maigangsingsang

Gestern warn wir auf der Osnabrück­er Mai­woche. Musikalisch ist da alles gecovert wor­den, was sich nicht schnell genug verziehen kon­nte. Die Top40-Band inner Innen­stadt war zwar stim­mig, aber nicht unbe­d­ingt top. Naja, durchqui­etscht­en schiedlich­friedlich alle gäni­gen deutschen Stücke der jün­geren Neuzeit von Nena über Juli zu Sil­ber­mond. Auf der Krach­mach­bühne waren die Nutel­li­ca-Jungs aus mein­er Heimat­stadt. Warn okay, nichts neues, alles ken­nt man irgend­wie, aber gut. Richtig gefall­en aber hat mir wieder ein­mal Chris Paul­son, bei dem wir einen astreinen Theken­steh­platz ergat­tern kon­nten und so sang man sich bis zwölfe die Kehle heis­er. Nee, wat schöööön. Er ist die ganze Woche wohl noch da, also wen es ansatzweise inter­essiert, immer man hin, echt klasse.

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gebremste nachtagseffizienz

9 Uhr: Schlage die Augen auf, Blick auf die rote Radioweck­er­anzeige. Wun­dere mich, nur 4 Stun­den geschlafen zu haben. Der Tequi­l­la hat keinen Kater hin­ter­lassen, nur ein etwas zemen­tiertes Hirn. Noch genü­gend Zeit bis zum Vor­trag um 12
9.11 Uhr: Aufrecht sitzen für Anfänger
9.13 Uhr: Ertappse mich von dem Bett aus in Rich­tung Schreibtis­chstuhl.
9.43 Uhr: Beende eindi­men­sion­ales Sehver­hal­ten und schwenke meinen Blick. Erin­nere mich bei diesem Agieren, dass die let­zte Essen­sauf­nahme mehr als 20 Stun­den her ist und greife nach der Reiswaf­feltüte, das einzig Ess­bare in Gren­znähe
9.44 Uhr: Bestre­iche eine Reiswaf­fel mit Honig
9.45 Uhr: Erkn­ab­bere ein Klein­teil der Reiswaf­fel und kaue
9.46 Uhr: Eilmel­dung meines Magens: “Reiswaf­fel? Hast du’n Schuss???”. Lehne mich daraufhin langsam zurück
9.58 Uhr: Magen stellt seinen Protestkundge­bung wegen der drei Reiskörn­er ein
10.37 Uhr: Erste Gehver­suche
11.23 Uhr: Nach län­gerem Badez­im­mer­aufen­thalt Fest­stel­lung, dass ich das Geld und meine Ausweise in der Uni gelassen hab
11.27 Uhr: Spon­tan­er Spatzier­gang zur Uni, frische Luft tut ja auch gut
11.35 Uhr: Petrus macht sich ein Späss­chen und lässt ein paar Wolken über meinem Kopf platzen
11.58 Uhr: Durch­nässter Ankun­ft in der Uni
12.01 Uhr: Ade­quate Begrüs­sung durch unseren Scheff-Alki: “Mann, siehst du sch… aus!”
12.09 Uhr: Nach wilden Ver­suchen, den PC unter Kon­trolle zu brin­gen, renne ich eiligst einiger­maßen ziel­ge­nau durchs Trep­pen­haus zum Kopier­er mit meinem Hand-Out
12.43 Uhr: Beende mein Refer­at mit Blick in die Runde, keine Fra­gen, wenig Ver­ständ­nis, lehne mich zurück und genieße den Feier­abend…

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pferde stehlen, äpfel schälen, das war baaabitschkaaa

