westfälische idiome (II): drumzu

Bei dem Wort drumzu han­delt es sich um eine west­fälis­che und auch im Nord­deutschen vork­om­mende Entsprechung des hochdeutschen Zirkumposi­tums herum.

Sage ich, ich gehe um das Haus, bedeutet das, dass ich voll­ständig am Haus ent­lang gehe, und am Aus­gangspunkt wieder ankomme oder ich gehe nur halb am Haus ent­lang und gehe sozusagen ger­adeaus vom Aus­gangspunkt gese­hen weit­er. Um ein Haus herum oder drumzu gehen sind Unter­for­men von um ein Haus gehen.

Sage ich, ich gehe um das Haus herum oder drumzu, so gehe ich in einem Winkel um das Haus, der größer als 180° ist. Das oben beschriebene ger­adeaus weit­erge­hen, zählt also nicht dazu.

Durch drumzu soll allerd­ings die in Rede ste­hende Bewe­gung sprach­lich deut­lich­er her­aus­ge­hoben wer­den:

Du musst ganz um das Haus drumzu gehen!

Bei diesem drumzu wird mit drum ist die kre­is­för­mige Bewe­gung gemeint, mit der um das Haus herum gegan­gen wird, und mit zu wird dargelegt, dass dieser Kreis, der gegan­gen wird, sich wieder schließt.

Drum in drumzu entspricht der­sel­ben Verkürzung wie drum in Sei’s drum, allerd­ings wird dem Inhalte nach etwas Unter­schiedlich­es gemeint: Im ersten Fall wird da rum abgekürzt und im zweit­en Fall darum, bei let­zterem wird also auf eine Begrün­dung ange­spielt, bei ersterem auf einen Objek­t­bezug hingewiesen.

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