olga spears und sergej springsteen

Ich weiss nicht, wie inten­siv man in eine Kul­tur eingewei­ht sein muss, um sie zu ver­ste­hen. Wenn man sie einiger­maßen ver­ste­ht, hält man sie wohl nicht mehr für merk­würdig. Wenn man das nicht tut, ist es schon selt­sam. Aktuelle rus­sis­che Musik ist Nichrussen eigentlich ziem­lich unbekan­nt und das zu Unrecht. Die dazu gehören­den Videos sind aber schon deswe­gen bemerkenswert, weil sie zu akzept­abler Musik selt­same Bilder und Geschicht­en liefern. Sehr bekan­nt sind z.B. Sän­gerin Макsим und die Band Звери. Für eingewei­hte Rus­sis­che-Kul­turver­ste­her sind die wesentlich ange­se­hen­er als die ausser­halb Rus­s­lands bekan­nteren t.a.t.u., qua­si die skan­dal­lose Brit­ney Spears und der Jon Bon Jovi Rus­s­lands. Ver­glichen damit ist t.a.t.u sowas wie Mod­ern Talk­ing.
Макsим oder Mak­sim macht Süssholzraspeleien in leichter Bek­lei­dung. Das ist noch einiger­maßen inter­na­tion­al. In diesem Video allerd­ings hoppst sie nur mit String und Hemd bek­lei­det mit ihrer besten Fre­undin auf Bet­ten rum und föh­nt sich einen.

Musikalisch geht das sich­er in Ord­nung, klingt etwas nach den Pet Shop Boys. Aber was diese Bil­lig­pornoat­mo­sphäre in dieser Sehn­suchts­geschichte zu suchen hat, ver­ste­he ich nicht.

Dass es auch anders geht, zeigen Звери oder zveri. Deren Front­mann, der mich an den jun­gen Putin erin­nert, quatscht in ein­er Dis­co eine rothaarige Schön­heit an. Das ist ja auch etwas, was kul­turhis­torisch sich ein Deutsch­er nicht trauen würde: In ein­er Frauen­dreier­runge eine raus­pick­en und anquatschen. Das scheint in Moskauer Dis­sen okay zu sein. Nun ja. Er quatscht sie an, fragt, ob er ihr was brin­gen kann und sie sagt: “Erd­beeren.” Was auch son­st. Die Mädels kich­ern, der junge Putin ren­nt los, quer durch Moskau und kommt tat­säch­lich mit ein­er Pack­ung Erd­beeren wieder in die Dis­co, wo Fräulein Rot­locke noch wartet. Das Fräulein ist geschme­ichelt, fragt, ob er tanzen möchte und er sagt: “Nö.” Abfuhren verteilen kann ja sooooo Spaß machen:

Gut, es hat auch nie jemand inner­halb der deutschen Kul­tur ver­standen oder erk­lären kön­nen, was Dieter Bohlen mit Geronimo’s Cadil­lac eigentlich sagen wollte, aber darum drehte es sich auch nicht. Das waren die 80er, Sinn hat­te da in der Pop­musik keine Bedeu­tung. Sowas unter­stellt man aber sehr wohl ander­er Kul­tur. Und das macht diese rus­sis­chen Musikvideos doch irgend­wie inter­es­sant.

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