westfälische schreikinder

SchreikindEs scheint das Phänomen der Schreikinder ja tat­säch­lich zu geben. Diese Kinder sind nicht zu ver­wech­seln mit den “Fütter-mich”-Kindern, den “Scheisse drauf”-Kindern oder den “Wenn ich dich sehe, möchte ich am lieb­sten weglaufen, aber das lerne ich erst in ein paar Monat­en, so’n Scheiss, ich werd Scheisse-drauf-Kind”-Kindern. Mich würde ja inter­essieren, ob es inzwis­chen auch schon die “Meine Ner­ven hal­ten kein Kindergeschrei aus”-Eltern gibt.
Die Schreikinder sind in dieser Woche The­ma unser­er Lokalzeitung gewe­sen. Laut Zeitung ist ein Baby dann ein Schreikind, wenn es inner­halb von 3 Wochen 3 Mal in der Woche mehr als 3 Stun­den ohne guten Grund schre­it. Was ist jet­zt ein guter Grund für ein Baby? Midlife-Cri­sis? Finanzielle Unsicher­heit­en? Ent­täuschung über die erhal­te­nen Eltern? Und muss alles unbe­d­ingt mit ein­er 3 zu tun haben?
Wie auch immer. Der kleine Fratz da auf dem Bild ist mein Groß­cousin Dami­an, der durch seinen ersten medi­alen Auftritt den Artikel über Schreikinder illus­tri­eren soll. Dumm nur, dass Dami­an auf dem Bild ganze vier Tage alt war. Er kann also noch gar kein Schreikind sein. Er regt sich wohl nur über die miese Presse auf.

P.S. Ab und an gibt’s auch sim­ple Lösun­gen für Schreikinder:

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ich muss durch den konsum, hinter das geld

Mehr Geld. Mehr Geld. Recht auf mehr Geld. Manch­mal fragt man sich ja schon, wie man Musik in Mon­eten umrech­nen soll­ten. Seit Jahren wird das ille­gale Musik­down­load­en und der ange­bliche Ver­lust für die Musikschaf­fend­en beklagt. Wer sich auf so aben­teuerische Denkkon­struk­te wie die Musikin­dus­trie beruft, der müsste sich eigentlich so langsam dis­qual­i­fiziert haben für diese Diskus­sion.
Dieses Mal ste­ht vie offen­em Brief an Angela Merkel Tokio Hotel mit an fordern­ster Front. 4 Tau­genichtse, die ich gern mal zum Spargel­stechen schick­en würde. Wer durch den Mon­sun kommt, für den sollte ein Spargelfeld kein Prob­lem darstellen. Aber gut, etwas weniger plump.
Wer hört denn die 4 Jungs? Größ­ten­teils Leute unter 20, wenn man mich fragt. Und dafür verkaufen sich die Plat­ten doch sehr gut, sind die Konz­erte gut ausverkauft. Da muss man schon fan­tasievolle Berech­nun­gen zusam­men­klatschen, um den ange­blichen Schaden, den diese Gruppe anheim­fällt, klar zu machen. Und wer richtet nun ange­blich Schaden an zum Nachteil von Tokio Hotel? Diesel­ben Leute, die sich­er irgend­wie zu deren Erfolg beis­teuern. Dadurch, dass sie sie hören, gut find­en, weit­erempfehlen, auf Konz­erte gehen und CDs kaufen. Warum verk­lagt man nicht gle­ich diejeni­gen, die die Songs von Tokio Hotel wed­er kaufen noch run­ter­laden?
Aber irgend­wie ist diese Diskus­sion alt. Neu ist eine ähn­lich skurile Diskus­sion auf dem Bücher­markt. Ein selt­samer The­men­schw­er­punkt fiel mr schon beim Welt­tag des Buch­es auf. Jet­zt beklagt Rüdi­ger Wis­chen­bart das Rumge­jam­mer der Ver­leger.