Wer ihn noch nicht ken­nt, hier ist Lubo¹ Motl, er ist techechis­ch­er Har­vard Dozent, Experte der StringTh­e­o­rie, im speziellen der MatrixStringTh­e­o­rie, und ein­er der unbeg­nadet­sten Sänger, die man sich vorstellen kann. Das hat ihn nicht daran gehin­dert, diverse uber­play­back­te Songs ins Netz zu stellen. Für einen irgend­wie einzi­gar­tiges Musik­er­leb­nis empfehle ich “Bohemi­an Rhap­sody” von Queen, “Gimme gimme gimme (a man after mid­night)” von ABBA, “Always” von Bon Jovi oder auch “Los­ing my reli­gion” von R.E.M. — einzelne Textpas­sagen gewin­nen halt erst durch Inter­pre­ta­tion ihren Reiz. Für ganz Hart­ge­sot­tene gibts “Babitsch­ka” von Karel Gott, “Mate­r­i­al Girl” von Madon­na oder der Deutsch­land­hymne erste Stro­phe. Viel Spass beim Hören und Mit­gröhlen, ist lei­der akut ansteck­end 😉

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buntes schwarzwaufweiß

Es gibt ja nir­gends ein Forum für Hei­den­re­ichs Bücher­runde oder Schecks “druck­frisch”- beis­sende Kom­mentare. Kri­tik über die Kri­tik­er lässt sich nur unter Mühen und am Rande erhaschen. Deswe­gen nun mein Resümee: Denis Scheck gefällt mir eigentlich sehr gut, bess­er als Elke Hei­den­re­ich, deren Buchgeschmack mir zu kitschig erscheint (Die Sendung mit Har­ald Schmidt war aber klasse). Ich muss allerd­ings zugeben, noch keime Buchtipp von Sehenk gefol­gt zu sein. Immer­hin war er ein­er der ersten, der Schätz­ings Schwar pro­motet hat. Ich freue mich immer, Paul Ker­sten vom ndr3 auf der Mattscheibe zu sehen. Seine Kri­tiken finde ich immer höchst unter­halt­sam und sehr ver­stänldich. Thea Dorn dage­gen halte ich für völ­lig fehlbe­set­zt. Die Sendung “Schümer und Dorn” ist völ­lig über­heizt, die Ver­wen­dung des Kün­stler­name “Thea Dorn” schon äußerst miss­lun­gen und eben­so die Kom­mentare. Ange­blich unterichtet sie Philoso­phie an der FU Berlin, wird dort aber nir­gends aufge­führt — wed­er unter richtigem noch Kün­stler­na­men. Jür­gen von der Lippes Büchertalk Ende let­zten Jahres war dage­gen wieder mal eine ehr schöne Erneuerung mit Gästen. Zwar meist nur komis­che Lit­er­atur, aber immer­hin niveau­vol. Also dem­nach sind meine Charts:

1. Paul Ker­sten — Bücher­jour­nal (ndr3)
2. Denis Scheck — druck­frisch (ARD)
3. Jür­gen von der Lippe — Was liest du? (WDR)
4. Buchbe­sprechun­gen in der Kul­turzeit (3sat)
5. Mar­tin Lütke ‑Lit­er­atur im Foy­er (SWR)
6. Roger Willem­sen — Der Lit­er­atur­club (SF DRS, 3sat)
5. Elke Hei­den­re­ich — Lesen! (ZDF)
let­zter Platz — Thea Dorn und Dirk Schümer “Schümer und Dorn — der Büchertalk (SWR)

… mehr Sendun­gen hab ich mir nicht ange­tan bish­er 😉 Gibt noch den Mark­wort auf 3sat, aber vom Focus­Mach­er inter­essiert mich am aller­wenig­sten sein Buchgeschmack.

