Heute wieder zwei Stun­den durch die Lan­deshaupt­stadt babygewa­gent. Der Bäck­er wink­te auf­fordernd durch sein Laden­schaufen­ster, weswe­gen ich den Kinder­wa­gen mit der Sicht zum Nach­wuchs ihm hochstem­mend präsen­tiere. Der Bäck­er lacht über­trieben, der Nach­wuchs schaut unin­spiri­ert. Ich zucke mit den Schul­tern, läch­le und schiebe weit­er. Elter­naf­figkeit. Es stürmt. Der Wind lässt den Wagen kip­peln. Es hagelt kurz. Kaum jemand unter­wegs. So mag ich große Städte.

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Wenn ich son­st durch die Lan­deshaupt­stadt schlen­dere, tre­ffe ich kaum jeman­den. Als Baby­wa­gen­schieber trifft man in Regelmäßigkeit Mamis.

Ja, du hier? Wo wohnst du denn?

Da drüben, über dem Bäck­er.

Ich wohne da und da.

Ich weiß, das erzählte mir meine bessere Hälfte.

Ach, dann haben wir uns wohl schon darüber unter­hal­ten. Dann habe ich das bes­timmt ver­peilt.

Ja, das meinte die bessere Hälfte auch.

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In der Krabbel­grup­pen­mes­sen­ger­gruppe wird gefragt, was man gegen Schmerzen tun sollte, wenn das Kind zah­nt. Es wird sofort auf Medika­mente ver­wiesen. Ich wende ein, dass man es ja erst mit Beißrin­gen und aufge­tupftem Kamil­len­tee ver­suchen kann, statt Medika­mente zu benutzen, von denen ein erwäh­ntes haupt­säch­lich auf Kamille baut. Und die auch vorgeschla­gene Veilchen­wurzel sei halt ein stark­er Keim- und Krankheit­sträger. Ja, deswe­gen würde man die ja inten­siv trock­nen lassen. Was mis­che ich mich auch ein.

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18.36 Uhr. Ding dong Nanu, wer kommt so spät unangemeldet? Kann ja eigentlich nur das Schwiegermon­st…

Ich bringe Essen für’s Kind.

Äh, ja danke, wäre nicht nötig gewe­sen. Haben wir jet­zt auch nicht nach gefragt. Ist auch viel zu viel.

Wo ist Kind?

Das schläft.

Und die Mut­ter?

Daneben.

Ok. Tschüß.

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dinkelciabatta

Zutat­en 500 g Dinkelmehl, 300 ml Wass­er, 20 g Hefe, 3 EL Olivenöl, 1 TL Salz
1. Die Hefe ins erwärmte Wass­er ein­rühren, dann mit dem Rest ver­mix­en. Den Teig 50 Minuten an einem war­men Ort aufge­hen lassen.
2. Ein Trock­en­tuch aus­rollen und stark bemehlen. Die Hände mit Mehl oder mit Öl ein­reiben, damit der Teig nicht an den Hän­den klebt. Dann auf dem Tuch zu einem Quadrat auswälzen und wieder 10 Minuten gehen lassen.
3. Etwa ein Drit­tel der Teigfläche von oben längs umk­lap­pen, und dann eben­so ein Drit­tel von unten.
4. Jet­zt den Teig in einen auf 250° erwärmten Ofen schieben und 10 Minuten back­en, dann bei 200° 25 Minuten weit­er back­en.

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Der Nach­wuchs hat­te heute geback­ene Kür­biss­cheiben mit Sem­mel­brösel und Parme­san in Olivenöl. Das ist sehr nahrhaft, fliegt weit und klebt an der Tapete. Dass er nicht noch “Kamelle!” beim Wegschleud­ern gerufen hat, war auch alles.

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wo die alten kerle wohnen

Wir buchen ein Fam­i­lien­abteil in einem Zug und teilen es mit ein­er jun­gen Mut­ter und ihrem Nach­wuchs. Der kleine Junge schaut begeis­tert zu den Brück­en, Bäu­men und Häusern, die am Fen­ster ent­lang ziehen. Da hält der Zug in einem Bahn­hof. Der Junge schaut erstaunt zu sein­er Mut­ter. Die erläutert:

Wir hal­ten jet­zt in einem Bahn­hof. Hier ist Ober­hausen.

Der Junge schaut nach draußen, schaut aber­mals fra­gend zurück. Die Mut­ter sagt langsamer und Sil­ben beto­nend:

O — BAHAUSEN!

