das schönste wort

suchen derzeit einige Leute in Deutsch­land. Lori­ot meint, es wäre Auslege­ware, eine kleine Mehrheit meint, es wäre Liebe. Jür­gen Beck­er mag und, weil das Wort immer noch etwas nach sich zieht. Schön finde ich die Beiträge Stre­ich­holzschächtelchen, weil — so die Begrün­dung — man als Deutschler­nen­der alles aussprechen kann, wenn man dies ein­mal beherrscht und Klas­sik­er der Gefühls­be­nen­nung wie Fer­n­weh, Heimweh und Sehn­sucht. Mein per­sön­lich­er Favorit und wahrschein­lich­er Nicht-Gewin­ner dieses Wet­tbe­werbs ist allerd­ings Geschenkgutschein. Finde ich durch und durch pos­i­tiv, denn man verbindet eine Überaschung und etwas Schönes damit.

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lauter nette leute

Waren ja doch ein paar Promis zu sehen in Frank­furt auf der Buchmesse: Gün­ter Grass, Susanne Fröh­lich, Michi Herl, Alexan­der Klaws [in echt viel pick­e­liger], Har­ry Rowohlt, Dieter Bau­mann, irgendwelche zwei Trul­las aus Hin­ter­Git­tern, und viele viele Klein­darsteller. Das dolle an Dieter Bau­mann ist ja, wenn man sich die Augen zuhält, denkt man, es wär Jür­gen Klins­mann. Dieselbe hohe Stimme, der­selbe schwäbis­che Akzent. Hat auch nur vom Laufen erzählt, dass er ja noch im Train­ing ist und so. Super inter­es­sant. Das hr-Inter­view mit Susanne Fröh­lich war eher däm­lich. Es ging immer noch um ihr unlustiges Abnehme-Buch, damit tin­gelt die ja auch schon lange Zeit umher. Neues gabs da auch nicht zu erzählen. Melan­cholisch bis trau­rig fand ich diese kleinen Buden, in denen selt­same Fig­uren mit extrav­a­gan­ten Sachen saßen, dicke Horn­brille, schwel­gende Blicke und an den Buden stand: “Heute Gele­gen­heit zum Gespräch mit dem Autor”. Wahrschein­lich auch mor­gen und über­mor­gen, wenn den kein­er abholt. Witzig fand ich da eher die hol­ländis­chen Buchver­leger, da gabs ziem­lich schnell gestern Nach­mit­tag All­loohoool und Büch­er zum hal­ben Preis. Und irgend­wie auch alles halb so wild.

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ankes comeback

Na eeeeeeeeeendlich. Wir mussten geschla­gene 5 Monate warten, bis Anke E. schliesslich doch noch eine Show abliefert, die von Anfang bis Ende richtig gut war. Ich habe wie so viele bis­lang mit Grauen die Sendun­gen dieser (bish­eri­gen) LateNight-Imi­ta­tion ver­fol­gt, gelit­ten wie all die Har­ald-Schmidt-Nach­trauern­den. Heute gelang Anke dann endlich der Befreiungss­chlag. Keine aufge­set­zten Grin­seat­tack­en, kein Warten auf Godot, keine elendig in die länge gezo­ge­nen Rohrkrepier­er, nein — freche spitzfind­i­ge Bemerkun­gen ohne Rück­sicht auf Polit­i­cal Cor­rect­ness (die Pup­pen­num­mer, das Rate­spiel und die Büch­er warn noch aus­baufähig). Endlich hat Anke mal auch selb­st die Ruhe weg bei Ankündi­gun­gen, Witzen, Anmod­er­a­tio­nen und Gesprächs­führung und schaut vor allen Din­gen bei den Inter­views nicht immer bohrend die Gäste an. So sind auf ein­mal auch die Gäste gezwu­gen woan­ders hinzuschauen. Herb­sts HS-Imi­ta­tion war rou­tiniert, okay gekauft. Der Licht­blick aber war — hof­fentlich rechtzeit­ig — die Mod­er­a­torin. Endlich Stil, endlich Niveau, endlich Per­sön­lichkeit, endlich ein durch und durch sym­pa­this­ches Auftreten. Nein, das war alles richtig klasse, Frau Engelke, meinen Glück­wun­sch. Nu kön­nte sie mal zeigen, was sie drauf hat und das Rud­er nochmal rüber­reis­sen. Wär doch ne span­nende Sache und für Qual­ität ist es nie zu spät.

