athena – arsız gönül

So, muss mich doch mal eben ein wenig da reinhören, in die Musik der Band, in deren Konzert ich am Samstag in Köln mitgehe. Joah, kann man sich dran gewöhnen, so is‘ nich:

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neue offenheit

Ich habe drüben in den letzten Wochen an diversen Schrauben gedreht, Dinge umgestellt und verworfen, neue Sachen erfunden und eingeräumt, Zeugs von hier nach da verfrachtet. Das da ist halt quasi mein Online-Schreibtisch, mit fast allem, was einem so online über den Weg läuft, was man irgendwie einordnen kann. Die belachtes-Ecke ist dafür hier raus und da quasi rein. Die Seite insgesamt habe ich 20 Pixel nach oben geschoben, die Seiten aus der Navigationsleitste raus, dafür die Kategorien da rein, was mir surffreundlicher errscheint. Mit Kannitverstan, Fußgängerzone und Bücherkiste gleich drei quasi Unterblogs mit hereingekommen für Begriffsanalysen, Tratschgeschichten und gelesene Bücher. Dadurch wird es hier mit etwas Glück etwas persönlicher und überschaubarer, aber auch weniger, was die regelmäßigen Einträge betrifft.

Aber das ist eben auch so ein Trend, von dem ich nicht weiß, ob oder wie man dem entgegentritt: Dem Immer-weniger-persönlich-Bloggen. Als Twitter aufkam, da nöhlten die ersten, wie es sie zwickt, dass sie nun weniger bloggen und mehr twittern. So what?! dachte ich. Ich habe das nicht so gehalten. Aber auch ich muss zugeben, wenn ich frühere Einträge anschaue: Das war persönlicher. Da kann man schon irgendwie nachlesen, welche wiederkehrenden Termine und Angewohnheiten man so hat. Schöne unbeschwerte Zeit.

Heute sind die lesenswerten Privatblogs meist anonym. Was ich mehr und mehr nervig finde. Ich will nicht bei jedem haltlos spekulieren müssen, wer sich dahinter versteckt, im Wissen, dass man es doch nicht herausfindet. Der frische Wind, den Facebook den sonst planlos Umhersurfenden genützt hat, er wäre in der Bloggosphäre gerade auch wünschenswert. Aber das käme eventuell den Unternehmen, die über soziale Netzwerke Geld verdienen wollen, in die Quere.

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hansen, eric t. – nörgeln !

buchleserNörgeln – wer kennt es nicht, wer tut es nicht, wen nervt es nicht? Eric T. Hansen hat sich des Themas auf sehr humorvolle Weise angenommen. Gerade auf den ersten Seiten erweist er sich als Fachmann des Nörgelns und des wissenschaftlichen Nörgelns.

In der Nörgelgeschichte der Literatur steht Faust als literarisches Meisterwerk einsam da. Goethes wahres Genie im Erschaffen dieser Jahrtausendfigur wird erst recht deutlich, wenn man Faust mit anderen großen literarischen Jammerern der Weltliteratur vergleicht. Wie viel konsequenter und authentischer wäre es gewesen, wenn Shakespears Hamlet ohne Grund unzufrieden wäre:

Bin ich nun, ach! Prinz,
erfolgreich, wohlhabend,
erbe demnächst ein Königreich,
und bin leider auch gutaussehend,
die sexy Ophelia macht mir durchaus
Augen mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und finde alles genauso Scheiße wie zuvor.

Die Lektüre unterhält also ganz beschaulich und enttäuscht auch sprachlich nicht. Ich vermisse dabei allerdings eine Abgrenzung von Nörgeln zu gerechtfertigter Kritik. War dieser Satz jetzt in Hansens Augen nur nörgeln? Im zweiten Teil des Buches geht dem Autor dann auch in dieser Hinsicht die Puste aus und es wird sehr weitläufig von Nörgeln gesprochen, was weder überzeugt, noch witzig ist. Dafür ist der Leser durch den ersten Teil schon hinreichend entschädigt. Eine unterm Strich sehr geistreiche Lektüre.

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hugo egon balder: ich habe mich gewarnt

Keine Ahnung, was der Titel soll. Dies ist eine biographische Anekdotensammlung aus dem Leben eines der wichtigsten TV-Macher der Bundesrepublik und sie liest sich sehr süffig. Insofern sollte jeder, der sich für das Fernsehen interessiert, dieses Buch zur Hand nehmen. Interessant finde ich ja, dass Balder sich einen nichtpraktizierenden Juden nennt, so als ob das etwas wäre wie Arzt sein. Das sage ich über mein Katholikendasein nicht, obwohl es wohl dasselbe gelebte Nichtpartizipieren betrifft. Nebenbei lese ich die Biographie von Walter Kohl, der schreibt, sein Vater hätte ihm den Imperativ Du musst stehen mitgegeben. Balders Mutter hat ihm den Imperativ Lachen mitgegeben. Und beide halten daran fest.

Der Eindruck, den das Buch hinterlässt ist etwas zwiespaltig: Der geradezu intellektuelle Antwortengeber aus Genial daneben ist hier nicht zugegen, viel mehr der Gaukler, der sich durchs Leben lavariert. Ab und an wünscht man sich, dass Balder mal schreibt, was er zu dem gerade Gesagten denn eigentlich selber denkt, wo seine Ängste sind. So bleibt nur die Geschichte eines Hans im Glück, der diverse Geschichten zu erzählen hat. Aber immerhin.

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kohl, walter – leben oder gelebt werden

buchleserIrgendwann schreibt Walter Kohl über Helmut Kohl vielleicht den traurigsten Satz, den ein Sohn über seinen Vater schreiben kann: Er habe nie eine rechte Verbindung zu seinem Vater gefunden. Und dabei bleibt es wohl auch, da beide inzwischen nicht mehr miteinander persönlich kommunizieren.

Walter Kohls Buch ist eine Mischung aus der Biographie des Sohnes eines weltbedeutenden Staatsmannes, und wie man darunter zu leiden hat, der Auseinandersetzung mit dem Vater und der Lebensbewältigungsstrategie eines Krisengängers.

Nun ist das Walter Kohls eigenes Buch, das darf er schreiben, wie er möchte. Mich hat etwas das mitleidige Erleiden des Kohldaseins gestört und die Lebenshilfe, die er anpreist. Andererseits ist es faszinierend, wie er seine eigene Familie zu analysieren weiß. Irgendwie dachte ich allerdings am Ende des Buches, nicht viel mehr über seinen Vater zu wissen als zuvor.

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