so ist das mit dem journalismus

Neulich erzählte mir jemand, bei der Lokalzeitung sei das so eine Sache mit der kri­tis­chen Berichter­stat­tung. Wenn der gemeine West­fale einen Veriss läse in der Zeitung, dann würde der pampig reagieren, einen bösen Leser­brief schreiben und dann die Zeitung abbestellen. Heutzu­tage natür­lich ein ger­adezu ver­häng­nisvolles Ver­hal­ten. Wer abon­niert schon wieder eine Zeitung, die er mal abbestellt hat. Daher würde man kritsche Bemerkun­gen bei der Zeitung inzwis­chen eher vermeiden.

Aber­mals neulich erzählte mir jemand von einem Konz­ertabend, den er besucht habe. Die Band wäre noch pass­abel gewe­sen, die Sän­gerin aber hätte nie zur recht­en Zeit einen richti­gen Ton getrof­fen. Nach der Pause hing sie wohl so inten­siv an ihrem Mikro­fon­stän­der, dass sich der Ein­druck nicht ver­scheuchen ließ, dass sie derbe einen im Tee hat­te. Derbe einen im Tee habe dann wohl auch der Zeitungs­berichter­stat­ter gehabt, dem das schau­drige Gekrächze laut Zeitungs­bericht wie hold­er Engels­ge­sang vorgekom­men sein muss.

Die Real­ität schön schreiben als Wirtschaftsmod­ell — da schreibt man sich wohl eher von der einen in die andere Krise.

Weiterlesen