stadtbücherei

Neulich traf ich auf eine Mitar­bei­t­erin der Stadt­bücherei bei ein­er Ver­anstal­tung der sel­ben. Ich kan­nte sie von früher, da ich als Kind über einen Stadt­büchereiausweis ver­fügte. Ich habe noch heute das Buchkarteizet­tel­stem­peln im Ohr, das in den 80ern die Auslei­he eines Buch­es besiegelte. Meist lag ein Stapel Büch­er auf dem Schreibtisch der Büchereiangestell­ten, der dan dop­pelt durchgestem­pelt wer­den musste. Katusch — katusch. Irri­tiert war ich allerd­ings über den Anfang des Gesprächs:

Ach, sie sind sich­er Kunde bei uns!

Äh? Ich? Kunde der Stadt­bücherei mein­er Heimat­stadt? Ich muss merk­würdig dreingeschaut haben, denn ihr Enthu­si­as­mus fiel sofort von ihr ab, als ich entsch­ieden verneinend den Kopf schüt­telte, um auf meine Kind­heit­serin­nerun­gen zu ver­weisen. Die Stadt­bücherei ist in meinen Augen etwas für Anfangsleser oder Haus­frauen, die viel lesen, aber die aktuelle Spiegelbest­sellerliste lieber auslei­hen als kaufen, weil sie dann eh nur irgend­wo ver­staubt.

Ich für meinen Teil kaufe seit bes­timmt 20 Jahren immer die Büch­er, die ich lesen will. Und es ist schon Jahre her, dass ich meinte, mir ein Exem­plar eines bes­timmten Buch­es nicht zule­gen zu kön­nen, weil mir der Preis zu hoch war. Nicht, dass heutzu­tage das Geld lock­er­er säße, man kommt nur bess­er an Lek­türe ran. Und so ste­hen mir in mein­er Bib­lio­thek tausende Büch­er zur Ver­fü­gung, so dass mir der Gedanke, eine Stadt­bücherei hätte einen Titel, der mir so nicht zugänglich wäre, ger­adezu grotesk vorkommt.

Nichts gegen die Stadt­bücherei. Das Ange­bot, I-Män­nchen kosten­lose Stadt­büchereiausweise zur Ver­fü­gung zu stellen, finde ich großar­tig. Nur habe ich das Gefühl, dass man da irgend­wann ein­fach rauswächst.

Weiterlesen