Samstag, den 1. September 2012   

krim-logbuch, tag 3

Auf in die Urlaub­sre­gion der Krim: Wir stran­den in Priv­etjone, woan­ders wohl Town­ship-Gegend tit­uliert: Selb­st­ge­bastelte Holzbutzen neben unfer­ti­gen Häusern. Irgend­was fer­tig zu machen, hat in der Ukraine irgend­wie keine Tra­di­tion. Ander­er­seits herrscht wohl im Som­mer allen­thal­ben Bau­ver­bot.

Wir vertreiben uns die Zeit, indem wir uns erst ein­mal in die kalten Fluten des Schwarzen Meeres stürzen und Krimer Con­gak antesten.

Abends läuft im Fernse­hen eine Serie über eine Frau namens Sala­mi, ein­er dauer­hek­tis­chen Blon­dine. Sala­mi erfährt, dass ihr derzeit­iger Lover sie mit ein­er anderen bet­ro­gen hat und schießt ihn in den Wind. Dann erk­lärt ihr Ex-Lover sein­er Frau, dass er sich von ihr tren­nen will. Daraufhin holt sich die Frau von ihrem Geliebten, dem Anwalt ihres Mannes, die Adresse eines Killers, den sie auf ihren Mann anset­zt.

In der Zwis­chen­zeit will ihr Mann Sala­mi zurück, kriegt aber erst ein­mal nur eine saftige Watschn. Sala­mi steigt in einen Zug, kriegt die Vorah­nung eines nahen­den Unheils, steigt irgend­wo in der Pam­pa aus und trampt zurück. Der Anwalt der Ehe­frau arrang­iert, dass der Killer den Ehe­mann nur aus­knockt, was am Strand der Krim auch so passiert. Die Sala­mi ist nun zurück­ge­trampt und will ihren Ex-Lover und Wohlwiederlover im Kranken­haus besuchen — über­legt es sich in der let­zten Sekunde anders. Sie schickt ihre Fre­undin mit Bli­n­is mit Fül­lung zu ihrem Ex.

Ihr Ex wird ent­lassen, kommt nach Hause, um Unter­la­gen zu holen und möglichst sein­er Frau nicht über den Weg zu ren­nen. Er sieht im Arbeit­sz­im­mer einen kaput­ten Blu­menkü­bel, woraus er schließt, dass jemand hin­ter der Gar­dine ste­ht. Daher nimmt er nun einen Feuer­hak­en und drischt auf die Gar­dine ein, wohin­ter sich tat­säch­lich eine masierte Gestalt ver­birgt. Unser Held ruft die Sala­mi an, diese kommt und er schickt sie weg, damit sie keine Prob­leme mit der Polizei bekommt.

Und schwup­ps ist die 30minütige Folge auch schon wieder vor­bei. Bess­er hätte man das diskri­m­inierende Frauen­bild im rus­sis­chen Sprachraum nicht auf den Punkt brin­gen kön­nen.