenudelt. Zwei Motive waren möglich: Einmal die Skyline von Düsseldorf, die ich im ersten Augenblick lieber gehabt hätte, zum zweiten die Radschläger von Düsseldorf. Heute begegnet man diesen Radschlägern meist  in Form von Kindern, die durch die Stadt flanieren, Radschläge machen und dafür einen gewissen Obolus von Passanten für einen guten Zweck erhalten.

Eigentlich sieht man sowas und sagt, nee, was ein Killefit, braucht ja eh keine Sau. Aber gestern erinnerte ich mich daran, dass ich als Kind diese Automaten, damals waren sie noch elektrisch, sehr spannend fand. Einmal nahm ich mir so eine plattgewalzte Münze zum Anlass, darüber zu bloggen ins Tagebuch zu schreiben.
Und schwupps ist man gedanklich bei den Leuten, die sich für Blog-Pioniere halten. Wir haben ja schon 2001 gebloggt, wir sind ja nicht die Internetproleten, die lediglich auf irgendeinen Mainstreamzug aufspringen, wir sind die Urblogger.
Nun ist mein Bloggen unabhängig davon, ob das jemand liest. Mein Blog ist nur die Plattform dessen, was ich rausposaune. Und genau das war mein Tagebuch früher. In das habe ich auch seltenst seelisch belastendes Zeugs reingeschrieben. Meist waren das nur tagesaktuelle Geschehnisse. Immer unter der Prämisse: Ist dir das peinlich, wenn einer deiner Brüder das liest?
Von einer dieser plattgedrückten Münzen habe ich damals einen Tagebucheintrag gemacht, indem ich die Kontur der Münze abgemalt habe. Ich weiß noch, dass ich wenigstens das im Tagebuch drin haben wollte, weil die Münze an sich so gebogen war, dass man sie nicht einfach einkleben konnte. Mein großer Bruder fand das albern, das ergäbe gar keinen Sinn. Das war so der Anfang, an dem ich über Kritik von außen gesagt habe, dass die jetzt noch keinen Grund darstellt, meinen Eintrag über zu kritzeln.  Tagebuch mit Rückgrat.
Und jetzt erzähl’ mir mal jemand, was das hier großartig anderes ist. Mich reizt inzwischen der Gedanke, die alten Sachen einfach online zu stellen, mit den Data von damals. Inhaltlich sicherlich nicht immer nobelpreistauglich, aber was kostet die Welt?


Samstag, den 24. September 2011   

leckeres aus der [q]üche

Sowas ist ja auch mal schön: In der Altstadt haben wir uns heute Abend kurze, leckere Alt von und bei Kürzer gegönnt und Tati fragt, ob es auch was zu essen gibt. Der Kellner meint, nein, aber da drüben rechts ist ein kleines Restaurant, billig, macht Suppen, ist lecker. Das lässt man sich dann auch nicht 2x sagen. Also fix aus volle Gläser leere Gläser gemacht und mal rinn in die gute Stube der [Q]üche. Mein Blick fiel gleich auf die Käsesuppe mit Hackfleisch. Leckeres Brot und Kräuterbutter gabs auch mit dabei. Und lecker war’s auch, Pils dabei, läuft. Gelungener Altstadttagesausklangsbummel.


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