Stichwort: düsseldorf
Mittwoch, den 20. Oktober 2010   

mamaskaffee

Müt­ter kön­nen ja so anstren­gend sein. Erst ist es die eigene, dann ken­nen­gel­ernte, bes­timmt auch mal die, die man geheiratet hat, aber gern genom­men ist auch die Mut­ter im öffentlichen Raum. Es geht hier gar nicht um eine Mut­ter schlechthin. Also bitte, liebe Müt­ter, stellen Sie sich nicht auf ein öffentlichkeit­sop­ti­males Ver­hal­ten als Mut­ter ein. Das wirkt dann auch zu angestrengt. Es sind eher die Müt­ter, für die das Mut­ter­sein eher eine soziale als eine pri­vate Rolle ist.

Wir saßen let­ztens in einem ganz uri­gen Café in Düs­sel­dorf-Deren­dorf, woher das Foto da oben stammt, und inter­essierten uns zunächst für die Optik. Darauf kon­nte man sich lei­der nicht lange konzen­tri­eren, aber zunächst ging das. Man nimmt ja in einem neu betrete­nen Raum erst das Optis­che wahr und her­nach dann mal die Stim­mung, die so ein Raum hat.

In diesem kleinen Hin­ter­hof saßen nun drei Müt­ter samt geschätzt ein­jähriger Bla­gen­schaft. Zwei von diesen Müt­tern waren ziem­lich coole Müt­ter. Die Kleinen nah­men Reis­saus und sie ver­fol­gten sie mit Blick­en oder hin­ter­her­laufend. Sie inter­essierten sich für den Nach­wuchs und gaben den Rack­ern Gele­gen­heit, ihre neuen Erken­nt­nisse und Aktio­nen gebührend preis zu geben.

Nur die dritte war eine dieser Müt­ter, die das Tre­f­fen mit andern Müt­tern vor­rangig als Gele­gen­heit zur Tratschdiskus­sion ver­ste­hen. Dabei stört so ein Kind dann auch eher. Daher wurde nicht hin­ter­herge­laufen, dem Kind nicht son­der­liche Beach­tung geschenkt, man war froh, wenn Jung-Deutsch­land sich alleine beschäftigte. Für den ange­sproch­enen Nach­wuchs ist das nun aber etwas schwierig, schliesslich kommt den anwe­senden Kol­le­gen viel mehr Beach­tung zu. Bei denen spielt die Mami mit, inter­essiert sich für das eigene Erleben, begleit­et den Café-Besuch.

Nicht so Psy­cho-Mom. Das Kind störte sie. Es kam dauernd an, griff nach der Kaf­fee­tasse und wusste mit der laut­en Belehrung: “Das ist MAM­MAs Kaf­fee!” her­zlich wenig anz­u­fan­gen und heulte. Wie soll aber ein Win­zling aus noch unver­ständlichen Worten nur auf­grund der Laut­stärke her­aus­in­ter­pretieren, was nun in diesem Café genau gemeint ist und in welch­er Form? Psy­cho-Mom hat­te für solche Auf­gaben­be­wäl­ti­gung­sprob­leme aber kein Ver­ständ­nis und beklagte sich bei den anderen Müt­tern, dass ihr klein­er Nach­wuchs schon seit wochen der­art unbelehrsam durch das Welt­geschehen renne. Watt’n Wun­der.

Ich glaube ja, dass in solchen Sit­u­a­tio­nen andere Mamis ein­fach die Klappe hal­ten, um keine Mis­stim­mung herzustellen, jedem sein Pri­vatleben zu lassen und so. Ich weiss auch nicht, inwiefern Frauen über­haupt darauf eingestellt sind, mit­ten in ein­er solala Unter­hal­tung mit direk­ter Kri­tik am eige­nen Ver­hal­ten kon­fron­tiert zu wer­den. Man weiss ja auch nie, inwieweit andere sich was sagen lassen wollen, wenn sie schon nervige Zustände ansprechen wollen. Manch­mal wollen sie auch nur plap­pern.

Das Blöde war nur für mich, dass man sich der Präsenz der Psy­cho-Mom in Mis­stim­mung nicht entziehen kon­nte. Ich bin sowieso nicht gut darin, in Sit­u­a­tio­nen von Gehörtem zu abstrahieren, es auszublenden. Wer immer sowas zu lehren ver­mag, kann eine Mark­tlücke schließen. Es kommt mir fast vor wie ein klein­er Defekt, dass ich solche Leute, die öffentlich Auf­se­hen und -hören erre­gen, so wenig ausklam­mern kann, dass sie es sog­ar in dieses Blog schaf­fen.

Lange Rede, kurz­er Sinn: Wer immer mich in Zukun­ft beim gemein­samen Kaf­feetrinken schril­lend “Das ist MAM­MAs Kaf­fee!” sagen hört, der weiss jet­zt Bescheid.


