simon urban — plan d

buchleserWenn man mal nach anderen Kri­tiken zu diesem Buch Auss­chau hält, stößt man auf ein­hel­lig pos­i­tive Kri­tiken. Die Geschichte des Buch­es ist schnell erzählt: Die DDR hat 1989 noch mal die Biege bekom­men und eine Wieder­bele­bung erhal­ten. Nun schreibt man das Jahr 2011, Krenz ist Machthaber, Angela Merkel heißt nicht Merkel son­der Kas­ner und erhält den Physik-Nobel­preis. die Stasi sta­sit rum wie immer und das Land ist so pleite wie eh und je. Da wird ein Wis­senschaftler erhängt an ein­er inner-DDR-lichen Pipeline gefun­den — und Ost- und West­polizist ermit­teln. Und — das — war’s an Kreativ­ität. Nein, mir ist das Buch viel zu viel Blabla, es gibt diverse unheim­lich öde Pas­sagen, in denen sich Neben­satz auf Neben­satz drängt, ohne dass es son­der­lich intellek­tuell zug­in­ge. Der Geschichte fehlt gän­zlich irgen­deine Aus­sage. Die Krim­i­nal­hand­lung wird so aufgelöst, dass jedes Mit­fiebern obso­let gewe­sen ist. Die sex­uellen Beschrei­bun­gen sind so plas­tisch wie über­flüs­sig.

Der ganze Roman ist nur imi­tierte Ostal­gie, und das merkt man. Wieso beispiel­sweise Merkel 2011 wieder Kas­ner heißen sollte, obwohl sie den Namen Merkel auch zu DDR-Zeit­en trug, erschließt sich dem Leser nicht und ist nur ein Bruch in der schrift­stel­lerisch-authen­tis­chen DDR-Beschrei­bung. Sahra Wagenknecht taucht als Schaus­pielerin auf, Gysi als heim­lich­er Strip­pen­zieher, Lafontaine als Kan­zler des West­ens — ober­fläch­liche Phan­tasien, die schnell ihren Reiz ver­lieren. Tat­säch­liche Beschrei­bun­gen von Weit­er­en­twick­lun­gen der DDR- Kul­tur — Fehlanzeige (wenn man mal von neuer­fun­de­nen DDR-Autos und Handys absieht). Alles irgend­wie zu viel Fake — selb­st für eine irreale Gegen­wart.

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