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welttag des buchtipps

Heute ist tat­säch­lich Buch­welt­tag. Eigentlich ist ja sowieso jeden Tag der Welt­tag von irgen­det­was. Gestern war der Tag der Erde und mor­gen ist der Tag des Ver­such­stieres. Hoch soll’n sie leben!
In mein­er Heimat hat sich die Presse des The­mas angenom­men. Und schwup­ps zeigt sich: Es ist gar nicht unbe­d­ingt der Welt­tag des Buch­es, son­dern eher Welt­tag des Buchverkaufs oder des Bücher­lesens. Dabei lese ich schon daneben sehr viele PDFs, viele Inter­net­seit­en und E‑Mails ohne zu denken, dass ich Büch­ern zu wenig Wertschätzung zukom­men lasse.
Inter­es­sant wäre ja gewe­sen, wer was für Büch­er sich wie zuhause ins Regal stellt. Meine Eltern haben ihr Wohnz­im­mer­re­gal voll mit Buch­club-Zwangskäufen, da ist Buchkul­tur ja was anderes und da wäre ein Welt­tag des Buch­es nicht unange­bracht. Büch­er sind in Wohn­stuben ja immer noch Ein­rich­tungs­ge­gen­stand. Aber wieviele Leute stellen irgend­was in die Regale, qua­si als Ablage, und wieviele schätzen ihre Samm­lung als Bib­lio­thek? Mich würde es per­sön­lich tat­säch­lich stören, Elke Hei­den­re­ich im Regal neben Kant und Dos­to­jew­skij zu platzieren, andere Buchauf­be­wahrer sind da sicher­lich schmerzfreier.
Da dieser heutige Gedenk­tag also sowieso nicht ein­heitlich ver­standen wird, inter­pretiere ich ihn mal als Welt­tag des Buchtipps und ver­weise auf meine Bücherempfehlungs­seite. Viel Spaß beim Lesen!

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alles von alles

1970 muss ein Jahr gewe­sen sein, in dem vieles in Ord­nung gewe­sen ist. Das denkt man, nimmt man sich Dana und ihr Lied All kinds of every­thing zum Maßstab. Dieser Kreation­is­mussong spielt mit den Fra­gen, was eigentlich das Gegen­teil von All kinds of every­thing ist und was hier naiv­er dargestellt wer­den soll: Die Sän­gerin oder die Weltan­schau­ung des Tex­ters. Eine ewige Stre­it­frage.

Ich liebe es ja beson­ders, wenn sie bei All kinds die Hande zusam­men nimmt und bei every­thing die Hände emphatisch aus­bre­it­et.

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Wenn die ARD nicht schwimmen kann…

Wenn die göt­tlichen, deutschen Grund­ver­sorgungs­fernsehsender eine Sendung, die vielum­wor­ben scheit­ern geht, dann hil­ft nur noch meta­phern. Irgend­je­mand muss dann sagen, was der Fehler war. Was man nicht sagen darf ist, dass das Konzept der Sendung sich erst noch entwick­eln musste oder dass die Sendung ein­fach nur richtig schlecht gemacht wor­den ist.
Das hat sich bei Bruce schon fast kein­er mehr getraut, bei Ich weiss, wer richtig für dich ist schon. Die Pro­duc­erin meinte doch glatt, für das Scheit­ern eine gute Erk­lärung zu haben. Der Zuschauer habe den Sende­platz vergessen. Also, es gibt diesen Zuschauer, aber der hat ARD-Alzheimer. Da kön­nen wir nu auch nichts mehr für. Der Zuschauer wollte guck­en, meinte dann aber, er hätte den Sende­platz ein­fach vergessen. Pech. Die Idee wäre gut gewe­sen, meint die Pro­duc­erin, und das habe das Test­pub­likum bei der Mark­t­forschung auch gemeint. Aber die hat­ten dann auch wohl kein Alzheimer. Gut, man kön­nte auch anführen, dass es sich bei dieser Sendung um einen unro­man­tisch und ner­vend-lang­weilig öffentlich-rechtlichen Abklatsch der einen oder anderen MTV-Sendung han­delt, aber man entschei­de selb­st:

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