Archiv für Januar, 2005
Mittwoch, den 26. Januar 2005   

das gibt’s doch gar nicht

Let­ztes Woch­enende hat­te ich ne nette Diskus­sion um das Wort Stu­den­ten. An deutschen Uni­ver­sitäten wird seit einiger Zeit dieses Wort in Anre­den etc. abgelöst vom Wort Studierende, damit nicht der Anschein aufkommt, man meine unter­schwellig-assoti­ierend lediglich oder vornehm­lich männliche Stu­den­ten. Eine der­meinige Disku­tan­tin ist mir also let­ztes Woch­enende begeg­net. Um mitzud­isku­tieren bastelte ich mir also fix eine dreistu­fige Strate­gie: Erstens verdächtigte ich diejeni­gen, die Stu­den­ten-Ver­wen­dern Diskri­m­inierung vor­war­fen selb­st Diskri­m­inierung, da man doch gar nicht weiss, in welch­er Inten­tion das Wort gebraucht wird. Hier­bei nahm ich natür­lich diejeni­gen aus, die offen­sichtlich ein der­ar­tiges Wort diskri­m­inierend ver­wen­den. Zweit­ens warf ich ein, das Wort Stu­dent wäre ambig, ein­er­seits im Sinne von ‘männlich­er Stu­dent’ und ander­er­seits als Sta­tu­sanzeige im Sinne des englis­chen geschlecht­sneu­tralen stu­dent rep. stu­dents. Und drit­tens dachte ich mir, wenne deine Argu­men­ta­tion soweit getrieben hast, nimm ihr das Wort ‘Stu­dent’ doch gle­ich ganz weg ;-). Ich behauptete also, ‘Studierende’ und ‘Stu­den­ten’ beze­ich­neten ja ganz unter­schiedliche Per­so­n­en, denn es gibt nicht-studierende Stu­den­ten. Aber was zu Hölle sind nicht-studierende Studierende?


Sonntag, den 23. Januar 2005   

kleine analyse übers wunschdenken

Mein Brud­er hat ne Par­ty zu seinem 25sten gemacht. Dazu bekam er einen Sock­enkranz, der sich derzeit von links nach rechts unsere Hauswand ent­lang streckt. Voller Bewun­derung stand ger­ade der Kurze ein­er Fre­undin mein­er Schwest­er vor dem Haus und staunte: Ob der Wei­h­nachts­mann da echt über­all was rein­tut? Gute Frage, würd ich sagen.


Dienstag, den 18. Januar 2005   

höhepunkte einer langweiligen existenz

Ich hab mir ein wenig Zeit genom­men, um etwas durch fremde blogs, Log­büch­er, Tage­büch­er, Notizblogs oder wie sie alle genan­nt wer­den, zu stöbern. Meine Lieblings­seit­en dabei sind nun auf unter meinen Links zu find­en. Ich bin in den Nieder­lan­den fündi­ger gewor­den als in Deutsch­land, dort find­et man öfters diesen selb­stkri­tis­chen Charme, mit dem sie diese Tage­buchtätigkeit aufw­er­tend abw­erten. Die Über­schrift kam da jet­zt auch her, richtig schade, welche Ein­fälle man selb­st nicht hat ;-). Dabei reicht die Palette der Blog­ger wirk­lich von extremen Lang­weil­ern, die nichts Inter­es­santes beizu­tra­gen haben, wie z.B. den Unter­schied zwis­chen einzel­nen Com­put­er­pro­gram­men oder nur auf andere Blog­ger ver­weisen. Das ist schon echt albern und entspricht der Über­schrift. Wobei auch zu sagen ist, dass diese sich auch auf die Nichtigkeit­en bezieht, der in Log­büch­ern ste­ht. Den kleinen, aber feinen Unter­scheid machen dann die Büch­er, in denen hin und wieder etwas Witz auf­blitzt und den Leser zum nach­denken zwingt. Daran erken­nt man echte Klasse.


