Sonntag, den 26. September 2004   

wahl der qual

Heute sind Kom­mu­nal­wahlen in NRW. Für meinen kleinen Ort hier bedeutet das: Man kann wählen zwis­chen Heinz und Otto. Hat sich wenig getan in den let­zten hun­dert Jahren, rein namen­stech­nisch. Da mein Haupt­wohn­sitz ja woan­ders ist und ich per Breifwahl schon meine Schuldigkeit getan habe, ist es mir ein­er­lei. Aber als Beobachter kann man auch etwas mit­spekulieren. Ich tippe ja auf Otto, weil Heinz zu wenig Wer­bung gemacht hat, und irgend­wie ken­nt man ja seine Pap­pen­heimer. Aber es wird eine enge Sache, ganz ein­fach ist die Entschei­dung auch nicht, wenn Not gegen Elend antritt, aber was will man machen…


Samstag, den 25. September 2004   

wenn Frauen kämpfen

In Kul­turzeit kam die iranisch-deutsche Schrift­stel­lerin Siba Shak­ib zu Wort. Sie sprach über die neue Art des Ter­ror­is­mus, in dem Frauen als Mörderin­nen einge­set­zt wer­den. Es sei für sie ein tragis­ches aber auch befreien­des Zeichen, dass dies der Fall wäre. Denn ähn­lich wie Jeanne D’Arc wäre dies ein Zeichen der Schwächung von Män­nern, qua­si eine Art Abge­sang eines Sys­tems. Ich weiss ja nicht inwieweit man der­ar­ti­gen Ver­gle­ichen trauen soll oder weswe­gen man auf sie bauen kann, aber vielle­icht ist dementsprechend ja Anke Engelke auch eine Art Abge­sang des schlecht­en Humors. Wer weiss.…


Donnerstag, den 23. September 2004   

und hegel hatte doch recht

Ger­ade, irgend­wie hat mich das doch umge­hauen, ger­ade habe ich mit jeman­dem gesprochen, der ein Buch über die Naz­izeit mein­er Heimat­stadt zusam­men­stellen will. Es ist gar nicht unbe­d­ingt das Selt­same, dass einen die Geschicht­en umhauen. Vielmehr tauchen Namen auf, die einem nur allzugut ver­traut sind. Man ist geneigt zu sagen, dass sich hin und wieder wenig verän­dert hat. Und eben genau der Umstand, dass 60 Jahre später die gle­ichen ähn­liche Kon­flik­te aus­lösen, das hin­ter­lässt ein bedrück­endes Gefühl. Scheint alles wiederzukom­men oder nicht wegzuge­hen. Mehr dem­nächst in diesem The­ater.


Sonntag, den 12. September 2004   

ganz fürchterlich

In der Küche haben wir eine Lampe, so weit so klar. Darin steckt seit etwa 3 Jahren eine Glühspar­lampe oder wie das heisst. Es erscheint also erst nach ein­er 10 sekündi­gen Anlauf­phase, nach­dem man den Schal­ter betätigt hat, so etwas wie Licht. Man haut also auf den Schal­ter, es tritt ein Moment der Ver­wirrung ein, weil noch kein Licht da ist, dann erscheint Licht, qua­si eine zweifache Erleuch­tung, und man kann sein­er geplanten Hand­lung nachge­hen. Nun ist vor 3 Wochen ein ganz dum­mer Zus­tand einge­treten: Die Lampe hat ihren Geist aufgegeben [diese Floskel bitte öfters ver­wen­den]. Die allabendliche Sit­u­a­tion ist also wie fol­gt: Ich trete in die Küche ein, haue auf den Schal­ter: Erste Ver­wun­derung, es gibt kein Licht. Zweite Ver­wun­derung, auch nach 10 Sekun­den gibts kein Licht. Ich bin ver­sucht nochmal auf den Schal­ter zu hauen, bis mein Langzeitgedächt­nis mich aufk­lärt und meldet: Hee­he­he­he­heee, dat Licht is schon seit 3 Wochen kaputt. Dieses Rit­u­al wieder­holt sich jet­zt jedes Woch­enende ein paar Mal: Küch­enein­tritt, erster Schlag, Ver­wirrung, Irri­ta­tion, Ver­wirrung, Ansatz zum zweit­en Schlag, Erleuch­tung, sofor­tiger Reak­tion­sstopp. Mein Langzeitgedächt­nis hat irgend­wie keinen Bock mein ein­studiertes Ver­hal­ten irgend­wie zu kor­rigieren. Ich mein, gut, okay, falls wir mal wieder Licht in der Küche kriegen, brauch ich mich nicht umzustellen, aber so ist die Sit­u­a­tion ziem­lich schrul­lig. Wie kommt das Langzeitgedächt­nis nur dazu, Jojo mit einem zu spie­len ???


