Tante ruft an, lädt zum 85. Geburt­stag ein.

Eigentlich wollte ich ja flücht­en, aber jet­zt hat sich eine Fre­undin für den Tag angemeldet und da mache ich eine Kanne Kaf­fee. Da kön­nt ihr auch kom­men.

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Im Schaufen­ster eines Baby­waren­fachgeschäfts ste­ht ein einziger Kinder­wa­gen in petrol aus­gestellt, an dem ein Schild behaftet ist: “Lim­it­ed edi­tion.” Hat wohl Werks­fehler.

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Regen, durchgängig Regen. Das graue Gewäss­er des Rheins ste­ht ziem­lich hoch. Am Ufer hat die Crown of Suisse angelegt, war bei denen mal was Königlich­es? Und musste es ver­schifft wer­den? Sind die immer noch unter­wegs, so als schwim­mende Enklave?

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Auf dem Rück­weg sehe ich ein Auto, dessen link­er Hin­ter­reifen allein auf dem Bürg­er­steig ste­ht. Das Vehikel sieht aus wie ein zum Pinkeln anset­zen­der Vier­bein­er, der plöt­zlich schock­ge­froren wurde. Wer parkt so ein? Wer parkt so ein und sagt: Ja, super, passt ja genau! Oder ent­fer­nt er sich schle­u­nigst vom Wagen, um den Pas­san­ten­blick­en zu ent­ge­hen?

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Der Nach­wuchs kann jet­zt Busse erken­nen und schaut ihnen aus dem Wohnz­im­mer­fen­ster hin­ter­her.

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In der Krabbel­gruppe gibt es ein Krabbelkind, das noch bei jedem Ter­min geheult hat. Es weint auch auf fast allen Fotos, die über die Mes­sen­ger­gruppe reinkom­men. Nur auf einem nicht, da sieht man es ent­fer­nt von den anderen. Es wurde in einen anderen Bere­ich des Zim­mers gebracht, nach­dem es Anze­ichen machte zu heulen. Ich über­lege, eine Foto­samm­lung anzule­gen.

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Gestern das let­zte Karnevals­bier getrunk­en und erfreulicher­weise keine inten­siv­en Nach­wirkun­gen davon heute mor­gen gehabt. Sollte mir vornehmen, weniger zu exper­i­men­tieren, und das Bier zu kaufen, was schmeckt und verträglich ist.

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Seit­dem das Kind geboren ist, habe ich keine Zeit mehr zum Bügeln. Ich habe einen Riesen­stapel Bügelzeug zuhause liegen. Mein Mann kauft sich dauernd neue Hem­den, weil ich nicht zum Bügeln komme.

Jed­er Pott kriegt seinen Deck­el.

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Ich suche eine neue Putze. Meine macht nur Böden. Ich bin jedes Mal, bevor sie kommt, den ganzen Tag vorher damit beschäftigt, über­all den Staub wegzuwis­chen. Die Putze mein­er Fre­undin ist auch nichts, bei denen wird der Wein­vor­rat immer weniger, nach­dem die da war.

Wir bräucht­en eine, die nur Staub macht.

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Haben Sie das gehört, was die Dame eben meinte? Wie soll man sich denn mit dem drit­ten Kinder­wa­gen im Ein­gangs­bere­ich der Straßen­bahn son­st platzieren?

Tut mir leid, nicht gehört, ich habe unter­wegs immer Kopfhör­er auf, um solchen Kom­mentaren zu ent­ge­hen.

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Heute wieder zwei Stun­den durch die Lan­deshaupt­stadt babygewa­gent. Der Bäck­er wink­te auf­fordernd durch sein Laden­schaufen­ster, weswe­gen ich den Kinder­wa­gen mit der Sicht zum Nach­wuchs ihm hochstem­mend präsen­tiere. Der Bäck­er lacht über­trieben, der Nach­wuchs schaut unin­spiri­ert. Ich zucke mit den Schul­tern, läch­le und schiebe weit­er. Elter­naf­figkeit. Es stürmt. Der Wind lässt den Wagen kip­peln. Es hagelt kurz. Kaum jemand unter­wegs. So mag ich große Städte.

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Wenn ich son­st durch die Lan­deshaupt­stadt schlen­dere, tre­ffe ich kaum jeman­den. Als Baby­wa­gen­schieber trifft man in Regelmäßigkeit Mamis.

Ja, du hier? Wo wohnst du denn?

Da drüben, über dem Bäck­er.

Ich wohne da und da.

Ich weiß, das erzählte mir meine bessere Hälfte.

Ach, dann haben wir uns wohl schon darüber unter­hal­ten. Dann habe ich das bes­timmt ver­peilt.

Ja, das meinte die bessere Hälfte auch.

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In der Krabbel­grup­pen­mes­sen­ger­gruppe wird gefragt, was man gegen Schmerzen tun sollte, wenn das Kind zah­nt. Es wird sofort auf Medika­mente ver­wiesen. Ich wende ein, dass man es ja erst mit Beißrin­gen und aufge­tupftem Kamil­len­tee ver­suchen kann, statt Medika­mente zu benutzen, von denen ein erwäh­ntes haupt­säch­lich auf Kamille baut. Und die auch vorgeschla­gene Veilchen­wurzel sei halt ein stark­er Keim- und Krankheit­sträger. Ja, deswe­gen würde man die ja inten­siv trock­nen lassen. Was mis­che ich mich auch ein.