Montag, den 17. Januar 2005   

analytische philosophie für einsteiger

Ana­lytis­che Philoso­phie ist eine mod­ern gewor­dene Rich­tung inner­halb der Philoso­phie. In der Fach­schaft fragte neulich berechtigter­weise, was Ana­lytis­che Philoso­phie denn eigentlich ist. Daraufhin meinte eine Vertreterin dieser Rich­tung: “Ja, also man nimmt z.B. Kant und sagt ‘Das ist falsch’…”. Kürz­er hätte ich’s auch nicht fassen kön­nen ;-).


Montag, den 10. Januar 2005   

welche macke hätten’s denn gern?

Auf dem Rück­weg nach Hause bin ich eben noch schnell durchn Super­markt. Meine Route im Laden ist auch eigentlich immer dieselbe: Links an den Kassen vor­bei zu den Getränken, Kon­troll­blick ins Eis­fach, Saft­fäch­er, Schoko­lade, Milch­pro­duk­tekühlre­gal, Par­föng-Abteilung und retour. Am Anfang fiel mir dieses Mal bei den Tiefkühl­pro­duk­ten ein Typ im Sparkassen-Look auf, der han­dynutzend das Eis­fach prüfend sondierte. Als ich vor­beig­ing, hörte ich noch wie er ein “Alles leer hier! Nix da! Wie im Osten” in sein Handy berichtete. Nach­dem ich also meine Ich- schaff- meine- Einkäufe- in- unter- fünf- Minuten- Tour durchge­zo­gen habe, komme ich wieder an unserm kopf­schüt­tel­nden Kun­den­be­treuer am Eis­fach ent­lang und höre es schon wieder: “Alles leer! Das kannste dir nicht vorstellen! Wo soll denn das noch hin­führen?” Ich hab mich kurz daneben gestellt, die Hoff­nungslosigkeit mitemp­fun­den und was soll ich sagen? Recht hat der Mann. Jawohl! Eine klägliche Ansamm­lung von Pizzen von drei ver­schiede­nen Her­stellern in ins­ge­samt fünf ver­schiede­nen Geschmack­srich­tun­gen, ja sam­ma denn scho dritte Welt? Wer soll denn davon satt wer­den? Da vertele­foniert man doch gerne mal Gesprächsguthaben im Werte von zwei Marl­boroschachteln, um diese Missstände demon­stra­tiv anzuprangern. Und irgendw­er muss­es ja tun, damit die Men­schheit endlich aufwacht. Würd mich nur noch inter­essieren, ob tat­säch­lich ein­er dran war am Handy oder ob Sparkassen-Fred­dy nur scharf auf die 15- Minuten- Ede­ka- Ruhm war. Und wenn doch jemand dran war, gibts dann die gle­iche Proze­dur beim näch­sten Toi­let­tenbe­such?


Donnerstag, den 6. Januar 2005   

tage des donners

Heute kann ich stolz bestäti­gen, dass ich meinen Win­dows-Lap­top mit Knop­pix gekillt habe 😉 *yeah baby yeah*. Kann schein­bar passieren, wenn man ver­sucht, Knop­pix zu instal­lieren. Da gibt ja dann auch kein­er eine Garantie für. Sah halt witzig aus, hat­te mit nichts Prob­leme und schwup­ps ist mal ver­leit­et. Naja, Schaden macht kluch… Heute.de musste sich dies Jahr ja qua­si von T-Online tren­nen und tut dies mit ein­er gewis­sen Por­tion Opti­mis­mus. Weswe­gen es allerd­ings eine unheim­lich coole Inno­va­tion ist, seine Seite auf 800x600 und auf 1024x768 einzuricht­en, kann man wohl nur als ZDF-Redak­teur überzeu­gend nachempfind­en. Und schliesslich kann ich mich noch nicht ganz zwis­chen der alten Über­set­zung und der neuen von Reise ans Ende der Nacht entschei­den, gibt Lieb­haber der einen sowie der anderen Ver­sion. Am besten: Bei­des lesen ?!