Sonntag, den 29. August 2004   

tränen lügen nicht

Heute mor­gen bin ich wieder, wie öfters in let­zter Zeit, aus dem Bett gefall­en. Nun, was macht man 8 Uhr mor­gens an einem Son­ntag, wenn man keine Lust hat, sich nochmal umzu­drehen und den Vor­mit­tag zu ver­schlafen? Man macht den Fernse­her an. Gut andere gehen joggen, machen Fit­ness, lesen ein gutes Buch, aber ich bin ja nicht wild. Also rumgezappt und hän­genge­blieben auf VOX. Bei VOX lief Hour of Pow­er, keine Angst, es ist genau­so doof, wie es sich anhört. Hour of Pow­er ist so eine Art amerikanisch-religiös­es Wer­be­fernse­hen mit dem Vater von Emile Ratel­band, oder halt ein­er USA-Ver­sion eines hek­tis­chen Hip­pie-Gri­massen­schnei­ders. Dieser Kore­ga Tapps namens Robert Schuller nun hielt 45 Minuten sein eigenes Buch in der Hand. Es hiess irgend­wie Trä­nen sind Dia­man­ten. Bloss weniger wert und nicht aus Kohlen­stoff oder so. Gen Ende meinte er noch, dass in diesem Buch der Psalm 23 wie noch nie nei­dergeschrieben wurde. NOCH NIE! Ver­stehsse ??? Das beson­dere war jet­zt, dass er jedem I und my und me also jed­er Ich-Bezugs­form eine eigene Rei­he auf der Seite gab. Spitzenidee würd ich mal sagen. Den Psalm darauf zu reduzieren, dass ICH drin vorkomme, sämtliche Inter­pre­ta­tio­nen rauszu­lassen und dann fix den Deck­el zuschla­gen, tja, was will man mehr als religiös­er Men­sch. Beim Vor­lesen dann wurde jede dieser Extrarei­hen stark und laaaaaang betont, so lang, dass man befürcht­en kön­nte, dass der Ver­stand den Anfang des Psalms schon wieder von der Fest­plat­te gelöscht hat bevor der Satz zuende ist. Aber für solche Nick­e­ligkeit­en gibts ja die Wieder­hol­ung von Hour of Pow­er (bitte langge­zo­gen aussprechen). Und wer jet­zt noch nicht genug hat und wis­sen will, wie man aus Trä­nen Edel­steine her­stellt, dem sei gesagt: Der Mes­sias kommt. Nicht deeer, der andere: Rober Schuller kommt Ende Sep­tem­ber nach Lüden­scheid, die trä­nen­re­ich­ste Stadt Deutsch­lands, um noch mehr Leute auf Kurs zu brin­gen. Allen, die aber trotzig immer noch sel­ber denken wollen, sei gesagt: Wenn man son­ntags zu früh aufwacht, unbe­d­ingt nochmal rum drehen, man macht nix falsches ;-). In diesem Sinne: Tschak­ka !


Mittwoch, den 25. August 2004   

hobbyentrüsten für anfänger

Man kommt ger­ade aus ein­er kleinen Imbiss­bude, da wird man auch links­bündig von ein­er schwarzen Regen­jacke angemacht: Du magst doch Tiere oder? — Ääh, hab grad eins gegessen. Ja, aber du bist doch trotz­dem ein Tier­fre­und oder ? Naja, das Tier von eben würd da Ein­spruch erheben, aber son­st hhhm — nö, würd ich nicht sagen. Und nichts wie in die näch­ste Seit­en­strasse. Nichts gegen diese ehren­werten Vertei­di­ger der Tier­welt, mutige Leute, ein­fach so jeden Hinz und Kunz von der Strasse zu zer­ren, vor einen Bilderkat­a­log mit an die Wand getack­erten Tieren zu platzieren und vom lei­di­gen Schick­sal der Viech­ers zu erzählen. Wenn man dann diese 200 Fotos in 2Minuten nacheinan­der durch ist, kommt erst die Bitte, doch mal min­destens 32 Ock­en abzu­drück­en. Wozu denn das nu schon wieder? Damit noch mehr dieser Strolche in die entle­gend­sten Ortschaften fahren, die Fuss­gänger­zone block­ieren und Schauer­märchen erzählen? Nee, Jungs und Mädels, das fangt doch bitte anders an. Aus Mitleid und Drän­gen her­aus zahl ich nicht für euere Aus­flüge und Hob­byen­trüs­tun­gen.