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ankes bringer

1. Gags Die Show geht wohl in die Geschichte der Com­e­dyshows ein, als diejenige, die keinen einzi­gen Witz her­vorge­bracht hat. Es gab und gibt nur Rohrkrepier­er, die oft­mals selb­st die Mod­er­a­torin besch.. find­et. Als ich mal bei Ladykracher diesen “Mein Schw… ist so hart, mit dem kann man einen durchge­frohre­nen Ack­er durch­pflü­gen”- Scherz sehen musste, der ein­fach nur aus den Fre­ita­gNacht­News geklaut war und nichts anderes auss­er diesem Satz zu bieten hat­te, kon­nte man ahnen, dass in diesem Umfeld eigene gute scherze Man­gel­ware bleiben wer­den. Insofern hat die Sendung nicht ent­täuscht — ich und eigentlich alle anderen haben ja nichts anderes erwartet. 2. Mod­er­a­tion Die Mod­er­a­tion ist holperig, oft sehr schnell und unaus­ge­wogen. Auch wenn der Ver­gle­ich zu Schmidt oft­mals über­zo­gen wird: Gut abgekupfert wäre bess­er gewe­sen. Schmidt liess sich Zeit für Pausen, auch bei lah­men Gags. So hat Schmidt aus Pausen, die sowieso sehr sel­ten sind im Fernse­hen, weil jed­er meint, Action würde Fernse­hen aus­machen, Stim­mung erzeugt. Der Zuschauer liess bei der HSS seine grauen Zellen rat­tern und wusste: Jet­zt kannst und soll­test du nach­denken. Anke ist noch nicht so schlecht wie Sarah Kut­tner, aber das ist noch kein Lob. 3. Per­son Anke macht einen alten Ein­druck. Das Getue in Rich­tung Hek­tik, Jugendlichkeit, Cool­ness und Ver­rück­theit wirk­te in Kom­bi­na­tion mit den jour­nal­is­tis­chen Inter­views unver­ständlich. In der Com­e­dy-Ecke hat Anke bis­lang nur im Team, von anderen umgeben funk­tion­iert [Wochen­show-Nachricht­en, Ricky, Ladykracher]. Als Standup-Come­di­an ist sie völ­liger Neul­ing und nicht ehrgeizig genug. 4. Band Auch der Band wurde keine Zeit gelassen, sie scheint auch nicht so gut wie die von Raab zu sein oder die von Schmidt. Immer­hin waren aktuelle Sachen wie Beat­steaks-Songs mutig. Diesen Mut zur Eigen­ständigkeit hätte ich anderen Teilen der Show auch gewün­scht. Die Show hat­te also nichts, was sie für eine grosse Unter­hal­tungsshow qual­i­fiziert hätte. Sie war nur groß aufge­motzt. [Die Sarah-Kut­tner-Show ist eben nicht groß aufge­motzt — ein klar­er Vorteil.] Bei Schmidt war anfangs das Dis­skus­sion­s­the­ma: “Darf man sowas sagen?” Bei Anke: “Ne Frau schafft das nie.” Und mit auf gemein getrimmten Män­ner/Frauen-Witzen son­dert man sich nicht aus dieser Ecke ab. Noch ein Fehler. Allen, die Anke vertei­di­gen wollen: Die Frau kriegt a) ne Mörderkohle und muss daran gemessen wer­den und b) müsste selb­st bess­er wis­sen, was sie kann und was nicht. Kein­er der großen Fehler ist aus­ge­merzt wor­den, stattdessen wur­den Prob­leme überre­det, auf cool gemacht, Unflex­i­bil­ität bewiesen und ein­fach kein Pro­fil geschaf­fen. 6, set­zen, nach­sitzen.

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pech im Spiel

Knapp daneben, wed­er der eine noch der andere hat die Bürg­er­meis­ter­wahl gewon­nen. Das ganze kon­nten wir gestern auf dem Geburt­stag mein­er Tante qua­si live ver­fol­gen. Lustig waren irgend­wie die Live­bilder, auf denen ein paar bekan­nte Gesichter zu sehen waren. Der Heinz liess noch am Sam­stag einen roten Bul­li durch die Gassen fahren mit Laut­sprecher­ansagen. Im Hin­ter­grund lief dazu passend: “I’m your yes­ter­day man”, wie soll man denn da gewin­nen? Unsere Ver­wand­schaft hat dann noch den höch­sten Stimm­bezirkssieg abgeräumt mit 69 %. Unsere Nach­barschaft kann sich hinge­gen rüh­men, der dümm­ste Stimm­bezirk zu sein dank 22 ungülti­gen Stim­men. Auch’n Reko­rd…