Sonntag, den 17. Oktober 2010   

landtagsbesuch

Wir sind im Land­tag auch noch der Rund­führung durch den Land­tag etwas gefol­gt, die wir aber ver­ließen, als dem Vor­trag die Sub­stanz etwas aus­ging. Gel­ernt haben wir immer­hin, dass Düs­sel­dorf als Lan­deshaupt­stadt nach Köln und Essen eigentlich nur dritte Wahl war und nur genom­men wurde, weil sich in Düs­sel­dorf aus­re­ichend große Räum­lichkeit­en fan­den. Qua­si das­selbe Erfol­gsrezept wie beim Euro­pean Song Con­testzum Lei­d­we­sen ander­er.


Mittwoch, den 25. August 2010   

halloderendorf

class=“alignleft” style=“margin-top: 5px; mar­gin-left: 0px; mar­gin-right: 8px;” src=“http://derendorf.files.wordpress.com/2010/08/derenkuerbisse.jpg” alt=”” width=“194” height=“210” />Ja, Spon­taneität ist doch was feines. Neulich meinte ich zu mein­er besseren Hälfte, dass wir ja schon lange keine Par­ty mehr geschmis­sen hät­ten. So unge­fähr 4 Wochen oder so. Und schwupss war die Idee für eine Hal­loween­par­ty erspon­nen. Und wie man sich so rein­spin­nt, kommt man gar nicht mehr auf die Idee, das nicht zu machen. Aber eigentlich ist das Schmeis­sen ein­er Par­ty ja auch nicht so’n Ding, solange man nur genü­gend Leute dafür begeis­tert. Bei Hal­loween bieten sich da zudem so viele Dinge an — eigentlich ist das ein Selb­stläufer. Dann hoffe ich mal, dass das eine lustige Ver­anstal­tung wird. Ma kukn!


Sonntag, den 1. August 2010   

düsseldorfer pegelstand

Und weit­er geht’s in unser­er kleinen Inde­pen­dent-Film­rei­he Düs­sel­dorf von außen. Dies­mal wieder vom Rhein­ufer, allerd­ings eine Ebene höher als beim let­zten Mal. Ungek­lärt bleiben bei diesem Video allerd­ings noch, wie die Leuch­tuhr am Fernse­hturm zu lesen ist und wieso in der Düs­sel­dor­fer Alt­stadt noch berit­tene Polizei verkehrt.


Dienstag, den 27. Juli 2010   

düssel under

class=“alignnone” src=“http://www.carsten-herkenhoff.de/grafiken/duesselunder.JPG” alt=”” width=“480” height=“200” />

Gestern hat es heftigst geschüt­tet in Düs­sel­dorf. Wenn man keinen großen Regen­schirm dabei hat­te, blieb man bess­er zuhause. Und das tat­en dann wohl auch die meis­ten Düs­sel­dor­fer, sofern sie nicht auf der Arbeit steck­ten. Was mir gestern beim Schlen­dern durch Düs­sel­dorf by rain auffiel:

Die Straßen­bah­nen sind unheim­lich düster, nie­mand liest Zeitung oder ein Buch. Das ist in München beispiel­sweise ganz anders. Da sieht man diverse Zeitungsleser. Freut sich über jeman­den, der dieselbe Zeitung liest, über einen Lese­fre­und im Geiste oder schaut inter­essiert, was die Abendzeitung titelt. Oder irgen­deine über­re­gionale Zeitung. Es wer­den in München auch gerne mal nichtein­heimis­che über­re­gionale Zeitun­gen gele­sen. Da ist Düs­sel­dorf doch prov­inzieller als man es gerne hat. Das mag auch an den Zeitun­gen liegen. Wer schlägt schon gern in der Straßen­bahn die WAZ oder die Rheinis­che Post auf? Dann doch lieber auf dem Handy dad­deln.

Genau­so ist nie­mand ist in der Innen­stadt auf den Straßen mit dem Fahrrad unter­wegs. Man sitzt lieber hal­tungs­los, schluffig in der Straßen­bahn und wartet aufs Ankom­men. Generell scheint das Fahrrad nur in den kleinen Vorstadteilen und im Park zum Ein­satz zu kom­men. Sowas irri­tiert einen Mün­ster­län­der ja dann doch etwas. Die Flex­i­bil­ität, die dieses beschlauchte Gefährt dem sportlichen jun­gen Men­schen von heute bietet, möchte man doch ungern ein­tauschen gegen das gesack­te Zeitab­sitzen. Wird man sich wohl an sowas gewöh­nen kön­nen? Oder bricht man dann doch mit der Kle­in­großs­tadtkul­tur?


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