Stichwort: philosophie
Sonntag, den 12. September 2010   

einwände gegen die umstellungen in kants metaphysik der sitten durch bernd ludwig, stafano bacin und dieter schönecker

Dieser Text ist work in pro­gress. Er ist derzeit nicht voll­ständig, aber in den Dar­legun­gen sein­er Kri­tik an den Umstel­lungsvorschlä­gen und -durch­führun­gen schon kri­tisier­bar. Bernd Lud­wig hat es in der Recht­slehre der Meta­physik der Sit­ten für ein besseres Ver­ständ­nis des Kan­tis­chen Tex­tes als notwendig emp­fun­den, Para­graphen des Tex­tes des Staat­srechts in der Recht­slehre umzustel­len und neu zu num­merieren. Ste­fano Bac­in und Dieter Schö­neck­er schla­gen ähn­lich kreativ vor, den §9 der Tugendlehre, Von der Lüge, zum besseren Ver­ständ­nis umzustel­len, wenn auch nur inner­halb des Para­graphen umgestellt wer­den soll. Gegen Lud­wig muss eingewen­det wer­den, dass diverse Kan­tis­che Argu­men­ta­tio­nen durch die Umstel­lun­gen gar nicht mehr erkan­nt wer­den kön­nen, insofern kann von einem besseren Ver­ständ­nis des Tex­tes nicht mehr die Rede sein. Gle­ich­es gilt, wenn auch nicht so schw­er, für Bac­in und Schö­neck­er: Sie ord­nen den Text neu in durch ein Ord­nung­sprinzip, das dem Leser sowieso ins Auge fällt, erschw­eren aber das von Kant ver­wen­de­te Ord­nung­sprinzip. Auch hier kann von ein­er Verbesserung des Ver­ständ­nis keine Rede sein. Generell ist es ziem­lich anmaßend als Inter­pret zu meinen, man habe den Autor besser ver­standen als dieser sich selb­st.

Bernd Lud­wigs Satzko­r­rek­tur und Umstel­lung von §48

Kants Orig­inal­text lautet:

Die drei Gewal­ten im Staate sind also erstlich einan­der, als so viel moralis­che Per­so­n­en, beige­ord­net (potes­tates coor­di­natae), d.i. die eine ist das Ergänzungsstück der anderen zur Voll­ständigkeit (com­ple­men­tum ad suf­fi­ci­en­ti­am) der Staatsver­fas­sung; aber zweit­ens auch einan­der unter­ge­ord­net (sub­or­di­natae), so daß eine nicht zugle­ich die Func­tion der anderen, der sie zur Hand geht, usurpiren kann, son­dern ihr eige­nes Prin­cip hat, d.i. zwar in der Qual­ität ein­er beson­deren Per­son, aber doch unter der Bedin­gung des Wil­lens ein­er oberen gebi­etet; drit­tens durch Vere­ini­gung bei­der jedem Untertha­nen sein Recht ertheilend.

Lud­wig fügt in ein­er Fußnote zu, dass der Satz unvoll­ständig sei und fügt die Begrif­fe “erteilend sein” hinzu. Dies ergibt aber keinen erkennbaren Sinn. Die aus­ge­führten Sätze des Kants Zitats sind so zu lesen:

Also: Die drei Gewal­ten im Staate

- sind erstlich einan­der, als so viel moralis­che Per­so­n­en, beige­ord­net (potes­tates coor­di­natae), d.i. die eine ist das Ergänzungsstück der anderen zur Voll­ständigkeit (com­ple­men­tum ad suf­fi­ci­en­ti­am) der Staatsver­fas­sung;

-sind aber zweit­ens auch einan­der unter­ge­ord­net (sub­or­di­natae), so daß eine nicht zugle­ich die Func­tion der anderen, der sie zur Hand geht, usurpiren kann, son­dern ihr eige­nes Prin­cip hat, d.i. zwar in der Qual­ität ein­er beson­deren Per­son, aber doch unter der Bedin­gung des Wil­lens ein­er oberen gebi­etet;

- sind drit­tens durch Vere­ini­gung bei­der jedem Untertha­nen sein Recht ertheilend.

Von ein­er falschen gram­matikalis­chen Zusam­men­stel­lung kann keine Rede sein, wenn diese auch umständlich ist.

Das einen Schluss anzeigen­de Wort also am Anfang des Para­graphen wird von Lud­wig so inter­pretiert, als hät­te es keinen Bezug. Durch Lud­wigs Umstel­lung kann es keinen Bezug mehr haben, denn der Para­graph, auf den sich das Wort bezieht, ste­ht bei Lud­wig hin­ter also.

[Fol­gend: Samm­lung neuer Fehlin­ter­pre­ta­tio­nen durch die Umstel­lun­gen.]

Umstel­lun­gen von Ste­fano Bac­in und Dieter Schö­neck­er in §9 der Tugendlehre, Von der Lüge [in Kant-Stu­di­en, CI, 2010, pp.247–252]

Bac­in und Schö­neck­er schla­gen fol­gen­de Verän­derun­gen vor:

1. Vorschlag: Die Pas­sage „Der Men­sch, als moralis­ches Wesen […] zur Wa h r h a f t i g k e i t verpflichtet“ (430.14–19) wird an den Satz angeschlossen, der endet mit „[…] nicht der Men­sch selb­st“ (429.34), und zwar noch vor dem ange­hängten Gedanken­strich. Wir sprechen im Fol­gen­den von der ersten Pas­sage (430.14–19).

2. Vorschlag: Die Pas­sage „Die Lüge kann eine äußere […] ange­se­hen wer­den kön­nen“ (429.13–23) wird ver­schoben, und zwar als eigen­er Absatz nach 430.08 (also zwis­chen „[…] verächtlich machen muß“ 1 und „Die Wirk­lichkeit mancher […]“ 2). Wir sprechen im Fol­gen­den von der zweit­en Pas­sage (429.13–23).

Gegen den ersten Vorschlag ist einzuwen­den, dass Kant im umgeschobe­nen Satz ein­lei­t­end vom Men­schen als moralis­chem Wesen redet. Ein Gegen­satz, der seine abstrahieren­de Funk­tion ver­liert, wenn er in einen Textblock ver­schoben wird, in dem nicht expliz­it vom Men­schen als moralis­chem Wesen gesprochen wird.

Ein entsprechen­der Fehler stellt sich durch die zweite Umstel­lung ein: Kant redet in diesem Para­graphen ein­mal von der Lüge und expliz­it von der Lüge in ethis­cher Hin­sicht. Die Umstel­lung von Bac­in und Schö­neck­er macht diese Unter­schei­dung in bezug auf den umgestell­ten Satz nicht mehr erkennbar.

Die Umstel­lun­gen pro­duzieren somit Textfehlin­ter­pre­ta­tio­nen und sind, selb­st wenn dieser Para­graph für irgendwelche Leser schw­er erscheint, abzulehnen.

  1. 08
  2. 09

Mittwoch, den 11. August 2010   

kant’s murderer at the door: is there a right to lie?

I was asked on Face­book:

Start­ing with the Cat­e­gor­i­cal Imper­a­tive as the basic of ethics, would Kant not be wrong about the mur­der­er at the door?

Me:

The ques­tion is: Is there a right to lie when­ev­er I think I am or some­one else is in dan­ger. The answer is: No, because any­one could think that I could think I was in dan­ger any­time. So this was a prob­lem to accept­ing con­tracts, because any­one could right­ful­ly say to be in dan­ger and there­fore right­ful­ly lie. Keep­ing con­tracts is accord­ing to Kant a demand­ment of prac­ti­cal rea­son. So you have to trust that oth­ers act accord­ing to that demand­ment. Accord­ing to the Cat­e­gor­i­cal Imper­a­tive, a right to lie can’t be a uni­ver­sal law. Seen it that way Kant’s not wrong about the mur­der­er at the door.

But in the “mur­der­er at the door” sit­u­a­tion, it is some­one else in dan­ger, not your­self (for exam­ple you are in Nazi Ger­many and you are hid­ing a Jew and the SS comes, should you lie about hid­ing a jew or tell them the truth). Is lying to save some­one else wrong? I know Kant would say yes, but I am won­der­ing if his sug­ges­tion that we should not fails his own cat­e­gor­i­cal imper­a­tive. Isn’t it a uni­ver­sal law to pro­tect inno­cent peo­ple?

Me:

It’s not the ques­tion if it’s wrong, it’s the ques­tion if its right­ful. In a state of law lying intend­ed to save some­one wouldn’t be right­ful to Kant, because it would elim­i­nate for­mat­ing con­tracts, just like I said it before.

But Kant wouldn’t call Nazi Ger­many a state of law. I think he wrote some­where that he thought such a state wouldn’t be pos­si­ble at all. Accord­ing to Kant Nazi Ger­many was intrin­si­cal­ly a state of war. It was fatal that the Ger­mans didn’t get that.

There could be a uni­ver­sal law to pro­text inno­cent peo­ple but with­in a state of law it couldn’t include a right to lie or an emer­gen­cy law (Notrecht). I guess there can be sit­u­a­tions in a state of war where you can’t act accord­ing to what you think is a right­ful action. But that wouldn’t be a sit­u­a­tion that phi­los­o­phy can solve.

I guess that may bethe prob­lem with deon­to­log­i­cal ethics. There are some sit­u­a­tions that it just doesn’t apply.

Me:

I dont think this is a prob­lem with deon­to­log­i­cal ethics. There are just sit­u­a­tions that are not gen­er­al­iz­able, which is the ground for phi­los­o­phy.

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Immanuel Kant — Über ein ver­mein­tes Recht aus Men­schen­liebe zu lügen.


Donnerstag, den 8. April 2010   

dasein und klarsein

Endlich meine Arbeit fer­tig bekom­men. Wer mal rein­schauen will, es han­delt sich um eine Arbeit zu Kants Begriff der notwendi­gen Annah­me der Idee Gottes in der Reli­gion­ss­chrift, ver­glichen mit Par­al­lel­stel­len in der Kri­tik der prak­tis­chen Ver­nun­ft und der Kri­tik der Urteil­skraft.

Jet­zt muss ich erst­mal den Schlaf wieder ordentlich ein­holen, der mir aus den let­zten Tagen fehlt, meinen Hus­ten loswer­den und den Kopf mal etwas klar­er. Warum war gestern das gute Wet­ter und nicht heute?!


Dienstag, den 9. März 2010   

ernst tugendhat zum 80.: die tugendhatsche wende

Es gibt eine Anek­dote unter Stu­den­ten über einem Vor­trag von Ern­st Tugend­hat über Moral in Göt­tin­gen, die unter Stu­den­ten als die Tugend­hatsche Wen­de bekan­nt ist.

Die Räum­lichkeit, in der Tugend­hat seinen Vor­trag hielt, war gut gefüllt, die Stu­den­ten in den mit­tleren und hin­teren Rei­hen und auf­fäl­lig vorne diejeni­gen, die sich wichtig vorka­men, die Fans der Ana­lytis­chen Philoso­phie, sprich die aufge­blase­nen Wichtigtuer, die nahe an ein­er Geis­tes­größe sein woll­ten, weil sie sich eben­bür­tig sehen.

Nach dem Vor­trag ist es bei den Philosophen so, dass direkt Fra­gen zum Gesagten gestellt wer­den. Wenn das gut ist, nimmt die Frage genauen Bezug auf den Vor­trag, schwieriger wird es, wenn freiere Asso­ti­a­tio­nen zum Vor­trag the­ma­tisiert wer­den sol­len.

Ein­er dieser Fans nun, fein in Anzug und Krawat­te, wur­de aufgerufen und durfte die erste Frage stel­len:

Ja, aber Moral.… Dazu braucht man aber immer doch auch MACHT?!

Tugend­hat war vor ihm ste­hen geblieben, atmete nun hör­bar tief ein, sagte dehnend Jaaa­jaaaaaaa, drehte auf dem Absatz kehrt, schwieg ein wenig nick­end und nahm den Näch­sten dran. Geboren war: die Tugend­hatsche Wen­de. Das zur Schau gestell­te Überge­hen ein­er für unpassend gehal­te­nen Frage.

Tugend­hat hat sich nie genötigt gese­hen, irgend­wo unbe­d­ingt dabei sein zu müssen. Deswe­gen zählt man ihn nicht zu ein­er untere­inan­der ver­bun­de­nen Grup­pe von Philosophen, wed­er his­torisch noch aktuell. Man stellt ihn auch nicht als Vor­re­it­er ein­er bes­timmten Rich­tung dar. Und vielle­icht erk­lärt das irgend­wie auch seine per­sön­liche Heimat­losigkeit.

Dabei ist Tugend­hat die Liebenswürdigkeit in Per­son, bemüht um fairen, vorurteils­freien Umgang, leicht sich ver­ständlich machend, ein Philosoph, der eine starke Abnei­gung gegen falsche Fre­un­de hat.

Wenn früher ein Stu­dent zu ihm kam mit ein­er sehr trock­e­nen Arbeit, dann, wird von Tugend­hat erzählt, habe er gefragt

Sagen Sie mal, haben Sie nicht irgend­was Inspi­ra­tives?

Das passt auf jeden Fall zu Tugend­hat: Die Anre­gung, sich doch bit­te mit etwas zu beschäfti­gen, das einen selb­st und dadurch vielle­icht auch andere anregt.

Sowas kann man von Tugend­hat ler­nen, auch wenn er selb­st eben nicht frei von Vorurteilen ist. Ich hadere seit langem mit Tugend­hats merk­wüdi­ger Kant-Analy­se, die ärg­er­lich unge­nau und platt ist, aber für einige Philosophen dur­chaus maßgebend und für Tugend­hats eigene Philoso­phie rich­tungsweisend. Ich habe nie ver­standen, was genau hin­ter der Antipathie gegenüber der kan­tis­chen Philoso­phie stand. Mir schienen es nie Sach­grün­de zu sein, die ein­fach darstell­bar sind — sehr ungewöhn­lich für Tugend­hat. Ander­er­seits kann einem Philosophen auch nichts schlim­meres passieren, als bei einem solchen Denker eine Nei­gung zu ver­spüren, in dessen philosophis­chen Her­leitun­gen rumzupsy­chol­o­gisieren.