Dienstag, den 4. Januar 2005   

wenn männer über hügel gehen

Let­ztens gabs mal wieder einen gemütlichen DVD-Abend. Das heisst also Sofas gün­stig posi­tion­ieren, genü­gend Chips, Bier und Cola her­an­za­ubern, auf Grund des Anteils von weib­lich­er Intel­lenz auf die englis­chen Orig­i­nale verzicht­en und los kanns gehn: Shrek2 hat mich dabei etwas ent­täuscht, zwar ist der Streifen einiger­maßen bunt, aber ohne recht­en Pep, da war der erste Teil witziger. Und dann gabs noch zwei Liebesfilme, man muss der weib­lichen Gesellschaft ja Rech­nung tra­gen. Was mich ver­wun­dert hat, war, dass der Clou in bei­den Fil­men eigentlich der­selbe war. Sowohl in Gele­gen­heit macht Liebe [A guy thing] als auch in Hope Springs kur­ven das Liebe­spaar in spe nach einem Kurzaus­flug über die Strassen, gelan­gen auf eine abschüs­sige Strecke und die Dame ver­leit­et den Her­ren dazu, doch mal ordentlich aufs Gas zu drück­en. Ist mir ehrlich gesagt noch nie passiert. Mir ist es geläu­figer, dass sich die Damen am Seit­en­griff der Tür fes­tkrallen, weil man sich allmäh­lich in der Dunkel­heit ein­er unbe­fahre­nen Kreuzung mit rot­er Ampel nähert. Aber wir sind ja in Ameri­ka, da ist alles cool­er und unge­fährlich­er auf den Strassen. Das Auto macht im Film jew­eils einen Satz, wobei dieser Höhep­unkt wohl den Knack­punkt der Geschichte aus­macht und dann flup­pt alles von selb­st. Also weiss nicht, wen diese selt­same Wen­dung vom Hock­er hauen soll, aber man ist auch nur ein Mann. Die Damen in den Fil­men sind auf jeden­fall ziem­lich attrak­tiv und die Män­ner haben die lan­gen Sprechrollen. Nicht unbe­d­ingt eine gün­stige Verteilung, auch wenn man damit leben kann. Für ein Frauen­herz reichen dann die Filme, wie der Abend zeigte, und ich fand die Bierchen auch ganz leck­er. Manche Sachen sind halt irgend­wie vorbes­timmt…


Samstag, den 1. Januar 2005   

man muß nur fest dran glauben

Es kann wieder los gehen, ein neues Jahr ist ges­tartet. Willkom­men an alle Pas­sagiere, hal­ten Sie sich fest, es wird stür­misch. Lassen Sie sich nicht verun­sich­ern von all denen, die ihnen in den näch­sten Tagen erzählen wer­den müssen, dass Sil­vester im all­ge­meinen über­be­w­ertet wird, völ­lig nut­z­los ist, und man doch bess­er arbeit­en könne. Man machte es sich sowieso lieber alleine daheim gemütlich, esse etwas und mache einen Ruhi­gen. Laber! Alles Unsinn, es geht doch nichts über eine nette über­zo­gene Par­ty mit vie­len Leuten. Wer da das tief­sin­nige Gespräch sucht, ist selb­st schuld. Konzen­tri­eren Sie sich also von nun an auf das kom­mende Jahr, ihre beru­flichen Auf­stiegsmöglichkeit­en, den Kon­takt zu ihren Lieben. Scheuen Sie es, sich von der­ar­ti­gen Mies­mach­ern in Geisel­haft nehmen zu lassen, es bringt ja sowieso nix. Tja, so würde es wohl klin­gen, wenn einem zu Anfang des neuen Jahres ein Reise­be­gleit­er zur Seite gestellt wird, der einem auf­dringlich-fröh­lich das neue Jahr anpreist. Es ist wohl hier und da ein neuer klein­er Volkss­port, sowas wie Wei­h­nacht­en und Sil­vester die Unschuld zu rauben, den Tam­tam kaputt zu machen, allem Fes­tlichen die Ern­sthaftigkeit abzus­prechen und die ruhige — wer’s härter braucht auch gerne die besinnliche — Ein­samkeit oder Zweisamkeit oder bei­des zu preisen. Nur dann wäh­nt man sich auf sicherem Ter­rain, geschützt vor der Meute an Massen, die sich die Frech­heit her­aus­nehmen, ern­sthaft Spass zu haben oder bei der­ar­ti­gen Ver­anstal­tun­gen Glück zu erleben. Pfui!