nachrichtenzynismus

Sat1-Nachricht­en dis­qual­i­fizieren sich alle Tage neu. Dies­mal gibg es um eine Mel­dung, dass in den USA ein Flugzeug von der Lan­de­bahn abkam und dabei auf eine Straße abrutschte, wo es einen kleinen 6‑jährigen Jun­gen tötete. Und die Nachricht­en­sprecherin ent­blödete sich doch nicht zu sagen, dass die Pas­sagiere “nur knapp ein­er Katas­tro­phe entkom­men” seien. Ja, da müssen wohl mehr Kinder getötet wer­den, damit man ern­sthaft bei Sat1 von ein­er Katas­tro­phe reden kann…

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mein brief an eingesperrte jugendliche, nr. 1, von tookie williams

Ich bin für mehr als 21 Jahre auf der San-Quentins-Todesliste gewe­sen. Ich hoffe, daß diese kurze Mit­teilung Gedanken für eine Verän­derung bei Euch anregt.

Über­all in dieser Nation veg­etieren unzäh­lige junge Män­ner und Frauen, wie Ihr, in Jugend­wohn­heimen und in Jugend­be­hör­den. Immer mehr Gefäng­nisse wer­den gebaut, um Eur­er Gen­er­a­tion ent­ge­gen zu kom­men, wenn Ihr ins Erwach­se­nen­sein reinwachst. Die Frage ist, kön­nt Ihr motiviert genug wer­den, um den Erwartun­gen zu entsprechen, die viele Leute an Euch stellen?

Für diejeni­gen von Euch, die das Glück haben, ihre Frei­heit wiederzugewin­nen: Bere­it­et Euch eine Tage­sor­d­nung vor, um außer­halb der Wände der Einsper­rung zu über­leben. Bildet Euch über Com­put­ertech­nolo­gie, Poli­tik und die Wis­senschaften.

Wenn ander­er­seits eini­gen von Euch eine lange Zeit gegenüber ste­ht, schlage ich vor, daß Ihr euch bemüht, Euren Ver­stand zu erziehen und zu diszi­plin­ieren. Wenn Ihr Zugang zu ein­er Bib­lio­thek habt, lest jedes geeignete Buch, daß Ihr in die Hände bekommt. Bildet Euch über Geschichte, Wel­tre­li­gio­nen, Mathe, Englisch, Religiösität und Eure Kul­tur.

Es ist Zeit, Dinge selb­st in die Hand zu nehmen. Man kann sich 24 Stun­den am Tag, 7 Tage die Woche über die Prob­leme Armut, Dro­gen, Gewalt­tätigkeit, Ras­sis­mus und anderes Unrecht beschw­eren, aber bevor wir nicht beschließen, eine per­sön­liche Verän­derung einzuleit­en, bleiben wir Mar­i­onet­ten ungerechter Zustände. Solange wir nicht uns ändern, sind wir zum Verän­dern der Umstände um uns herum unfähig.

Als Faz­it gibt es zwei Möglichkeit­en, Eure Einsper­rung zu betra­cht­en: Entwed­er überzeugt Euch Eure derzeit­ige Sit­u­a­tion, Euer Leben ger­adezuricht­en oder sie wird der Anfang ein­er kost­spieli­gen Zukun­ft hin­ter Stäben sein. Oder schlimm­sten Falls — werdet Ihr ganz oben auf Todesliste ste­hen.

Arnie S. hat ein Wort des Bedauerns gesucht, um seine Tötung zu ver­hin­dern — Kannst du lesen, Arnie?

Stan­ley “Took­ie” Williams wurde vor 3 Stun­den hin­gerichtet. Er beteuerte bis zulet­zt, nie­man­den getötet zu haben.

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