Montag, den 3. September 2012   

krim-logbuch, tag 5

Heute Strand­tag. Nichts son­der­lich Nen­nenswertes passiert. Dafür kann ich kurz meine Erfahrun­gen mit dem Wod­ka­trinken mit Russen fes­thal­ten. Inzwis­chen habe ich mir übri­gens auch Hil­fe für meinen Russen­be­griff geholt. Jemand meinte, da Rus­s­land früher größtes Gebi­et in der Sow­je­tu­nion gewe­sen sei, hiel­ten sich halt viele auch heute noch für Russen.

Der Wod­ka ist für Russen Nation­al­getränk. Er wird oft­mals bis zur starken Alko­holisierung getrunk­en, was man Leuten, die das Trinken gewöh­nt sind, aber manch­mal nicht son­der­lich anmerkt. Die Russen essen beim Wod­ka­trinken viel und trinken Wass­er, was sie widerum mehr trinken lässt und die Küche ist ab und an so fet­tarm, dass das Essen, schätzungsweise 2–3 ganze Mahlzeit­en, nicht direkt ins Gewicht fällt. Ander­er­seits waren bei meinen Erfahrun­gen die größten Trinker die, die mehr als 110 Kilo auf die Waage brin­gen. Mir hat das Essen gar nicht so gut geschmeckt, aber wer mithal­ten will, der isst eben auch ordentlich.

Das ver­meindlich Gute am Wod­ka­trinken ist, dass er sel­ten einen Kater verur­sacht. Der einzige, den ich hat­te, ließ sich mit ein­er ort­süblichen Tablette, die allerd­ings keine Pack­ungs­beilage mit sich führte, beheben. Ich hätte also dur­chaus abends weit­er­saufen kön­nen. Das habe ich nicht getan, weil ich zwar keinen Kater, aber gefühlt Herzrasen hat­te. Bei der Menge an Alko­hol, die wir in ziem­lich kurz­er Zeit getrunk­en hat­te, ver­wun­dert mich das nicht. Dieses Herzrasen ist bei Russen nicht unbekan­nt und dage­gen holen sie sich auch etwas aus der Apotheke — anstatt ihre Feiern schlicht so zu gestal­ten, dass sie unterm Strich weniger Alko­hol bei gle­ichem Beneblungssta­tus kon­sum­ieren.

Aber an sowas denkt der gemeine Russe nicht. Das Trinken wird sel­ten in Frage gestellt. Mir scheint, die so trink­enden Russen merken auch
nicht, wieviel Alko­hol sie da dauernd in sich rein­schüt­ten. Ein­er mein­er Mit­trinker hat an einem Abend so 8 Wod­ka und 4 Con­gak ais einem 3cl Gläschen
getrunk­en. Bis Mit­ter­nacht. Und der fährt am näch­sten Mor­gen um 9 schon
wieder Auto ohne, dass das irgend einem Ein­heimis­chen komisch vorkommt. In mein­er sozialen Umge­bung wäre das eher
unwahrschein­lich.

Man kann sich mal auf so ein Trinken ein­lassen, aber mehrmals die Woche würde ich sowas nicht mehr einge­hen wollen. Das ist wed­er fair anderen gegenüber, noch son­der­lich gesund. Ich für meinen Teil abs­tiniere die kom­menden Tage gän­zlich.

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