Was ich Rumpsy­chol­o­gisieren nen­ne, habe ich ein­mal betrieben, als ich die Gele­gen­heit hat­te, mit Tugend­hat über einige Tex­te zu sprechen, die andere Philosophen über seine Philoso­phie schrieben. Ich hat­te ihn darauf ange­sprochen, dass ich seinen Wohlwol­len sehr schätze, mit dem er in seinen Rep­liken zu den Tex­te der anderen, auf die wirk­lich schwachen Teile dieser Tex­te nicht eingin­ge, nur auf die guten. Nein, nein, erwiderte Tugend­hat, das sei kein Wohlwol­len, er habe schlicht nur das gele­sen, was ihn inter­essiere.

Neben großen Prob­le­men taucht bei Tugend­hat eben immer auch eine äußer­st angenehme Leichtigkeit auf, die man anderen Men­schen im Leben gerne wün­schen würde.

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Mar­t­in Seel — Ein Solitär


Dienstag, den 5. Januar 2010   

was sollen wir tun?

Da hat wohl jemand gestern den Vor­trag von Detelf Horster mit­geschnit­ten. Ich finde die Posi­tion von Horster eigentlich ganz sym­pa­this­ch, wenn ich auch über seinen Ansatz aus philosophis­cher Sicht etwas ander­er Mei­n­ung bin. Nur weil sich Leute empören, beweist das noch keine Moral, zumin­dest nicht die Verbindlichkeit ein­er solchen. Ger­ade dieses Tick­et­sys­tem ste­ht dadurch auf zu wack­e­li­gen Füßen.


Samstag, den 19. Dezember 2009   

heidegger als philosoph des bösen

Nach einem Hei­deg­ger-Sem­i­nar in Biele­feld quatschte unsere­ins noch immer gerne mit den Kom­mili­to­nen, man stell­te aber irgend­wann erstaunt fest, dass man ab und an in ein selt­samen Sprachge­brauch ver­fiel: Das aufge­plus­terte Sub­stan­tivieren von Ver­ben, was so schw­er­lich über­haupt noch eine Bedeu­tung hat­te. Ähn­lich wie “Das Nichts nichtet” in viel­er Ohren klingt. Wir nan­nten das: Hei­deg­gern.

Ähn­lich unver­ständlich ist ab und an die aktuelle Hei­deg­ger-Dis­us­sion [s.a. Wikipedia-Artikel Hei­deg­ger und der Nation­al­sozial­is­mus] in Amerika, die zurück­ge­ht auf die Kon­tro­ver­se um das Buch Hei­deg­ger. Die Ein­führung des Nation­al­sozial­is­mus in die Philoso­phie von Emman­nuel Faye. Einige Wis­senschaftler fordern seine Ver­ban­nung aus den Bib­lio­theken, andere sagen, moralis­che Abscheu gegenüber Hei­deg­ger ent­lasse Kri­tik­er nicht von ein­er Beschäf­ti­gung mit den Werken Hei­deg­gers. In Deutsch­land dage­gen ist die Befas­sung mit Hei­deg­ger merk­lich zurück­ge­gan­gen und wich einem Unver­ständ­nis darüber, was es denn über­haupt gewe­sen ist, dass Hei­deg­gers Philoso­phie so beliebt machte.

Wie auch immer, wen die Debat­te inter­essiert, der kann sich an diesen für die Debat­te wichti­gen Artikeln ja mal abar­beit­en:

Car­lin Romano: Heil Hei­deg­ger!
Patri­cia Cohen: Does a Nazi Deserve a Place Among Philoso­phers?
Ron Rosen­baum: The Evil of Banal­i­ty
Damon Link­er: Why read Hei­deg­ger?

Ältere Diskus­sion zwis­chen J.P. Stern und Gareth Jones


Sonntag, den 11. Oktober 2009   

misstrauisch bis skeptisch

Ich bin kein Sprach­philosoph. Unter einem Sprach­philosophen stelle ich mir jeman­den vor, der von ein­er richti­gen Ver­wen­dungsweise von Worten aus­ge­ht, und eben auch von ein­er falschen und der denkt, sein Vorge­hen wäre eine strenge Wis­senschaft. Sprache ist aber eben keine strenge Wis­senschaft und so gese­hen stellt sich die Frage, ob sie über­haupt inhaltlich als Wis­senschaft gefasst wer­den soll­te.

Aber es gibt natür­lich strate­gis­ch gut aus­gerichte Sprachan­wen­dung. Wenn man mit einem Kleinkind redet, ist es gün­stig, keine Fremd­worte zu ver­wen­den, wenn man sich direkt mit dem Kind ver­ständi­gen möchte. Also solche Worte, die sel­ten in der All­t­agssprache vorkom­men und die sich kaum dem Wort­laut nach erschliessen. Ander­er­seits sind natür­lich die meis­ten Worte Fremd­worte für Kinder und soll­ten mal aus­ge­sprochen wer­den.

