Dienstag, den 17. März 2009   

das wort, das nicht gesagt werden darf

Eine Recht­san­wältin erzählte mir, der Sohn ein­er Man­dan­tin sei am Mon­tag von der Polizei “wegen akuter Amokge­fahr” aus dem Unter­richt geholt wor­den, weil ein Päd­a­goge bei ihm ein über­triebenes Inter­esse für Paint­ball fest­gestellt habe. In Schram­berg wird ein 16-jähriger von der Polizei festgenom­men und abge­führt, weil er in einem Brief an einen Mitschüler salopp einen Amok­lauf ankündigt.

Man erwartet von Her­anwach­senden, um zurecht zu kom­men, eine aus­geprägte Rück­sicht­nahme auf wohlmögliche Äng­ste, die sie anderen bere­it­en. Sie müssen wis­sen, welche Sprengkraft allein ihre Sätze ange­blich haben. Sie sollen dem Reiz, Aufmerk­samkeit zu bekom­men, wenn sie pro­vokant das Wort “Amok­lauf” ver­wen­den, wider­ste­hen. Son­st riskieren sie Polizeibesuch und die Härte des Geset­zes.

Ein Ibben­büren­er Lehrer erzählte mir mal, das in let­zter Zeit Irri­tieren­ste an seinem Job seien 13-jährige, die wegen zu schwachem Schuler­folg glauben, keine Chance mehr im Leben zu haben. Diese Gesellschaft ist so weit, dass schon 13-jährige nicht völ­lig unbe­grün­det an Job- und Exis­ten­zäng­sten lei­den.

So, und jet­zt beant­worten Sie mir mal fol­gende Frage: Wen kann eigentlich ein 13-jähriger verk­la­gen, wenn man ihm so eine Angst macht?

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