Dienstag, den 24. August 2004   

jedermanns sache

Man schafft auch irgend­wie nie, was man sich so vorgenom­men hat. Naja, einen kleinen Durch­hänger hat ja jed­er mal. Bin etwas im Verzug was meine Unisachen ange­ht, das wird sich hof­fentlich mor­gen etwas leg­en. Das gute Wet­ter ist auch schon wieder fort, sollte mal wieder meine Seite auf Herb­st umstellen. Den Kan­zler hamse ver­sucht, heut mit Eiers zu beschmeis­sen. Das klappte auch schon­mal bess­er…


Freitag, den 20. August 2004   

rumschwangern

Es ist wieder soweit: Man kann nicht mehr in die Innen­stadt, ohne jeman­den Bekan­ntes zu tre­f­fen, der schang­er ist. Ern­sthaft motiviert sind ja irgend­wie die wenig­sten Fälle, die ich so kenne. Hab nix zu tun, da kann ich auch gle­ich schwanger wer­den ist eher die Devise. Oder wir sind jet­zt drei Jahre zusam­men, man wird nicht jünger, ich hab die Lehre fer­tig, kommt grad nix in Fernsehn … Diese Leute kön­nen nun aber auch nicht anders als schwangern. Schwanger sein ist ja eigentlich nur dieser shit-hap­pens-Zus­tand, den man nach weni­gen Wochen bemerkt. Aber dieses “Ich bin schwanger ich darf mich jet­zt auch so ver­hal­ten”, das ist ja erst das Rum­schwangern, was Män­nern die Ner­ven kostet. Ob sie jet­zt mit der Sache direkt zu tun haben oder nicht. Die Fres­sat­tack­en sind ja noch ver­ständlich, alles okay, geschenkt. Aber das Rumtröd­deln inner Fuss­gänger­zone, bei dem jed­er Bekan­nte lang und bre­it ange­quatscht wird, an jedem Bil­ligK­lam­ot­tenDis­counter an jedem Drehstän­der alles ange­tatsch wird, Babystram­pler am Klei­der­bügel hochge­hal­ten und erst­mal zurecht­geschüt­telt wer­den, die Miene kri­tisch ver­zo­gen und zum Mitläufer rübergeschaut wird, das braucht Ner­ven. Die Sachen wer­den eh nicht gekauft, auss­er sie sind deftig run­terge­set­zt. Nach dem lan­gen Ste­hen vor dem Drehstän­der geht dann irgend­wann mal die Hand ins Kreuz, es es wird sich aufgestämmt und ein “Huiuiuiuiui” aus­ge­pustet, weils dann doch mal im Rück­en zieht. Auf gehts zum näch­sten Klam­ot­ten­ver­scherbler oder ins Eis­café. Es gibt allerd­ings Frauen, die kom­men während der Schwanger­schaft ohne das alles aus. Die verzicht­en auf eine auss­chweifende Lei­dens­geschichte und reden lieber über inter­es­sante Sachen. Sie kriegen nicht per­ma­nent ver­bale Aus­fälle, weil da wer wieder tritt oder der Rück­en zwickt. Warum leben diese Frauen nur nicht hier? In West­falen gehört wohl das rum­schwangern ein­fach dazu…


Donnerstag, den 19. August 2004   

abrauchen und auftauchen

Bin wieder da irgend­wie. Kommt wohl mal vor, dass man sich gedanklich eine Auszeit nimmt und alle Steck­er aus den Dosen zieht, kurz ste­hen­bleibt und nach­schaut, wie alles so ste­ht. Tja, das waren so die let­zten Tage. Jet­zt regiert wieder der Unsinn ;-). Hab deswe­gen meine Link­seite mal entrüm­pelt und verklein­ert, empfehlen darf ich mal die Online­Spiele, da klick ich mir gerne mal einen Wolf. Den neuen Fire­fox mag ich auch sehr und nu gehts ins Bettchen.


Mittwoch, den 11. August 2004   

einwohner oder bürger

Ich hab ger­ade mal son Prospekt zur Wahl ab 16 in die Hand bekom­men, das mir erk­lärt hat, was ein Bürg­er eigentlich ist. Ein Bürg­er ist ein Ein­wohn­er, der an der Kom­mu­nal­wahl teil­nehmen darf. Zur Wahl darf er dann wohl auch den Bürg­er­steig benutzen, der völ­lig tabu ist für Ein­wohn­er, die keine Bürg­er sind und das sind Kinder, nicht EUer und Leute, die erst 2 Monate irgend­wo neu wohnen. Zuständig für den Steig ist dann der Bürg­er­meis­ter. Mir ist bloß noch nicht klar, weswe­gen man lieber Ein­wohn­er- als Bürg­erzahlen erhebt. Das hat der Kennedy damals wohl auch nicht so kapiert…


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