Lange Rede, kurz­er Sinn: Ich denke, es gibt immer­hin in der All­t­agssprache Worte die gewis­se Dinge umfassen und andere, die eben­so ver­wen­det wer­den, aber eigentlich nicht ganz das­sel­be bedeuten.

Das ist der Fall bei den worten “skep­tis­ch” und “mis­strauis­ch”. In der All­t­agssprache wer­den bei­de syn­onym ver­wen­det. Nach meinem Empfind­en wird “skep­tis­ch” sog­ar öfter ver­wen­det. Weil es sich so schön präg­nant aussprechen lässt, so schön nach geistig erhaben­em Denkprozess klingt. Dabei bedeuten bei­de Worte gar nicht das­sel­be, selb­st eine Schnittmenge bei­der Begrif­fe auszu­machen ist nicht leicht.

Unter “mis­strauis­ch” ver­ste­ht man die Grund­hal­tung, ein Ver­hal­ten, etwas gesagtes nicht nich als etwas Wahres, son­dern zunäch­st nur als Behaup­tung anzunehmen, bei der es Ansätze gibt, dass sie falsch ist. “Mis­strauis­ch” klingt aber so nach ein­er neg­a­tiven Grun­de­in­stel­lung, so als ob man grund­sät­zlich anderen abspräche, sie kön­nten zu wahren Gedanken irgen­det­was beitra­gen. Da klingt es gewitzter, sich selb­st auszule­gen, man sei “skep­tis­ch”.

Skep­tis­ch” widerum ist eigentlich schon eher dieses Neg­a­tive, dass man dem “mis­strauis­ch” unter­stellt. Es ist aber nicht so, dass Skep­tik­er anderen von vorn­here­in mis­strauen, sie stel­len nur von vorn­here­in in Abre­de, dass so etwas wie ein­er über­per­sön­liche Wahrheit, objek­tive Werte etc. gibt. Mis­strauen muss dabei gar nicht vorhan­den sein. Dem einzi­gen, dem ein Skep­tik­er traut ist der Ansicht, dass es eben keine gesicherten Erken­nt­nis­se gibt.

Für mich, als jeman­dem, der das so nicht denkt, ist dies aber eben eine neg­a­tive Grun­de­in­stel­lung, die keineswegs son­der­lich gewitzt ist. Mit “gewitzt” meine ich den Spaß­mo­ment, den ein geistre­icher Gedanke einem Denk­enden überkommt, und der oft­mals bei eigen­er Her­stel­lung den Denk­enden dazu ver­leit­et, davon aus zu gehen, hier auf eine Wahrheit gestoßen zu sein. Volk­er Pis­pers lebt von diesem Moment.

Es gibt noch so eine Ver­wen­dung wie “In diesem Punkt bin ich skep­tis­ch”, aber das klingt so, als würde jemand auf eine bes­timmte Stelle im See zeigen und sagen “An der Stelle da bin ich Nichtschwim­mer.” Ganz oder gar nicht.

Insofern ertappe ich mich dabei, immer­hin so sehr noch sprach­philosophis­ch unter­wegs zu sein, dass ich in der All­t­agssprache eher “mis­strauis­ch” als “skep­tis­ch” ver­wen­de. Ich möchte meinen Äußerun­gen eigentlich nicht der­art kün­stlich unter­legen, dass sie gewitzt sein soll­ten. Entwed­er erken­nt ein Zuhör­er das oder eben nicht. In der All­t­agssprache ist es aber ein­ver­leibt, mit “skep­tis­ch” “mis­strauis­ch” zu meinen. Dage­gen habe ich nichts, und ich weiss ja um die Umstän­de. Ein Prob­lem stellt es für mich nicht da.

Und eben diese Flex­i­bil­ität bedeutet es für den einzel­nen, lebendi­ges Mit­glied ein­er Sprachge­mein­schaft zu sein, so hochgestochen das nun wieder klin­gen muss. Aber die Irri­ta­tio­nen rund um Her­ta Müller scheinen mir doch genau diesen Punkt zu tre­f­fen: Da ver­wen­det jemand Sprache als Mit­tel, aber nicht als die All­t­agssprache, nicht als Mit­tel zur inner­sozialen Ver­ständi­gung, son­dern als Mit­tel den eige­nen Geist über­leben zu lassen, ihm seinen Spiel­raum einzuräu­men trotz der Bedrän­gun­gen von außen.

Inter­es­san­ter­weise gibt es Gegen­stim­men gegen Her­ta Müller. Das scheinen mir aber eben jene zu sein, denen Sprache möglich­st massenkon­form sein muss. Das muss sie eben nicht.