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wahl der qual

Heute sind Kom­mu­nal­wahlen in NRW. Für meinen kleinen Ort hier bedeutet das: Man kann wählen zwis­chen Heinz und Otto. Hat sich wenig getan in den let­zten hun­dert Jahren, rein namen­stech­nisch. Da mein Haupt­wohn­sitz ja woan­ders ist und ich per Breifwahl schon meine Schuldigkeit getan habe, ist es mir ein­er­lei. Aber als Beobachter kann man auch etwas mit­spekulieren. Ich tippe ja auf Otto, weil Heinz zu wenig Wer­bung gemacht hat, und irgend­wie ken­nt man ja seine Pap­pen­heimer. Aber es wird eine enge Sache, ganz ein­fach ist die Entschei­dung auch nicht, wenn Not gegen Elend antritt, aber was will man machen…

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wenn Frauen kämpfen

In Kul­turzeit kam die iranisch-deutsche Schrift­stel­lerin Siba Shak­ib zu Wort. Sie sprach über die neue Art des Ter­ror­is­mus, in dem Frauen als Mörderin­nen einge­set­zt wer­den. Es sei für sie ein tragis­ches aber auch befreien­des Zeichen, dass dies der Fall wäre. Denn ähn­lich wie Jeanne D’Arc wäre dies ein Zeichen der Schwächung von Män­nern, qua­si eine Art Abge­sang eines Sys­tems. Ich weiss ja nicht inwieweit man der­ar­ti­gen Ver­gle­ichen trauen soll oder weswe­gen man auf sie bauen kann, aber vielle­icht ist dementsprechend ja Anke Engelke auch eine Art Abge­sang des schlecht­en Humors. Wer weiss.…

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und hegel hatte doch recht

Ger­ade, irgend­wie hat mich das doch umge­hauen, ger­ade habe ich mit jeman­dem gesprochen, der ein Buch über die Naz­izeit mein­er Heimat­stadt zusam­men­stellen will. Es ist gar nicht unbe­d­ingt das Selt­same, dass einen die Geschicht­en umhauen. Vielmehr tauchen Namen auf, die einem nur allzugut ver­traut sind. Man ist geneigt zu sagen, dass sich hin und wieder wenig verän­dert hat. Und eben genau der Umstand, dass 60 Jahre später die gle­ichen ähn­liche Kon­flik­te aus­lösen, das hin­ter­lässt ein bedrück­endes Gefühl. Scheint alles wiederzukom­men oder nicht wegzuge­hen. Mehr dem­nächst in diesem The­ater.

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ganz fürchterlich

In der Küche haben wir eine Lampe, so weit so klar. Darin steckt seit etwa 3 Jahren eine Glühspar­lampe oder wie das heisst. Es erscheint also erst nach ein­er 10 sekündi­gen Anlauf­phase, nach­dem man den Schal­ter betätigt hat, so etwas wie Licht. Man haut also auf den Schal­ter, es tritt ein Moment der Ver­wirrung ein, weil noch kein Licht da ist, dann erscheint Licht, qua­si eine zweifache Erleuch­tung, und man kann sein­er geplanten Hand­lung nachge­hen. Nun ist vor 3 Wochen ein ganz dum­mer Zus­tand einge­treten: Die Lampe hat ihren Geist aufgegeben [diese Floskel bitte öfters ver­wen­den]. Die allabendliche Sit­u­a­tion ist also wie fol­gt: Ich trete in die Küche ein, haue auf den Schal­ter: Erste Ver­wun­derung, es gibt kein Licht. Zweite Ver­wun­derung, auch nach 10 Sekun­den gibts kein Licht. Ich bin ver­sucht nochmal auf den Schal­ter zu hauen, bis mein Langzeitgedächt­nis mich aufk­lärt und meldet: Hee­he­he­he­heee, dat Licht is schon seit 3 Wochen kaputt. Dieses Rit­u­al wieder­holt sich jet­zt jedes Woch­enende ein paar Mal: Küch­enein­tritt, erster Schlag, Ver­wirrung, Irri­ta­tion, Ver­wirrung, Ansatz zum zweit­en Schlag, Erleuch­tung, sofor­tiger Reak­tion­sstopp. Mein Langzeitgedächt­nis hat irgend­wie keinen Bock mein ein­studiertes Ver­hal­ten irgend­wie zu kor­rigieren. Ich mein, gut, okay, falls wir mal wieder Licht in der Küche kriegen, brauch ich mich nicht umzustellen, aber so ist die Sit­u­a­tion ziem­lich schrul­lig. Wie kommt das Langzeitgedächt­nis nur dazu, Jojo mit einem zu spie­len ???

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