Sonntag, den 7. Februar 2010   

weitere ungereimtheiten bei dieter jasper

Heute hat es Dieter Jasper in die Bildzeitung geschafft. was aber auch nichts weit­er heißen sollte.  Zu den noch im Raum ste­hen­den Unklarheit­en habe ich noch fol­gen­des zu sagen:

Die Kreis-CDU hat let­zten Dien­stag noch auf eine “rest­lose Aufk­lärung” von Dieter Jasper gehofft und ist am Woch­enende der­art aufgek­lärt wor­den oder hat bei­de Augen ganz fest zugemacht. Denn die Erk­lärun­gen, die Dieter Jasper in der ver­gan­genen Woche öffentlich abgegeben hat, sind unge­fähr so falsch wie sein Dok­tor­ti­tel.

In der Mon­tagsaus­gabe der IVZ und der Dien­stagsaus­gabe der Mün­ster­schen Zeitung stellt Jasper es so dar, als habe er zwar einen Dok­tor­ti­tel, dieser sei nur in Deutsch­land nicht anerkan­nt. Er meint, “dass der an der Freien Uni­ver­sität Teufen erlangte Dok­tor­grad auf­grund des ‚Deutsch-Schweiz­erischen Abkom­mens über die Gle­ich­w­er­tigkeit im Hochschul­bere­ich‘ in Deutsch­land nicht anerkan­nt wird”. Das ist schlichtweg falsch: In Deutsch­land wer­den grund­sät­zlich ersponnene Titel von Briefkas­ten­fir­men nicht anerkan­nt.

Dieses Abkom­men kommt nur für staatlich anerkan­nte Hochschulleis­tun­gen in der Schweiz in Betra­cht. Die “Freie Uni­ver­sität Teufen” ist eine reine Briefkas­ten­fir­ma und als solche gar nicht berechtigt zu pro­movieren. Das heisst: Herr Jasper besitzt keine erwor­bene Hochschulleis­tung in der Schweiz. Herr Jasper erweckt bei den Lesern der IVZ und der Mün­ster­schen Zeitung aber genau den gegen­teili­gen Ein­druck: “Sein in der Schweiz erwor­ben­er Titel eines Dok­tors der Wirtschaftswis­senschaften sei in Deutsch­land nicht anerkannt”(MZ).

Der Mün­ster­schen Zeitung sagt Jasper zudem, er habe diese “Uni” deswe­gen aus­gewählt, weil “die Kri­te­rien in der Schweiz für einen Dok­tor­ti­tel nicht so streng sind”. Ich fand diesen Satz merk­würdig, ger­ade für jeman­den, der Schwierigkeit­en hat, eine Briefkas­ten­fir­ma von ein­er Uni­ver­sität zu unter­schei­den — bis ich gese­hen habe, woher dieser Satz stammt: Mit solchen Aus­sagen wirbt die Uni­ver­sität Teufen für ihre Abschlüsse. Entwed­er lei­det Herr Jasper unter dem Stock­holm-Syn­drom oder er hält nach wie vor windi­ge Behaup­tun­gen dieser Briefkas­ten­fir­ma für belast­bar.

Vielle­icht kann mir irgend­je­mand erk­lären, weswe­gen Herr Jasper noch let­zte Woche den Ein­druck erweck­en wollte, er habe einen anerkan­nten akademis­chen Titel in der Schweiz. Bekom­men von ein­er “Uni­ver­sität”, deren dama­lige Rek­torin Mar­git Fülöp ger­ade ein­mal aus­ge­bildete Indus­triekauf­frau ist. Vielle­icht kann mir auch jemand erk­lären, dass es ganz nor­mal sei, wenn ein Bun­destagspoli­tik­er selb­st durch Zuhil­fe­nahme eines Recht­san­walt­büros eine schlichte Wahrheit nicht klar auf den Schirm bekommt. Ich finde das wirk­lich irri­tierend.

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