Dienstag, den 6. Oktober 2009   

sloterdijk vs. honneth: altherrenreputationen

Ger­ade habe ich drüben gepostet, was David Let­ter­man ger­ade an Rep­u­ta­tion­skämpfen durch­ste­ht. In Deutsch­land sieht das etwas anders aus. Da wird nicht so stark über die Medi­en über Geld und über das eigene Anse­hen ver­han­delt. Das hat unter­schiedliche Grün­de. Nehmen wir die Stuten­bis­sigkeit­en zwis­chen Nad­del und Giu­lia Siegel. Da kön­nte es um Geld gehen, vielle­icht macht man sich ja für irgendwelche Medi­en inter­es­sant, also auch um Medi­en­präsenz. Aber Rep­u­ta­tion? Nein, die kön­nen die bei­den kaum ver­spie­len.

Da haben es die Philosophen Peter Slo­ter­dijk und Axel Hon­neth schon etwas besser. Es geht bei­den in ihrem bei FAZ und der ZEIT aus­ge­tra­ge­nen Sticheleien vielle­icht auch irgend­wie um Geld, wenn auch nicht unbe­d­ingt das eigene, viel mehr dafür um Rep­u­ta­tion. Hon­neth hat Slo­ter­dijk attestiert, mit diesem Artikel ein Man­i­fest für Mark­tradikale etabliert haben zu wol­len, um e s mal in meine Worte zu fassen. Slo­ter­dijk hat­te eine Antwort auf Hon­neth unter­lassen mit dem Hin­weis, diesem Fehlten 6–8000 Seit­en der Lek­türe des Slo­ter­dijkschen Epos­s­es.

Man sieht leicht: Rep­u­ta­tio­nen gren­zen sehr nah an Albern­heit­en. Wenn Slo­ter­dijk meint, seine Gedanken seien erst nach 8000 Lek­türe­seit­en ern­sthaft ver­ständlich, entzei­ht er sich jedem ern­sthaften gesellschaftlichem Diskurs. Naja, vielle­icht will er das auch. Hon­neths Analy­se des Slo­ter­dijkschen Papiers finde ich gar nicht so unin­ter­es­sant, mir fehlt nur an dieser Stelle die Zeit und der Raum, das inten­siv zu behan­deln. Ich empfehle daher die eigene Lek­türe seines Artikels.

Was aber auch noch aus dem Rah­men fällt, und weswe­gen Slo­ter­dijk wohl keine Auseinan­der­set­zung einge­hen mag, ist, dass Hon­neth das Phänomen Slo­ter­dijk ins Visier nimmt. Slo­ter­dijk ist in der uni­ver­sitätsin­ter­nen Diskus­sion näm­lich keni Begriff: Er wird so gut wie nie in der Uni­ver­sität behan­delt, er taucht in keinem The­menkom­plex son­der­lich auf, er hat keinen inter­es­san­ten Lehrstuhl inne und er ist nicht Teil aktueller fach­wis­senschaftlicher Analy­sen. Und wie Hon­neth ihm unter­stellt: Er ken­nt den aktuel­len Stand der Forschung auch nicht.

Trotzdem ist Slo­ter­dijk bekan­nt, das aber wohl eher als philosophis­cher Lit­er­at. Von Niet­zsche übern­immt Slo­ter­dijk das in Meta­phern Schwel­gen­de, das reis­serisch End­stim­mung Ver­bre­i­t­en­de, das bemerkenswerte Inter­esse von Leser­schicht­en, aber auch das völ­lige Fehlen von sach­lich stich­haltiger Argu­men­ta­tion: Die Schlüsse, die Slo­ter­dijk zieht, wenn er welche zieht, sind nie zwin­gend, auch wenn er gerne sie so darstellt. Es ist ja auch nicht alles völ­lig falsch, was Slo­ter­dijk anführt, nur lässt er seine Leser damit allein, wenn dieser die Meth­ode des Erforschens von Slo­ter­dijk irgend­wie ver­ste­hen möchte. Das schliesst ihn von den wis­senschaftlichen The­ma­tisierun­gen aus.

In dieses Wespennest hat Hon­neth gestochen, vielle­icht nicht allzu behut­sam, denn auch seine Äußerun­gen sind nicht trennscharf, was inhaltliche und per­sön­liche Kri­tik an Slo­ter­dijk ange­ht. Aber die Behand­lung ist für die bre­ite Öffentlichkeit längst über­fäl­lig.


Mittwoch, den 6. Mai 2009   

moral und moralität

Ich will mal in einzel­nen Artikel bes­timmte Begriff­sklärun­gen, von denen ich denke, dass ich sie im Fol­gen­den noch gebrauchen kann, fes­thal­ten.

