Montag, den 14. September 2009   

das tv-duell oder: die politische bankrotterklärung des fernsehens

Das Aufeinan­dertr­e­f­fen von Stein­meier und Merkel im so genan­nten TV-Duell hat­te nun doch noch sein inter­es­santes Moment. Allerd­ings nicht im Aufeinan­dertr­e­f­fen von Stein­meier und Merkel, son­dern im Aufeinan­dertr­e­f­fen von selb­ständig denke­nen Poli­tik­ern und TV-Mod­er­a­toren, die sich als poli­tis­che Jour­nal­is­ten aus­gaben.

Poli­tisch gese­hen ist die Wahl einiger­maßen vorherse­hbar. Denn wenn Union und FDP eine klare Mehrheit errin­gen, heisst der kom­mende Außen­min­is­ter West­er­welle und je schlechter das Ergeb­nis dieser Koali­tion wird, desto größer die Wahrschein­lichkeit ein­er Weit­er­führung der großen Koali­tion.

Wirk­lich pein­lich dage­gen war das Auftreten der Mod­er­a­toren von ARD, ZDF, RTL und Sat.1. Da hin­ter­ließ nicht ein Einziger den Nach­weis, dass er qual­i­fiziert genug für ein inhaltlich angemessenes Gespräch mit diesen hohen Rep­re­sen­tan­ten des Staates ist.

Nach­dem die ARD nun offen bekun­den muss, dass sie nicht genau auf dem Schirm hat, was ein guter Autor für Fernse­hfilme ist, scheint sie auch keine Ahnung zu haben, was ein guter poli­tis­ch­er Jour­nal­ist ist. Man schaue nur mal nach Ameri­ka, was für blendend gute Poli­tikjour­nal­is­ten dort in den Fernse­hanstal­ten mod­erieren. Das sind keine Mod­er­a­toren deutsch­er Couleur, dass sind poli­tis­che Kapaz­itäten. Die muss man nicht hochloben, die stellen ihre Qual­i­fika­tion allen­thal­ben sel­ber unter Beweis.

Und in Deutsch­land reicht es nur zu ein­er Tiger­enten-Frage, die die Mod­er­a­tionsvertreter von ARD und ZDF gemein­sam für lustig hal­ten. Man kon­nte Merkel anse­hen, wie gen­ervt sie von diesen Albern­heit­en gewe­sen ist und man hätte Stein­meier schel­ten müssen, wenn er die Mod­er­a­torenäußerun­gen nicht wieder­holt auf die Schippe genom­men hätte.

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