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julchen, wir haben ein problem

Wer­im­mer schon ein­mal eine bedeu­tungss­chwanger daher­guck­ende Frau sehen wollte, der hätte gestern Sat1 *Pow­ered by emo­tion* schauen müssen. Man sah “Genial daneben”, einen tre­f­fend­eren Titel hätte man sich für den Abend auch nicht denken kön­nen. Zwis­chen abge­grif­f­e­nen Schoten ein­er gle­ich­nah­mi­gen Sendung wurde rüber zum Peter­splatz in den Vatikan geschal­tet, um zumin­d­est räum­lich ein wenig in der Nähe zu sein, wenn der amtierende Pon­tif­ex max­imus den Löf­fel in die Geschirrschublade schmeisst. Der Zuschauer sollte wohl erst lachen, lachen, lachen, dann 5 Minuten Wer­bung inhalieren, dann ban­gen, ban­gen, ban­gen, um dann wieder zu lachen, lachen, lachen — der lustige Teil des Abends war ja noch nicht vor­rüber. Was tut man nicht son­st noch so alles gerne auf Kom­man­do. Mitlei­dig musste man das gesicht­ser­star­rte Hasi betra­cht­en, dass eine Mod­er­a­torin imi­tierte und gar­nicht zu wis­sen schien, was das ganze soll. Nun, der Zuschauer wusste es auch nicht. Bei der­art pein­lichen Aktio­nen schickt Sat1 dann sicher­erweise auch lieber Frauen an die forder­ste Front — sich­er ist sich­er, nicht dass ein Mann noch seinen Ruf ver­liert. Immer­hin entsch­ied man sich, diese son­st üblichen lusti­gen Kam­er­ae­in­stel­lun­gen “Ansager von links, Ansager mit­tig, Ansager rechts” und albern gestikulierende Akteure nicht einzuset­zen. Wenn Pri­vat­sender ernst sein wollen, ist halt alles anders. Mich hat der ganze fiebrige Unsinn derbe an Haslingers Opern­ball erin­nert, in dem auch Medi­en von ein­er Schock­si­t­u­a­tion ergrif­f­en taumel­nd umher­bericht­en. Aber man liest ja auch, um Dejá vus zu kriegen.

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dröge geiselhaft

Sind Kar­fre­itage nicht lang­weilig? Boah, gestern hat­te ich echt Mühe, mich zu was aufzu­raf­fen. Da muss man sich echt in den Aller­w­ertesten treten. Ich glaub, ich ver­plane mir meine Kar­fre­itage zukün­ftig. Hab immer­hin noch etwas Lit­er­atur durchgeack­ert, ein wenig gepröd­delt und abends noch auf ein Bier mit Bekan­nten einen Bruce-Willis-Streifen reinge­zo­gen. Hostage ist zwar auch nicht so der Brüller, aber passte ganz gut zum Anlass. Was wird man vom Kar­fre­itag anderes als in Geisel­haft genom­men?

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wenn du denkst, du denkst

Cheer­leader sollen “fam­i­lien­tauglich” anfeuern: “Das hat doch nichts mehr mit Spa­gat und Flick­flack zu tun.” Mit diesen Worten begrün­dete der tex­anis­che Kon­gress­ab­ge­ord­nete Al Edwards einen von ihm vorgelegten Geset­zen­twurf, der kün­ftig “anzügliche Bewe­gun­gen” der Cheer­leader ver­bi­eten soll. Foot­ball-Match­es an Uni­ver­sitäten und Schulen müssten wieder “fam­i­lien­tauglich” wer­den, fordert Edwards und ste­ht damit nicht alleine da. Denn der selb­st in den puri­tanisch geprägten USA ungewöhn­liche Geset­zen­twurf find­et immer mehr Anhänger. “Wie sie ihren Kör­p­er bewe­gen, das ist rein sex­uell”, sagte Edwards. “Wir wollen das nicht mehr sehen, oder wir stre­ichen möglicher­weise die Gelder.”

