Luise, eine Über­größen­fußgän­gerin im selb­stzufrieden­em Eiss­chleck­wipp­schritt, die lange schon nicht mehr zum Tanz aufge­fordert wurde, nur wegen der Torschlusspanik war sie damals mit Heinz zusam­men gekom­men, der damals solide und berechen­bar an der Tanzfläche des Ort­stan­zlokals stand, so berechen­bar, dass erst der Esprit aus dem Tanz und später dem Leben gedrängt wurde, nimmt mir ent­ge­genk­om­mend unge­fragt mein Kinder­wa­gen­fahrtem­po, nicht ohne einen ver­härteten Blick auf mich zu richt­en.

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Gestern habe ich beim Flusskiesel über Hog­fa­ther gepod­castet, heute bekam ich Besuch des Oh Gottes des Katzen­jam­mers. Man muss Lit­er­atur auch mal nahekom­men.

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Die Zah­narzt­fre­undin kommt zum Brunchen vor­bei und ist mit dem Nach­wuchs gle­ich ein Herz und eine Seele. Es wird gelacht. Der Nach­wuchs macht sich nach­mit­tags mit Genuss über geback­ene Zuc­chi­ni und geback­e­nen Kür­bis her. Das Abstillen kommt näher.

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Poste in ein­er Mes­sen­ger­gruppe den Auftritt von Chris­t­ian Steif­f­en in Köln, wo er Kack Kack Kack Kack Karneval sang. Zwei Grup­pen­mit­glieder meinen, er sei Karneval­shas­s­er und zurecht aus­ge­buht wor­den. Wenn’s um das The­ma Karneval geht, ver­ste­hen Karneval­is­ten halt keinen Spaß.

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Wie wohl bei allen Eltern machen auch wir uns ger­ade um das Essen des Nach­wuch­ses Gedanken. Wir lesen Tests und erschreck­en etwas über die schlecht­en Bew­er­tun­gen von Pro­duk­ten namhafter Fir­men, die wir aber wed­er zuhause haben noch kaufen woll­ten. Kein Grund in ein Wenn man das alles zu ernst nimmt, kann man eh nichts mehr kaufen zu ver­fall­en, ein­fach die eigene Bequem­lichkeit bei Seite leg­en und sel­ber machen:

Heute gab es Hack­bällchen für den Nach­wuchs, ein­fach Bio­hack mit eingewe­ichter Roggen­brotschreibe, einem Ei und etwas Senf ver­men­gen und als kleine Kugeln brat­en. Dazu Apfel­ringe, auf dem mit Zitrone eingepin­sel­ten Back­blech bei 130°C Umluftwärme für zwei Stun­den im Back­of­fen lassen. Das ist nun wirk­lich keine Kun­st und schmeckt.

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Lese einen Artikel über die Ein­wei­hung ein­er Ein­rich­tung mit Vorstel­lung der neuen Leitung. Auf den dazuge­höri­gen Fotos sind diverse Men­schen zu sehen, es wird ein­mal fröh­lich durch die Runde geknipst. Nur die Leitung auf keinem. Geschickt geduckt?

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Der Nach­wuchs hat einen Auss­chlag. Ich mache einen Ter­min bei Dok­tor Love.

Watt hamse denn? Das da? Sie meinen das da? Das is nix. Da kön­nen se ne Zinksalbe für ver­wen­den, gibt’s in jed­er Apotheke.

Ich klei­de den Nach­wuchs mal wieder an und bin im Begriff zu gehen, da hält er mich auf:

Obwohl! Warten se mal! Das war ja ein medi­zinis­ch­er Befund! Haha! Da kann ich ihnen ein Rezept für ausstellen, das akzep­tiert die Krankenkasse. Haha!

Was machen Ärzte eigentlich son­st so? Büt­tenre­den? Also das näch­ste mal, wenn mein Arzt mir mit­teilt, ich hätte nix, dann soll der mir auch sofort mal was ver­schreiben.

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Ich mag ja die Schilder in Zürich. Wenn ein Schuhgeschäft mit dem Ein­satz sein­er Mitar­beit­er nicht recht zufrieden ist, dann beschildern sie das ein­fach so im Schaufen­ster:

Wenn einem Hotel alle Außen­wände einge­brochen sind und es in die Appart­ments ein­nässt, dann wagt man ein Späßchen über die alters­be­d­ingte Inkon­ti­nenz:

Wenn der Arzt, der mal im Hause prak­tiziert hat, das Zeitliche geseg­net hat, dann schildert man:

Und wenn sie als Fahrrad­fahrer Gefahr laufen, in ein­er Kurve über einen kleinen Stein zu stolpern und dann gegen einen Laster zu prallen, der unrecht­mäßig auf dem Fahrrad­weg geparkt hat, ja, auch dafür gibt es ein Schild:

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Hin­ter der Wei­del im Flieger sitzen und die Fluglin­ie spendiert keine zweite Kotztüte. So weit ist es schon gekom­men mit Deutsch­land.

