seltsamer brieftaschenklau

Blöd, wenn man so ein Gewohn­heit­sti­er ist, das glaubt, ihm würde so schnell nichts passieren. Das ist so das Erste, was ich dachte, als ich am Biele­felder Bahn­hof nach minuten­langem Taschen­durch­suchen meine Geld­börse nicht fand. Ich hat­te nichts run­ter­fall­en hören, nie­mand hat­te mich angerem­pelt, aber ich wusste eben auch nicht, wo ich das Port­mon­naie nach der Geld­ab­hol­ung vom Auto­mat­en hingesteckt hat­te.

Ja, gut, was will­ste machen. So stampfte ich erst­mal bei der Polizei rein. Nettes Per­son­al da am Bahn­hof, ruhig, fre­undlich, ungenervt: “So schnell wird bei der Stadt­bahn anrufen eher wenig ergeben”. Während ich da einen Zettel mit meinen Per­son­alien vol­lkritzelte, bim­melte mein Handy: “Ja, Tach, ver­mis­sen sie was?”

Hmm. Also fix entschuldigen, zurück­fahren zum Info-Stelle der Uni, von wo der Anruf kam, geglück­te Iden­ti­fika­tion mein­er­seits, ein Blick nach den Scheinen im Inneren der Börse, noch Scheine da, und ein Zettel aufnehmen, auf dem ste­ht, welche zwei Mädels das Fund­stück abgegeben haben.

Aber immer noch ziem­lich­es Unver­ständ­nis mein­er­seits, wie mir das Ding abhan­den kam. Noch mal ein Blick auf die Scheine und hop­pala, da fehlt ein Zwanziger.

Auch selt­sam. War da doch ein Langfin­ger? Warum nimmt der nicht alles? Die Mädels wer­den es wohl nicht sein, wer nimmt sich im vorhinein Find­er­lohn? Oder wer nimmt sich was und gibt dann seine Per­son­alien an einem Info-Stand ab?

Also klin­gel ich mal bei einem der Mädels durch und meine kleine Men­sch­en­er­fahrung sagt sogle­ich: Wirk­lich nur eine aufrichtige junge Stu­dentin. Dann soll sie sich mal über­legen, was sie und ihre Fre­undin als Find­er­lohn haben möchte und mir das mailen, ich komm dafür auf.

Das Port­mon­naie hat sie am Ein­gangstür der U‑Bahn gefun­den. Selt­sam. Mir springt doch nicht ein­fach an der Ein­gangstür die Geld­börse aus der Tasche. Aber okay, bish­er nur 20 Ock­en Ver­lust plus ein­mal Kino für 2 oder sowas. Ver­schmerzbar, aber den­noch komisch.

Ja, gut, man kann ja mal bei der Polizei anrufen, ob die damit was anfan­gen kön­nen.

Ich: Also 20€ sind weg, ich weiss aber nicht genau wann, wie oder wer?
Polizei: Und die Mädels?
Ich: Würd Stein und Bein schwören, dass die das nicht waren, viel zu nett. Und wer gibt sich zu erken­nen, wenn er was klaut?
Polizei: Nö, schon ungewöhn­lich, eigentlich wird die Geld­börse kom­plett geleert und irgend­wohin geschmis­sen.
Ich: Ist nicht wirk­lich aus­sicht­sre­ich oder kön­nen Sie damit was anfan­gen?
Polizei: Na, das würd ich so nicht sagen.
Ich: Wie?
Polizei: Na, die haben doch Videoüberwachung in der Stadt­bahn. Wenn Sie noch wis­sen, wann sie da gefahren sind, kann man ja mal nachguck­en, was da so passiert ist in der Bahn.

Ja, dann schaun wir doch mal, ob da alles mir recht­en Din­gen zu ging.

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