Montag, den 9. August 2010   

westfälische idiome (xiv): um pudding fahren / gehen

Im West­fälis­chen kann das Umrun­den eines bes­timmten, kleinen Gebi­ets um den Pud­ding fahren oder schlicht um Pud­ding fahren genan­nt wer­den:

Ich fahr’ eben um’ Pud­ding.

Dies bezieht sich auf die Klein­heit des zu umfahren­den Gebi­etes. Es wird dadurch gesagt, dass man nicht lange unter­wegs sein wird und dass diese Tätigkeit nicht son­der­lich wichtig ist. Wenn man z.B. jeman­den sucht, kann jemand sagen, dass er eben um Pud­ding fährt, um zu schauen, ob er auf dieser Strecke zu sehen ist. Es ist aber nicht so wichtig, ihn zu find­en.

Eigentlich dient das Umfahren oder Umge­hen des Pud­dings aber der Kon­tem­pla­tion oder des kindlichen Spiels. Ein Kind kann diverse Male Run­den in der Nach­barschaft drehen und der West­fale nen­nt dies um den Pud­ding fahren.

Das Fahren ist hier­bei nicht weit­er wichtiger Bestandteil. Man kann auch kon­tem­pla­tiv ein­mal um Pud­ding gehen.

Pud­ding spielt hier­bei auf die Runde, die zurück­gelegt wird, an. Pud­dings wer­den in West­falen tra­di­tionell in Töpfen oder Schüs­seln zusam­mengestellt und in oder auf run­den Schälchen serviert. Beim Umrühren des Pud­dings im Topf oder beim Aus­löf­feln des Pud­dings im Schälchen vol­lzieht der Koch oder der Pud­dingess­er eben­solche kleine Umrun­dun­gen.

| kurz-url | Schlagwörter: kategorie: bedachtes

2 kommentare

  • Indi­rek­ter Wider­spruch.
    Obschon ich im Hes­sen­lande behei­matet bin, ist mir der Aus­druck ‘um den Pud­ding’ fahren/gehen/whatever geläu­fig, allerd­ings durch meine aus Nord­deutsch­land stam­mende Ehe­frau.

    West­fälis­che Wurzeln/Einflüsse und/oder ähn­lich­es kann ich auss­chließen 😉

  • Iwo. Wir sagen dat schon, da gab’s noch gar kein Pud­ding ;-)!

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