Der Junge schaut erneut durch das Fen­ster, schaut suchend nach rechts, suchend nach links und meint ent­täuscht:

Keine Opas da!

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котенок

… ist der Kose­name mein­er Frau für unser Kind, was auf deutsch Kätzchen bedeutet. Es kommt daher, dass das Kind so mijaut, wenn sie erste Anze­ichen von Hunger ver­spürt.

Eben ver­ließ ich das Wohnz­im­mer, in der das Kind sich gut alleine beschäftigte. Ich wurde belohnt mit dem unguten Gefühl, das einen überkommt, wenn man ein unbekan­ntes und unzuord­nungs­bares Geräusch hört. In diesem Fall kam es auch noch aus dem Wohnz­im­mer, und in mein­er Vorstel­lung tauchte ein Kabel und ster­nen­sprühen­der Funken­flug auf. Der­art ange­facht stürmte ich ins Wohnz­im­mer und ent­deck­te das Kind, wie es ger­ade mit seinen Fin­gernägeln über die Yoga-Mat­te kratzte, auf der es lag. Es schaute zum Here­in­platzen­den hin­auf — und unter­brach seine Kratzbe­we­gung nicht für eine Mil­lisekunde. Kätzisch.

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spinat-lachs-quiche

Zutat­en 200 g Mehl, 80 g But­ter, 6 El Milch, 5 Eier, 200 g Crème fraîche, Rap­söl, Räucher­lachs, Spinat, Salz, Pfef­fer, Muskat­nuss

Aus dem Mehl, der But­ter, der Milch, etwas Salz und einem Ei wird ein Mür­beteig geknetet. Der kommt danach für etwa eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Danach wird er in eine leicht eingeölte Form gegeben. Die restlichen Eier wer­den mit drei Löf­feln Rap­söl, Crème fraîche, Salz, Pfef­fer und Muskat­nus ver­mengt über die zuvor auf den Teig verteil­ten Spinat- und Lach­steile, die man nach eigen­em Ermessen bele­gen kann, gegossen. Das Ganze dann für 40 Minuten bei 180° (Umluft) in den Ofen.

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Der Nach­wuchs klagt Fut­ter­nach­schub seit Kurzem immer mit “Njeng!” ein. “Njeng njeng!” ist dann die Steigerung, dass Mord­shunger beste­ht. “Njeng, njeng njeng!” die Bestärkung der Forderung. Vielle­icht wird auch was vom Chi­ne­sen ver­langt, so genau ver­ste­hen wir das auch noch nicht.
Google über­set­zt mir, njeng wäre Zulu für wie, es kön­nte also ein gewiss­es Unver­ständ­nis aus­drück­en.
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Kind hat her­aus­ge­fun­den, dass es sich, wenn es auf der Couch sitzt und nach links kippt, mit der linken Hand abstützen kann, um seine Posi­tion zu hal­ten. Es weiß noch nicht, dass dies entsprechend auch für rechts gilt, weswe­gen es, wenn es nach rechts kippt, immer wie ein gefäll­ter Baum auf der Sitzfläche lan­det. Und wie war euer Abend so?

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Es ist ein paar Jahre her, da spatzierte ich mal mor­gens am ersten Tag des Jahres durch Osnabrück und fand die ver­lassene Innen­stadt in sein­er Kater­stim­mung ganz wun­der­bar. Ein Minifrüh­stück in irgen­deinem Café, das es wahrschein­lich heute gar nicht mehr gibt, run­dete mir die Sache ab. Die Abfahrt aus Osnabrück hat­te da schon was ernüchtern­des.

Heute spatzierte ich mit dem Nach­wuchs im Kinder­wa­gen unsere übliche Strecke am Rhein ent­lang. Mit Pod­cast­fol­gen im Ohr bekam ich allerd­ings nicht mit, ob es eine Kater­stim­mung gab. Ich war erst genug beschäftigt, den Böller­resten auszuwe­ichen. Dass die Strecke und die Rhein­wiesen bei etwas feuchtem Wet­ter nicht gut besucht sind, ist kein Novum. Vielle­icht erübrigt sich die Neu­jahrsstim­mung, wenn sie im Wet­ter unterge­ht.

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Word­Press hat den Back­end-Edi­tor neu gestal­tet, dadurch ist meine For­matierung des­sel­ben futsch und auch das alte For­matvor­la­gen-Plu­g­in ist futschika­to. Berauscht mich ger­ade mäßig.

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