it’s raining, men

cnn

Um mal zu sehen, welchen Ansicht­en man beim deutschen Fernse­hen unter­wor­fen ist, ist dieses Bild ganz gut. Da hat CNN doch tat­säch­lich eine gut ausse­hende, dicke, schwarze Mod­er­a­torin für die Wet­terkarte genommen.

Sollte ich es nochmal erleben, dass das ZDF, ARD, RTL oder so eine der­ar­tige Frau vor die Wet­terkarte stellt, gebe ich jedem, der sich an diesen Ein­trag erin­nert, einen aus. Gut, man sieht nicht mehr viel von der Karte, aber ist doch wumpe. Warum macht uns unser Fernse­hen vor, es gäbe nur mäßig ernährte Weiße in Deutsch­land? Und Cher­no Jobatei.

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hoersters rechtspositivismus

Heute gab es ein kleines Sem­i­nar von Nor­bert Hoer­ster, an dem ich teilgenom­men habe. Eigentlich ist es so eine Art Frages­tunde zu dessen Ansicht­en gewesen.

Hoer­ster ist in den 90ern von Stu­den­ten bedrängt wor­den. Der AStA Mainz hat sich damals unrühm­lich her­vor­ge­tan, indem Boykotte Hoer­sters ini­ti­iert wur­den. Das ist sicher­lich ein Armut­szeug­nis der Stu­den­ten gewe­sen. Wer immer an eine Uni­ver­sität kommt und bere­it ist zu argu­men­tieren und zu disku­tieren, hat ein Recht darauf gehört zu werden.

Nun ist Nor­bert Hoer­ster einen solchen Heiopei auch gar nicht wert gewe­sen. Seine Ansicht­en sind zwar etwas ein­seit­ig, aber son­der­lich ver­het­zend oder neg­a­tiv wirk­end auf andere, nein, das sind sie nicht. Er ver­tritt einen Recht­spos­i­tivis­mus, der mir per­sön­lich zu seicht ist. Einige Büch­er, die er her­aus­gegeben hat, sind allerd­ings dur­chaus lesenswert (Recht und Ethik, Ethik und Inter­esse). Er habe damit eine Ethik geschaf­fen, so der Bund der Geis­tes­frei­heit, ohne auf Meta­physik zurück zu greifen.

Aber man muss inhaltlich schon so einiges kaufen, um Hoer­sters Sichtweise gut zu find­en. Meta­physik wird ein­fach ver­wor­fen, ohne beispiel­sweise darauf ein zu gehen, dass bspw. Kant damit ana­lytis­che Sätze, deren Gültigkeit nicht auf Erfahrung beruht, meint. Und von der­ar­ti­gen Sätzen macht Hoer­ster auch Gebrauch. Das wird etwas dadurch kaschiert, dass er andauernd auf irgendwelche Beispiele einge­ht, wobei unklar bleibt, weswe­gen der­ar­tige Beispiele allein seine The­o­rie hal­ten sollen.

Für Hoer­ster geht Moral zurück auf die Inter­essens­dar­legun­gen von Men­schen und unter Inter­essen kann nun alles gefasst wer­den. Sofern (Stan­dard­ex­trem­beispiel) im Drit­ten Reich eine Mehrheit des Inter­ess­es gewe­sen ist, bes­timmte Per­so­n­en­grup­pen zu ver­gasen, wäre das moral­sich recht­ens. Es gibt zumin­d­est nichts in der Hoer­ster­schen The­o­rie, was dage­gen spräche. Aber auch das Gebot, im The­ater darf man nur blaue Hosen tra­gen, kön­nte für Hoer­ster ein moralis­ches Gebot sein.

Nein, meines Eracht­ens schlingert Hoer­sters The­o­rie enorm, geht zu wenig auf offen­sichtliche Kri­tikansatzpunk­te ein und ver­weist oft nur darauf, wer gegen ihn sei, müsse eine andere The­o­rie vorlegen.
In der Diskus­sion wurde her­aus­gestellt, dass es keine opti­male Trennschärfe von Hoer­sters moralis­chen und anderen Nor­men gibt. Dazu scheint mir auch Hoer­sters The­o­rie ein­fach zu flach zu sein. Sie inter­essiert mich auch nicht son­der­lich, da die Aus­gangslage mir unzure­ichend begrün­det ist. Nur zu sagen, weg mit meta­ph­ysis­chem Denken, wir fan­gen bei ein­er Tab­u­la rasa ein, klingt ver­lock­end, aber eben auch viel zu seicht.

Ich bleibe da bei Kants Argu­men­ta­tio­nen, die Hoer­ster etwas aben­teuer­lich als in der Luft hän­gend beschreibt. Ein inten­siveres Studi­um der kan­tis­chen Texte legt diese Ansicht allerd­ings nicht sehr nahe.

Spätestens als beim Essen hin­ter­her Hoer­ster dafür ein­trat, Geis­teswis­senschaften und The­at­er­auf­führun­gen, die staatlich finanziert wür­den, zu stre­ichen, weil die nichts brächt­en, run­zelte auch der let­zte Anwe­sende mit der Stirn.

Ich habe keinen son­der­lich inter­es­san­ten Gedanken durch Hoer­ster gewon­nen. Dazu war das Aufeinan­dertr­e­f­fen gut und damit ist Hoer­ster für mich ad acta gelegt.

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