Ich begin­ne mit Moral und Moral­ität. Es ist sin­nvoll den Unter­schied zwis­chen dem Beze­ich­neten bei­der Begrif­fe vor Augen zu haben. Mit Moral lassen sich gesellschaftlich anerkan­nte Sit­ten klas­si­fizieren. Diese Fol­gen bezüglich der Gel­tung das Moses-Prinzip: Es gibt einen Kat­a­log mit Grund­sätzen, der befol­gt wird. Eine Begrün­dung dafür, Fol­ge zu leis­ten, ist dabei unklar, wird oft­mals ohne weit­eres angenom­men. Beim Moses-Prinzip kön­nte man von göt­tlicher Weisung sprechen, aber was das genau heißt, ist auch noch unklar. Und weswe­gen man dies befol­gen muss eben­so. Pap­st Benedikt XVI. spricht an solchen Stel­len davon, dass sich die göt­tlichen Geset­ze mit dem deck­ten, was “dem Men­schen ins Herz geschrieben” sei, belässt es aber bei dieser schwammi­gen, metapho­rischen Aus­druck­sweise und klärt die Sach­lage nicht weit­er1.

Man kann von den Inhal­ten der 10 Gebote sagen, sie seien Werte. Bringe nie­man­den um, begehre nicht deines Nach­barn Frau, stehle nicht. Fragt man nach ein­er Begrün­dung, so scheinen doch die einzel­nen Gebote unter­schiedlich stark gew­ertet zu wer­den: Man hält doch das Begehren der Frau seines Nach­barn für weniger schlimm, wenn über­haupt, als das Ermor­den ein­er Per­son. His­torisch gese­hen machte aber das Stehl-Ver­bot größere Prob­le­me: die Men­schen­rechte, gese­hen als ein der­ar­tiger Wertekat­a­log, ent­standen dadurch, dass sich Bürg­er an die Kirche wandten mit ihrem Gewis­senskon­flikt, sel­ber gut leben zu kön­nen, während andere Hunger­snot lei­den. Ange­hörige der Kirche reagierten daraufhin, in dem sie fes­thiel­ten, man dür­fe sich des Hab und Guts eines anderen bedi­enen, wenn dies die einzige Möglichkeit zum Über­leben sei2.

Unter Moral­ität ver­ste­he ich nun die Gesin­nung eines Men­schen und basiert auf Recht­fer­ti­gun­gen vor sich selb­st. Die Gesin­nung geht nicht voll­ständig in der­ar­ti­gen Moralkat­a­lo­gen auf. Man muss darun­ter vielle­icht nicht zwangsläu­fig das ver­ste­hen, was Kant unter Moral­ität ver­stand, aber es gibt gute Grün­de, es so anzunehmen.

  1. Joseph Ratzinger, Der angezweifel­te Wahrheit­sanspruch, (pdf) S. 4ff. “Der Sieg des Chris­ten­tums über die hei­d­nis­chen Reli­gio­nen wur­de nicht zulet­zt durch den Anspruch sein­er Vernün­ftigkeit ermöglicht. Ein zweites Motiv ist gle­ichbe­deu­tend damit ver­bun­den. Es beste­ht zunäch­st, ganz all­ge­mein gesagt, im moralis­chen Ern­st des Chris­ten­tums, den freilich wiederum schon Paulus in Zusam­men­hang gebracht hat­te mit der Vernün­ftigkeit des christlichen Glaubens: Das, was das Gesetz eigentlich meint, die vom christlichen Glauben ins Licht gestell­ten wesentlichen Forderun­gen des einen Gottes an das Leben des Men­schen, deckt sich mit dem, was dem Men­schen, jedem Men­schen, ins Herz eingeschrieben ist, so daß er es als das Gute ein­sieht, wenn es vor ihn hin­tritt. Es deckt sich mit dem, was „von Natur gut ist“ (Röm 2,14f.).
  2. 2. s. Scott Swan­son, “The Medieval Foun­da­tions of John Locke’s The­o­ry of Nat­u­ral Rights: Rights of Sub­sis­tence and the Prin­ci­ple of Extreme Neces­si­ty ” His­to­ry of Polit­i­cal Thought 18 (1997) 399­459, S. 399–459.

Montag, den 23. März 2009   

der grönemeyer der deutschen philosophie

Peter Slo­ter­dijk hat der FAZ wieder ein Inter­view gegeben und das gibt mir den Anlass mal kurz über Peter Slo­ter­dijk zu reflek­tieren. Denn Peter Slo­ter­dijk ist dur­chaus ein Phänomen. Und das meine ich in der alltäglichen Redeweise, dass er dem reinen Wort­laut nach eine Erschei­n­ung ist, weiss man ohne hinzuguck­en. Peter Slo­ter­dijk gehört sicher­lich zu den bekan­ntesten Philosophen Deutsch­lands und mit der “Kri­tik der zynis­chen Ver­nun­ft” hat er eines oder gar das meistverkaufteste Buch eines zeit­genös­sis­chen Philosophen deutscher Zunge geschrieben.

