
Auf in die Urlaubsregion der Krim: Wir stranden in Privetjone, woanders wohl Township-Gegend tituliert: Selbstgebastelte Holzbutzen neben unfertigen Häusern. Irgendwas fertig zu machen, hat in der Ukraine irgendwie keine Tradition. Andererseits herrscht wohl im Sommer allenthalben Bauverbot.
Wir vertreiben uns die Zeit, indem wir uns erst einmal in die kalten Fluten des Schwarzen Meeres stürzen und Krimer Congak antesten.

Abends läuft im Fernsehen eine Serie über eine Frau namens Salami, einer dauerhektischen Blondine. Salami erfährt, dass ihr derzeitiger Lover sie mit einer anderen betrogen hat und schießt ihn in den Wind. Dann erklärt ihr Ex-Lover seiner Frau, dass er sich von ihr trennen will. Daraufhin holt sich die Frau von ihrem Geliebten, dem Anwalt ihres Mannes, die Adresse eines Killers, den sie auf ihren Mann ansetzt.
In der Zwischenzeit will ihr Mann Salami zurück, kriegt aber erst einmal nur eine saftige Watschn. Salami steigt in einen Zug, kriegt die Vorahnung eines nahenden Unheils, steigt irgendwo in der Pampa aus und trampt zurück. Der Anwalt der Ehefrau arrangiert, dass der Killer den Ehemann nur ausknockt, was am Strand der Krim auch so passiert. Die Salami ist nun zurückgetrampt und will ihren Ex-Lover und Wohlwiederlover im Krankenhaus besuchen — überlegt es sich in der letzten Sekunde anders. Sie schickt ihre Freundin mit Blinis mit Füllung zu ihrem Ex.
Ihr Ex wird entlassen, kommt nach Hause, um Unterlagen zu holen und möglichst seiner Frau nicht über den Weg zu rennen. Er sieht im Arbeitszimmer einen kaputten Blumenkübel, woraus er schließt, dass jemand hinter der Gardine steht. Daher nimmt er nun einen Feuerhaken und drischt auf die Gardine ein, wohinter sich tatsächlich eine masierte Gestalt verbirgt. Unser Held ruft die Salami an, diese kommt und er schickt sie weg, damit sie keine Probleme mit der Polizei bekommt.
Und schwupps ist die 30minütige Folge auch schon wieder vorbei. Besser hätte man das diskriminierende Frauenbild im russischen Sprachraum nicht auf den Punkt bringen können.



Tja, was gibt es schöneres zum Ende des Sommers, als die letzte Wärme dieses jenen welchen zu genießen. Wir haben das in Prag gemacht, in Düsseldorf war das so nicht mehr möglich. Zu Prag selber kann ich nun nicht sonderlich viel neues erzählen. Die Postkartenidylle nimmt einen schon sehr in den Bann. Zum genießen ist die Stadt auch sicher bei schlechtem Wetter etwas. Wir kamen freitags an und uns zog es zunöchst in folgendes kleines Restaurant:
Schöne Grüße also von hier aus nach Maffersdorf. Auf meinem Teller, der zügig angerauscht kam, entdeckte ich dann das da:
Rindsfleisch mit Sahne, Senfstunke und Spongebobs. Letztere ähneln sehr diesen Simpsonsschwämmen, die alles aufsaugen können. Sie schmecken allerdings sehr labberig. Ich habe nur die Hälfte geschafft. Man kann sie auch im Supermarkt kaufen, wo sie als Ja!-Produkt vertrieben werden, wobei Ja!-Sachen dort clever heißen.

Bevor sich die Batterien meiner Kamera dann gänzlich verabschiedeten, knipste ich noch ein Foto des Metronoms, das vom Berg aus für das Anbrechen einer neuen Zeit steht:

