himmelchen

Die Kom­bi­na­tion­skün­ste unseres Nach­wuch­ses sind ja auch nicht zu unter­schätzen: Aus der Kinder­gruppe nimmt das Kind das Gedicht Him­pelchen und Pim­pelchen mit. Scheint für Kleine ein ziem­lich­er Ohrwurm zu sein. Und auf Papas Handy, das weiß es, da gibt es eigentlich zu jedem dieser Kinder­lieder auch passende Videos. Während ich also mal pausen­fül­lend das Handy zucke, wird die Kleine angetrig­gert und brüllt:

Pim­melchen gucken!

War sofort Stim­mung in der Straßenbahn.

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Heute wieder zwei Stun­den durch die Lan­deshaupt­stadt babygewa­gent. Der Bäck­er wink­te auf­fordernd durch sein Laden­schaufen­ster, weswe­gen ich den Kinder­wa­gen mit der Sicht zum Nach­wuchs ihm hochstem­mend präsen­tiere. Der Bäck­er lacht über­trieben, der Nach­wuchs schaut unin­spiri­ert. Ich zucke mit den Schul­tern, läch­le und schiebe weit­er. Elter­naf­figkeit. Es stürmt. Der Wind lässt den Wagen kip­peln. Es hagelt kurz. Kaum jemand unter­wegs. So mag ich große Städte.

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Wenn ich son­st durch die Lan­deshaupt­stadt schlen­dere, tre­ffe ich kaum jeman­den. Als Baby­wa­gen­schieber trifft man in Regelmäßigkeit Mamis.

Ja, du hier? Wo wohnst du denn?

Da drüben, über dem Bäcker.

Ich wohne da und da.

Ich weiß, das erzählte mir meine bessere Hälfte.

Ach, dann haben wir uns wohl schon darüber unter­hal­ten. Dann habe ich das bes­timmt verpeilt.

Ja, das meinte die bessere Hälfte auch.

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In der Krabbel­grup­pen­mes­sen­ger­gruppe wird gefragt, was man gegen Schmerzen tun sollte, wenn das Kind zah­nt. Es wird sofort auf Medika­mente ver­wiesen. Ich wende ein, dass man es ja erst mit Beißrin­gen und aufge­tupftem Kamil­len­tee ver­suchen kann, statt Medika­mente zu benutzen, von denen ein erwäh­ntes haupt­säch­lich auf Kamille baut. Und die auch vorgeschla­gene Veilchen­wurzel sei halt ein stark­er Keim- und Krankheit­sträger. Ja, deswe­gen würde man die ja inten­siv trock­nen lassen. Was mis­che ich mich auch ein.

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18.36 Uhr. Ding dong Nanu, wer kommt so spät unangemeldet? Kann ja eigentlich nur das Schwiegermonst…

Ich bringe Essen für’s Kind.

Äh, ja danke, wäre nicht nötig gewe­sen. Haben wir jet­zt auch nicht nach gefragt. Ist auch viel zu viel.

Wo ist Kind?

Das schläft.

Und die Mutter?

Daneben.

Ok. Tschüß.

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Der Nach­wuchs hat­te heute geback­ene Kür­biss­cheiben mit Sem­mel­brösel und Parme­san in Olivenöl. Das ist sehr nahrhaft, fliegt weit und klebt an der Tapete. Dass er nicht noch “Kamelle!” beim Wegschleud­ern gerufen hat, war auch alles.

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wo die alten kerle wohnen

Wir buchen ein Fam­i­lien­abteil in einem Zug und teilen es mit ein­er jun­gen Mut­ter und ihrem Nach­wuchs. Der kleine Junge schaut begeis­tert zu den Brück­en, Bäu­men und Häusern, die am Fen­ster ent­lang ziehen. Da hält der Zug in einem Bahn­hof. Der Junge schaut erstaunt zu sein­er Mut­ter. Die erläutert:

Wir hal­ten jet­zt in einem Bahn­hof. Hier ist Oberhausen.

Der Junge schaut nach draußen, schaut aber­mals fra­gend zurück. Die Mut­ter sagt langsamer und Sil­ben betonend:

O — BAHAU — SEN!

Der Junge schaut erneut durch das Fen­ster, schaut suchend nach rechts, suchend nach links und meint enttäuscht:

Keine Opas da!

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котенок

… ist der Kose­name mein­er Frau für unser Kind, was auf deutsch Kätzchen bedeutet. Es kommt daher, dass das Kind so mijaut, wenn sie erste Anze­ichen von Hunger verspürt.

Eben ver­ließ ich das Wohnz­im­mer, in der das Kind sich gut alleine beschäftigte. Ich wurde belohnt mit dem unguten Gefühl, das einen überkommt, wenn man ein unbekan­ntes und unzuord­nungs­bares Geräusch hört. In diesem Fall kam es auch noch aus dem Wohnz­im­mer, und in mein­er Vorstel­lung tauchte ein Kabel und ster­nen­sprühen­der Funken­flug auf. Der­art ange­facht stürmte ich ins Wohnz­im­mer und ent­deck­te das Kind, wie es ger­ade mit seinen Fin­gernägeln über die Yoga-Mat­te kratzte, auf der es lag. Es schaute zum Here­in­platzen­den hin­auf — und unter­brach seine Kratzbe­we­gung nicht für eine Mil­lisekunde. Kätzisch.

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Der Nach­wuchs klagt Fut­ter­nach­schub seit Kurzem immer mit “Njeng!” ein. “Njeng njeng!” ist dann die Steigerung, dass Mord­shunger beste­ht. “Njeng, njeng njeng!” die Bestärkung der Forderung. Vielle­icht wird auch was vom Chi­ne­sen ver­langt, so genau ver­ste­hen wir das auch noch nicht.
Google über­set­zt mir, njeng wäre Zulu für wie, es kön­nte also ein gewiss­es Unver­ständ­nis ausdrücken.
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Kind hat her­aus­ge­fun­den, dass es sich, wenn es auf der Couch sitzt und nach links kippt, mit der linken Hand abstützen kann, um seine Posi­tion zu hal­ten. Es weiß noch nicht, dass dies entsprechend auch für rechts gilt, weswe­gen es, wenn es nach rechts kippt, immer wie ein gefäll­ter Baum auf der Sitzfläche lan­det. Und wie war euer Abend so?

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Ich glaube ja, diese Mon­ster, vor denen sich die kleinen Kinder nachts im Dunkeln so tierisch gruseln, sind eigentlich die eige­nen Eltern, die eben noch mal guck­en wollen, ob alles okay ist.

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