Dem gegenüber ste­ht, dass Slo­ter­dijk an deutschen Uni­ver­sitäten auf dem Lehrplan eigentlich nicht vorkommt, man liest ihn nicht, er lehrt wed­er an ein­er son­der­lich bekan­nten Uni­ver­sität, er resi­diert nicht an ein­er philosophis­chen Abteilung, die wenig­stens fach­in­tern bekan­nt wäre, noch gäb es irgendwelche Fachar­tikel von Slo­ter­dijk die im Fach ein­schlägig bekan­nt sind. Kurzum: Slo­ter­dijk ist fach­in­tern bedeu­tungslos, er ist ein Philosoph des Feuil­letons und des Lit­er­aturbe­triebs.

Dies ist kein Ausweis darüber, dass Slo­ter­dijk ein schlechter Philosoph ist. Gott bewahre. Viele gute Philosophen sind selb­st fach­in­tern unbekan­nt. Inter­es­sant ist, dass Slo­ter­dijk fachex­tern so bekan­nt ist. Dass oft­mals, wenn eine philosophis­che Mei­n­ung gefragt ist, er gerufen wird. Obwohl er fach­in­tern so ignori­ert wird, sein Buch zwar gut verkauft wor­den ist, den genauen Inhalt aber kaum jemand ken­nt.

Das hängt ein wenig auch mit dem Philoso­phi­estil Slo­ter­dijks zusam­men. Zwar fasst er dur­chaus nicht unkom­plexe Gedanken zusam­men und bekommt diese auch so gut auf den Schirm, dass er Zuhör­ern eine inter­es­san­te Dar­legung eines Sachver­hal­tes gibt. Allerd­ings ver­wen­det Slo­ter­dijk dabei soviele unerk­lärte Meta­phern, dass der Zuhör­er ein­fach kaufen muss, nicht alle Worte genau zu ver­ste­hen. Das ist der­sel­be Vor­wurf, den Gröne­mey­er-Ablehn­er Gröne­mey­er-Hör­ern machen: Was bringt dir das, etwas anzuhören, dass du wed­er wörtlich noch inhaltlich genau ver­stehst? Na, es hört sich halt schön an.

Das ist aber ein ästhetis­ches Argu­ment, des Philosophen Auf­gabe ist es aber nicht, über Ästhetik Auskun­ft zu geben. Er soll als Philosoph nicht sagen, dies oder das ist schön. Das kann er als Pri­vat­per­son sagen. Er soll sagen, welche Begrün­dung an welcher Stelle ange­bracht ist und ob sie überzeugt. Und dafür soll­te er klar her­ausstel­len, in welcher inhaltlichen Bedeu­tung er welche Begrif­fe ver­wen­det. Let­zteres macht Slo­ter­dijk beispiel­sweise viel zu sel­ten.

Der haut lieber Sätze raus wie “Intel­li­genz existiert in pos­i­tiver Kor­re­la­tion mit dem Wil­len zur Selb­st­be­wahrung. Seit Adorno wis­sen wir, dass diese Kor­re­la­tion in Frage gestellt wer­den kann — das war die sug­ges­tivste Idee der älteren Kri­tis­chen The­o­rie.” Den ersten Satz kann ich auch sehr gut ohne Adorno in Frage stel­len, allein deswe­gen schon, weil er kaum ver­ständlich ist. Aber so bauscht man die Bedeu­tung der eigene Schule noch mal auf, bevor sie vol­lends vergessen wird.

Für’s Feuil­leton reicht das allerd­ings: Da ist eh’ kein Platz für Erörterun­gen. Da darf sich ein Philosoph als Leben­srat­ge­ber hin­stel­len und nie­mand fragt, was ger­ade ihn dazu eigentlich berechtigt. Als reinen Philosophen berechtigt ihn näm­lich nichts. Ver­dammen Sie mir nur den Slo­ter­dijk nicht: Er kann für Einzel­ne so gewinnbrin­gend sein wie Gröne­mey­er als Musik­er.

Soll man denn nun Slo­ter­dijk lesen, wenn der Autor dieses Artikels so wenig Gutes an ihm lässt? Ja, natür­lich. Lesen Sie Slo­ter­dijk. Fan­gen Sie an mit der “Kri­tik der zynis­chen Ver­nun­ft”. Machen Sie sich ein eige­nes Bild. Zwar bin ich per­ma­nent über die Vor­ein­genom­men­heit­en, die Slo­ter­dijk seinen Lesern und Zuhör­ern unter­jubelt, gen­ervt, den­noch regt Slo­ter­dijk zum Denken an. Und in dieser Hin­sicht ist Slo­ter­dijk sicher­lich besser als manch andere Philosophen, die sich tage­sak­tuel­len Prob­le­men nicht stel­len.


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