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die großmeister des klassischen blues

Was gibts schöneres als als Mann hin­ter der Theke den Klän­gen von ver­dammt guten Blues-Spiel­ern zuzuhören? Zugegeben: Sicher­lich einiges, aber für einen Fre­itag-Abend wars eine sehr groovige Form der Unter­hal­tung. An solchen Aben­den merkt man immer schnell wie lange man sowas schon nicht gehört hat. War aber auch echt ne klasse Vorstel­lung von Net­zer und Scheytt, wärm­stens seien sie emp­fohlen an dieser Stelle. Nur komisch, dass selb­st die Leute vor der Theke in der Hal­bzeit­pause anfan­gen, in groben Zügen über ihr eigenes tristes Leben zu reflek­tieren. Mann hats nich leicht…

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erste opfer von harald schmidt

Was mir in Erman­gelung von Fernse­hguckzeit ent­gan­gen ist, ist, dass Michi Herl wegen der Betitelung des hr als “Schnar­ch­sender” bei latelounge raus­geschmis­sen wurde. Ich mein, sowas ist auch mal ne Ausze­ich­nung, keine Frage. Erste Speku­la­tio­nen bein­hal­ten, dass die ARD neben der nächtlichen Sendung von Har­ald Schmidt kein zweites der­ar­tiges For­mat haben wollte. Dabei ist latelounge ziem­lich erfol­gre­ich. Ver­steh ein­er die Fernsehmach­er.

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la boom

Man fühlt sich ja auch selb­st langsam etwas älter. Drei mein­er ehe­ma­li­gen Fre­undin­nen sind inzwis­chen Mama (Anmerk.d.Red.: Ich war unschuldig) und fra­gen unsere­ins aber dann gerne mal, ob man nicht so langsam sesshaft wer­den wolle. Wasim­mer sesshaft jet­zt schon wieder heißen soll. Aber egal. Voller Stolz kann ich ver­melden, dass ein­er davon inzwis­chen astrein Nichti­mam­ma! sagen kann. Und er weiss auch schon wer das ist, ein­wand­frei ;-). Anson­sten ist man als Nah­este­hen­der eher dazu degradiert Sab­ber­pup­pen oder Holzen­ten zum Hin­ter­herziehen zu schenken, aber auf gar keinen Fall Sieko-Autos oder süßes Zeugs. Dann kön­nen Mamis aus­ge­sprochen giftig wer­den. Der­ar­tige Dinge sind qua­si lebens­ge­fährlich. Dies ist eine wertvolle Infor­ma­tion für alle kom­menden MiKs (Män­ner in Kindernähe) und braucht nicht erst auf die Probe gestellt wer­den, glaubts ein­fach ;-). Am aller­allerbesten sind aber solch sin­nvolle Sachen wie Ther­mome­ter für die Bade­wanne, Fläschchen­wärmer oder einen Wick­eltischheizs­trahler. Das ganze nen­nt sich dann Baby-Zube­hör und von dem ist eigentlich alles wichtig und sin­nvoll, egal was die Kurzen davon hal­ten. Und komm als Mann ja nicht mit noch einem Schnuller statt des ersehn­ten Plas­tik­ther­mome­ters an. Dann ist Eiszeit ange­sagt, die man erst mal brechen muss. Dann muss man sich als inkom­pe­ten­ter Mann eine schlaue Bemerkung ein­fall­en lassen, die eine Mut­ter nicht kri­tisieren will und wohlwol­lend aufn­immt: Der stram­pelt aber krä­fitg, Der stemmt sich aber schon ganz schön ab, Das wird mal ein ganz Großer und wenn die Mami es haben kann: Der ist nen ganz Intel­li­gen­ten. Aber Vor­sicht: Für Mut­tis ist es tages­formab­hängig, dich bei der­ar­ti­gen Äußerun­gen als wertvollen eben­bür­ti­gen Gesprächspart­ner zu akzep­tieren oder als Abkömm­ling der Spezies unter­set­zter kindis­ch­er Sprüchek­lopfer (Fach­beze­ich­nung MÄNNER!). Und enthalte dich ja dein­er Mei­n­ungsäußerung, wenn dir erk­lärt ist, dass der kleine Matz schon für den Wald­kinder­garten angemeldet ist. Hier wird deine Mei­n­ung ein­fach nicht gebraucht ;-).

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