Samstag, den 6. März 2010   

seltsame stilblüten der lokalpresse

Um ihren Lesern

lokal-, regional, bundes- und weltweit interessante Themen anbieten

zu können, übernimmt das Lokalblättchen meiner Heimatstadt nun Texte der Zeitung Die Welt des Axel Springer Verlages. Für den Axel Springer Verlag ist das natürlich gut: So kann man einfach alte Texte nochmal zu etwas Geld machen. Für den Leser ist das weniger prickelnd, denn der heutige Text ist einfach alt und hier und hier schon veröffentlicht.

Wenn ich Die Welt lesen wollte, würde ich Die Welt kaufen. Lokalzeitungen sind meines Erachtens wesentlich besser beraten, ihre Investitionen in ihre eigene Qualität, ihre eigenen Redakteure zu stecken.

Es ist ein seltsamer Gedanke der Redaktionsleitung, dass dieser Text ein Leserinteresse befriedigt. Als ob der Text außerordentlich gut wäre, als ob es nicht die Möglichkeit gäbe, im Internet Texte zu lesen, als ob es nicht die Möglichkeit gäbe, andere Zeitungen neben dem Lokalblatt zu lesen.

Aber bei Lokalzeitungen werden ja so manche seltsamen Ansichten vertreten.


Samstag, den 6. März 2010   

systematisches in der grundschule

Neulich in einer Grundschulklasse. Die Klasse arbeitet fleissig, da geht die Tür auf: Ein empörter Vater stürmt in die Klasse und brüllt:

Frau F.! Das können Sie so nicht machen! Sie haben uns geschrieben, unsere Tochter kommt jeden Tag 20 Minuten zu spät zum Unterricht! Das stimmt überhaupt nicht! Das sind höchstens 15 Minuten!

– Vielleicht sollten Sie das Frau F. sagen, ich bin nicht Frau F.

Ach, Unsinn. Das hat doch alles System! Komm Kind, wie gehen!

– Papa, wir schreiben gerade eine Mathearbeit.

Schnaubend verlässt der Vater das Klassenzimmer. Meldet sich der kleine Max:

Boah,

und legt sich seine kleine Hand auf die Brust,

hab‘ ich mich erschrocken! Ich dacht‘, dat wird ’n Amoklauf!