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Den Nach­wuchs irri­tiert der erste Flug nicht die Bohne.

Der Stew­art wun­dert sich über die strahlend blauen Augen der näch­sten Gen­er­a­tion. Später wer­den noch ein Italo­rap­per, ein Sax­o­fon­ist und zwei weit­ere deutsche Musik­er bezirzt. Wir erre­ichen Zürich bei angenehmen, aber ange­blich spür­bar gerin­geren Tem­per­a­turen als daheim. Mir fall­en wieder die alten Straßen­bah­nen ins Auge, die nicht ins Unendliche sprießen wol­len­den Mehrparteien­häuser. Ein junger Vater schiebt einen erstaunlich alten, leicht­gestängi­gen Kinder­wa­gen den unschö­nen Gehweg hin­auf. Finanziell stößt man in der Schweiz in für uns Nor­malver­di­ener andere Dimen­sio­nen, bleibt aber architek­tonisch mit mehr als einem Bein in den 70ern. Abends, im Grunde ger­ade, babysitte ich im Bris­tol, wo das kleine Flaschen­bier 3,40€ kostet. Ich faste voller Überzeu­gung.

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Er hat­te nie tanzen gel­ernt. Er kon­nte ein wenig die Stan­dard­tänze auf’s Par­kett brin­gen, aber der geübte Betra­chter sah sofort, dass hier jemand die Bewe­gun­gen nicht von der Pique auf beherrschte. In sein­er Heimat­stadt hat­te es in seinen Jugend­jahren nur eine Tanzschule gegeben. Die war ver­schrieen als kon­ser­v­a­tiv und spießig und diejeni­gen, die dort hingin­gen, entsprachen ein­fach nicht sein­er Kra­gen­weite. Es begab sich aber zu jen­er Zeit, dass die junge Dame, auf die er ein Auge gewor­fen hat­te, in eben dieser Tanzschule einen Kurs nach dem anderen belegte. Man darf sagen, dass sie das Stan­dard­reper­toire über Durch­schnitt drauf hat­te, wenn es sie auch nicht zur Turniertänz­erin befähigte. Als sich die gemein­same Schulzeit dem Ende näherte und ein Abschlussfest mit Tanz geplant war, war es eben sie, die Crash-Tanzkurse in der Tanzschule organ­isierte. Sie tanzte sog­ar vor mit ihrer Stan­dard­tanzbe­gleitung. So stand er vor der trüben Aus­sicht, ohne Tanzver­mö­gen und mit vager Aus­sicht, diese in einem Crashkurs zu verbessern, vor seinem Schwarm dil­letierend umherzuhüpfeln. Er malte sich ein ums andere Szenar­i­um aus. Sie wur­den und wur­den nicht bess­er. Und so blieb er der

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Ein warmer Tag bringt mich dazu, den Kinder­wa­gen auf einen Spielplatz zu lenken, auf ein­er Park­bank Platz zu nehmen und mit dem Nach­wuchs dem Treiben der umher­tol­len­den Kinder ein wenig zuzuschauen. In der gegenüber­liegen­den Ecke des Parks tum­meln sich in einiger Ent­fer­nung Gestal­ten, die nicht zum Spie­len hergekom­men sind. Seit in der Lan­deshaupt­stadt über den Win­ter viele Park­bänke über die Win­terzeit abgeschraubt wer­den, hat jed­er Spielplatz seine Trinkerecke. Eine Runde Män­ner mit einzel­nen Fahrräder und Plas­tik­tüten, die etwas schw­er beweglich und abgeson­dert vom Rest der Spielplatzbe­such­er beieinan­der ste­hen und sitzen. Während ich dem Nach­wuchs erzäh­le, was vor seinem Auge alles vor sich geht, passiert uns eine Mut­ti mit Sohne­mann, die sich, wie sich bald her­ausstellt, zum Koten des Jünglings hin­ter einem spär­lich beblät­terten Gebüsch verzieht. Auf dem Rück­weg putzt sie sich mit einem Tem­po die Hände und schnäuzt abschließend noch ein­mal hinein. Das näch­ste Mal set­ze ich mich in die andere Ecke, da geht es nicht so unge­niert zu.

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Der Bäck­er kündigt an, dass er heute zum let­zten Mal son­ntags öffnet. Wir nutzen die Chance nicht, da wir uns gestern voll­ge­fressen haben, und noch etwas Brot und Wozuhast­du­das­den­ngekauft-Corn­flakes da ist.

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Hausauf­gaben erledi­gen erlaubt.

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Fre­itagabends bekommt man beim Friseur ein paar Meter weit­er ein Feier­abend­bier zum Haarschnitt.

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Besuch der Fre­undin, die aber­mals an wen ger­at­en ist, der sich nicht entschei­den kann. Mit 42. Dabei sollte das doch die Antwort auf alles sein.

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Aben­dessen, dass wir mit 12 8 6 3 Leuten ver­putzt haben:

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Wir begießen dies mit dem guten Wein von Net­to und der Allzweck­waffe von Aldi.

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