Stichwort: amsterdam
Sonntag, den 21. April 2013   

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Sonntag, den 21. April 2013   

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Samstag, den 2. Mai 2009   

unkenntnis der niederlande

Die Dres­d­ner Neueste Nachricht­en schreibt über die Amok­fahrt eines Nieder­län­ders zeit­ens des König­in­nen­t­ages 2009 fol­gen­des:

Eine Wahnsinnstat been­det die Illu­sion, volk­sna­he Monar­chie und monar­chien­ah­es Volk kön­nten ohne großen Bar­ri­eren miteinan­der feiern. Der König­in­nen­tag 2009 ste­ht ab jet­zt für den schwarzen Feiertag der Oranier. Über das Motiv des Atten­täters lässt sich tre­f­flich rät­seln. Arbeit­slosigkeit und Geld­sor­gen mögen ein Grund, aber kein verzeih­lich­es Ali­bi sein. Der Anschlag kratzt weit­er an der gern gepflegten Postkartenidylle aus klap­pern­den Holzschuhen und hüb­schen Meis­jes. Hol­lands tol­er­an­te Mit­mach-Gesellschaft zeigt spätestens seit den poli­tis­chen Mor­den an Pim For­tuyn 2002 und Theo van Gogh 2004 Ris­se. Nun platzt der Traum, wenig­stens die König­in sei als Autorität des fried­fer­ti­gen Pold­er­lan­des unan­tast­bar.”

Man muss wohl schon Jour­nal­ist sein, um zu einem Zeit­punkt, an dem ein Land noch unter Schock ste­ht und an dem noch beteiligte Men­schen um ihr Leben kämpfen, solche Zusam­men­hänge herzustel­len. Nieder­län­der haben also die Illu­sion ein­er volk­sna­hen Monar­chie, pfle­gen eine naive Heile-Welt-Ansicht und sind verträumt. Aber das bekommt Ris­se seit den “poli­tis­chen Mor­den” an For­tuyn und van Gogh.

So ein Blödsinn. Die Nieder­län­der wer­den einen Teufel tun und ihre Men­tal­ität ändern. Man muss auch zu For­tuyn und van Gogh sagen: Die bei­den wussten um die Gefahr, in der sie waren, und den­noch verzichteten sie auf irgen­deinen beson­deren Per­so­n­en­schutz. Und auch die König­in weiss sehr wohl, dass auch in den Nieder­lan­den Atten­tate auf ihre Per­son möglich sind. Es gehört aber ger­ade zur nieder­ländis­chen Men­tal­ität, wenn man so etwas annehmen möchte, der­ar­ti­gen Gefahren zu trotzen. So eine Hal­tung mag man zwar als leichtsin­nig ein­schätzen, sie hat für einige Nieder­län­der aber his­torische Wurzeln. Daher wird die König­in sehr wohl am kom­menden Dien­stag am Konz­ert zum Befreiungstag teil­nehmen, wenn auch die Sicher­heits­maß­nah­men  ver­stärkt wer­den dürften.

Eine Postkartenidylle ist eine Stadt wie Ams­ter­dam nach wie vor bei son­nigem Wet­ter für Touris­ten, da wer­den auch einzel­ne Gewal­tak­te nichts ändern. Nieder­län­der haben aber seit Jahrzehn­ten im Hin­terkopf, dass in mancher­lei Hin­sicht Ams­ter­dam auch ein Pul­ver­faß ist. Das ist nichts neues. Auf das Ein­treten von poli­tis­ch motiviert­er Gewalt und Angrif­f­en auf bekan­nte Per­sön­lichkeit­en ist man in den Nieder­lan­den daher gefasster, als es von außen den Anschein zu haben scheint. Das ist eher in Deutsch­land anders. An Angrif­fe wie auf Her­rhausen, Rohwed­der, Schäuble oder Lafontaine denkt doch derzeit als akute Gefahr kaum jemand.

Daher soll­te man sich derzeit eher in Zurück­hal­tung und Anteil­nah­me üben, als die Gun­st der Stun­de zu nutzen, um miss­gün­stige Vorurteile bre­it zu treten.