verachtenswerte werbung (2): bierseliges weltretten

Ich habe in ein­er vorherge­hen­den Aufze­ich­nung geschrieben, welche unter­schiedlichen Arten es gibt, auf denen kom­merzielle Wer­bung dem Ver­brauch­er nahe tritt. An dieser Stelle möchte ich der besch…ensten Art alle Ehre machen.
Ein großer deutsch­er Bier­her­steller wirbt mit TV-Größe Gün­ter J. dafür, dass man für jede Kiste ihres Getränks einen 1m² Regen­wald bekommt. Trinkt Alko­hol und ihr seid moralisch gut. Ihr ret­tet den Regen­wald. Das sollte euch der Kauf unseres Getränks doch wert sein.
Ich gönne der Fir­ma ihre Prof­ite, ich unter­stütze das Kaufen von Getränken in Getränke­marken, aber dieses ver­lo­gene Gut­sein, was durch diese Wer­beak­tion her­auf­beschworen wird, ist schon eine derbe Angele­gen­heit. Ich hadere immer damit, wenn kom­merzielle Pro­duk­te mit ein­er moralis­chen Farbe angestrichen wer­den. Was hat Bier mit dem Regen­wald zu tun? Ver­schuldet sich die Bier­brauerei etwa dabei, wenn es neben dem Bier noch ein Stück Regen­wald raus­gibt? Was kostet denn das wohl?

Nun, früher ein­mal kostete 1 Hek­tar Regen­wald 200 DM, das wären keine 100€. 1 Hek­tar sind 10.000m². Das bedeutet, dass 1m² Regen­wald 2 Cent kostete. Von drastis­chen Preis­steigerun­gen beim Regen­wald­squadrat­meter habe ich in let­zter Zeit nichts ver­nom­men.

Braucht es für Sie auch nicht mehr als 2 Cent, um sich als Gut­men­sch zu fühlen? Dann erk­läre ich ihnen kurz, wie man sich noch bess­er fühlen kann. Kaufen Sie eine Bil­lig­bier­marke und stellen Sie diese kalt. Kalt schmeck­en die meis­ten Biere ähn­lich. Und die 3–6 € Unter­schied zur K*-Kiste spenden Sie. Das wär mal eine Aktion. Und sie müssten noch nicht­mal schein­heili­gen Moral­is­ten anheim fall­en.


Link: Regenwald.org

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