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18.36 Uhr. Ding dong Nanu, wer kommt so spät unangemeldet? Kann ja eigentlich nur das Schwiegermon­st…

Ich bringe Essen für’s Kind.

Äh, ja danke, wäre nicht nötig gewe­sen. Haben wir jet­zt auch nicht nach gefragt. Ist auch viel zu viel.

Wo ist Kind?

Das schläft.

Und die Mut­ter?

Daneben.

Ok. Tschüß.

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dinkelciabatta

Zutat­en 500 g Dinkelmehl, 300 ml Wass­er, 20 g Hefe, 3 EL Olivenöl, 1 TL Salz
1. Die Hefe ins erwärmte Wass­er ein­rühren, dann mit dem Rest ver­mix­en. Den Teig 50 Minuten an einem war­men Ort aufge­hen lassen.
2. Ein Trock­en­tuch aus­rollen und stark bemehlen. Die Hände mit Mehl oder mit Öl ein­reiben, damit der Teig nicht an den Hän­den klebt. Dann auf dem Tuch zu einem Quadrat auswälzen und wieder 10 Minuten gehen lassen.
3. Etwa ein Drit­tel der Teigfläche von oben längs umk­lap­pen, und dann eben­so ein Drit­tel von unten.
4. Jet­zt den Teig in einen auf 250° erwärmten Ofen schieben und 10 Minuten back­en, dann bei 200° 25 Minuten weit­er back­en.

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Der Nach­wuchs hat­te heute geback­ene Kür­biss­cheiben mit Sem­mel­brösel und Parme­san in Olivenöl. Das ist sehr nahrhaft, fliegt weit und klebt an der Tapete. Dass er nicht noch “Kamelle!” beim Wegschleud­ern gerufen hat, war auch alles.

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wo die alten kerle wohnen

Wir buchen ein Fam­i­lien­abteil in einem Zug und teilen es mit ein­er jun­gen Mut­ter und ihrem Nach­wuchs. Der kleine Junge schaut begeis­tert zu den Brück­en, Bäu­men und Häusern, die am Fen­ster ent­lang ziehen. Da hält der Zug in einem Bahn­hof. Der Junge schaut erstaunt zu sein­er Mut­ter. Die erläutert:

Wir hal­ten jet­zt in einem Bahn­hof. Hier ist Ober­hausen.

Der Junge schaut nach draußen, schaut aber­mals fra­gend zurück. Die Mut­ter sagt langsamer und Sil­ben beto­nend:

O — BAHAUSEN!

Der Junge schaut erneut durch das Fen­ster, schaut suchend nach rechts, suchend nach links und meint ent­täuscht:

Keine Opas da!

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котенок

… ist der Kose­name mein­er Frau für unser Kind, was auf deutsch Kätzchen bedeutet. Es kommt daher, dass das Kind so mijaut, wenn sie erste Anze­ichen von Hunger ver­spürt.

Eben ver­ließ ich das Wohnz­im­mer, in der das Kind sich gut alleine beschäftigte. Ich wurde belohnt mit dem unguten Gefühl, das einen überkommt, wenn man ein unbekan­ntes und unzuord­nungs­bares Geräusch hört. In diesem Fall kam es auch noch aus dem Wohnz­im­mer, und in mein­er Vorstel­lung tauchte ein Kabel und ster­nen­sprühen­der Funken­flug auf. Der­art ange­facht stürmte ich ins Wohnz­im­mer und ent­deck­te das Kind, wie es ger­ade mit seinen Fin­gernägeln über die Yoga-Mat­te kratzte, auf der es lag. Es schaute zum Here­in­platzen­den hin­auf — und unter­brach seine Kratzbe­we­gung nicht für eine Mil­lisekunde. Kätzisch.

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spinat-lachs-quiche

Zutat­en 200 g Mehl, 80 g But­ter, 6 El Milch, 5 Eier, 200 g Crème fraîche, Rap­söl, Räucher­lachs, Spinat, Salz, Pfef­fer, Muskat­nuss

Aus dem Mehl, der But­ter, der Milch, etwas Salz und einem Ei wird ein Mür­beteig geknetet. Der kommt danach für etwa eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Danach wird er in eine leicht eingeölte Form gegeben. Die restlichen Eier wer­den mit drei Löf­feln Rap­söl, Crème fraîche, Salz, Pfef­fer und Muskat­nus ver­mengt über die zuvor auf den Teig verteil­ten Spinat- und Lach­steile, die man nach eigen­em Ermessen bele­gen kann, gegossen. Das Ganze dann für 40 Minuten bei 180° (Umluft) in den Ofen.

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Der Nach­wuchs klagt Fut­ter­nach­schub seit Kurzem immer mit “Njeng!” ein. “Njeng njeng!” ist dann die Steigerung, dass Mord­shunger beste­ht. “Njeng, njeng njeng!” die Bestärkung der Forderung. Vielle­icht wird auch was vom Chi­ne­sen ver­langt, so genau ver­ste­hen wir das auch noch nicht.
Google über­set­zt mir, njeng wäre Zulu für wie, es kön­nte also ein gewiss­es Unver­ständ­nis aus­drück­en.
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