wer ist hier der doofe?

Dien­stag waren wir mal unter­wegs zu einem Grillen auf der Spar­ren­burg in Biele­feld. Ein nettes Unter­fan­gen, das auf gute Res­o­nanz stieß. Es waren auch ein paar Leute da, die man eigentlich gar nicht kan­nte. Eine junge Dame war darunter, die ein Kind dabei hat­te, das jet­zt so haut­far­ben­tech­nisch nicht ganz ihres zu sein schien.

Ein Babysit­ter also, Mitte Zwanzig, aber mit inter­es­san­ter Tak­tik. Sie shak­erte mit zwei Jungs während des Gril­lens, als sie ihrer Kurzen aus einem Janosch-Buch vor­las. “Ich kenn dich irgend­woher, warst du nicht auf der let­zten Wes­t­end-Par­ty?” fragte sie bei­de Jungs dann in unbeobachteten Momenten getren­nt voneinan­der. Ein irgend­wie ziem­lich gegen­stand­slos­er, aber funk­tion­ieren­der Spruch, da bei­de Jungs zwar ver­sicherten, nicht auf dieser Par­ty gewe­sen zu sein, sich aber langsam für die Dame erwärmten. Das war wohl der erste Teil der Strate­gie der Shak­erin.

Der zweite Teil war, auch den Jungspun­den die Geschichte irgend­wie vorzule­sen. Das ging dann dazu über, die Jungs shak­ernd anzublaf­fen, wenn sie den Witz der Stelle aus dem Buch ger­ade nicht mitver­fol­gt hat­ten, über den sie selb­st ger­ade lau­thals lachen kon­nte. Etwa eine Stunde ver­strich der­art: Lesen, quatschen, grillen, flirten, essen, lesen, lachen, so eine Art kleines 68er Revival ohne Pop­pen und Joints. Dann wurds aber erst richtig witzig. Sie pack­te das Büch­lein einem der Jungs in die Hand und meinte: “Nu, lies du mal!”, dem anderen Jungs zeigte sie etwas später ihr Handy und meinte “Wenn wer anruft, sag, dass alles okay ist.”. Sprachs, kon­tak­tierte shak­ernd einen Gitar­respiel­er, ver­schwand mit diesem und fing lau­thals in einiger Ent­fer­nung an zu sin­gen.

Das Kind hat sie die näch­sten 2 Stun­den nicht wirk­lich gese­hen. Aber irgend­wann klin­gelte das Handy und die anrufende Mut­ter hörte von einem der Jungs die Worte, die jede Mut­ter gerne hört, wenn sie ihren Babysit­ter anruft: “Hal­lo?! Ja, sie ken­nen mich nicht, aber regen Sie sich nicht auf. Ich soll ihnen sagen: “Ihrer Tochter geht’s gut!” ” Ich finds auch zu auf­dringlich, wenn die Leute immer gle­ich mit der Höhe ihrer Lösegeld­forderung ankom­men…

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