Stichwort: fernsehen
Samstag, den 20. November 2010   

berghammer

Gestern war für alle, die die Flimmerkiste einschalteten, kaum Auswahlmöglichkeit, wenn man nicht gerade irgendsoeine Pro7-Show oder CSI-düstere-Stadt-mit-wenig-Buchstaben sehen wollte. Wir sind beim Bullen von Tölz hängen geblieben.

Der Bulle wird inzwischen auf Bayern3 gesendet. Wussten bestimmt viele schon, ich nicht. Der Krimi war so ein Kompromiss zwischen mir und meiner besseren Hälfte, weil er nicht übermäßig bei anderen Beschäftigungen störte und als Hintergrundgeräusch akzeptabel war.

In dieser Folge war es so, dass Berghammer, gespielt von Ottfried Fischer, mit einer alten liebeshungrigen Bekannten namens Thea Wild, gespielt von Simone Thomalla, anbändelt. Etwas sehr phantasievoll, aber ok. Er wird sie letzten Endes los, in dem er vorgaukelt, seine Assistentin wär seine Frau. Aber eine gemeinsame Nacht gibt es doch mit der Thomallaschen. Vor der Kamera muss die Thomallasche nur Bützchen verteilen, nicht dass da irgndwer sich gleich falsche Bilder aufn Schirm zieht.

Am folgenden Tag fragt den Berghammer seine Assistentin:

Du, gestern mit der Dame, da war doch was! War das was Ernstes oder ne Professionelle?

War ein großer Lacher auf unserem Fernsehsofa. Hatte das damals schon den Subtext? Das müssten ja ausgefeixte Drehbuchautoren gewesen sein. Man sagt ja sonst auch, dass man die Rolle Fischer auf den Leib geschrieben habe.


Sonntag, den 3. Oktober 2010   

tatorten

Sonntag ist ja mittlerweile immer Tatort-Twitter-Zeit, das heißt Tatort gucken, Twitterkommentare verfassen und mitlesen. Sowas macht dann auch schwache Tatorte noch erträglich. Und ein irgendwie gemeinsames Erleben des Klassikers ist es auch, also alles nicht zu unterschätzen.

Mein meist rezipierter Tweet zum heutigen Tatort war dieser hier. Er bezog sich auf eine Szene dieses leicht religiös angehauchten München-Tatorts, in der der Hauptbösewicht Hassan (übersetzt: „Der Gute“) seine Fluchthelferin („die Heilige“, nach der diese Folge benannt wurde) im Stehen vögelt und als Ausdruck ihrer Extase ihr starker Griff an den Türholzbalken kamaratechnisch einfokussiert wird.

Also wie man sieht: Ein etwas eitles Formulieren spielt bei dieser Tätigkeit auch eine Rolle. Aber sei’s drum. Der Krimi war in bekannter Tatort-Ästhetik abgedreht: Rückblenden, Slow-Motion, was vielleicht etwas neu war, aber nicht spannungsfördernd, die Ermittler wissen weniger als der Zuschauer etc. pp.

Aber wenn man dann Rezensionen von Fernsehzeitschriften liest, fragt man sich auch, was der Rezensent da wohl für einen Film gesehen hat. Der von der TV Movie schreibt über diesen motivüberladenen Durchschnittsfilm:

Das bayrische Team ist wieder in Hochform! Der neue Film begeistert – als subtiles Knast-Drama und als nervenaufreibender Thriller. Brilliante Regie, aufwühlender Fall

Vielleicht habe ich das mit dem Schönschreiben bestimmter Filme bei Fernsehzeitschriften auch einfach noch nicht so verstanden.


Montag, den 14. September 2009   

das tv-duell oder: die politische bankrotterklärung des fernsehens

Das Aufeinandertreffen von Steinmeier und Merkel im so genannten TV-Duell hatte nun doch noch sein interessantes Moment. Allerdings nicht im Aufeinandertreffen von Steinmeier und Merkel, sondern im Aufeinandertreffen von selbständig denkenen Politikern und TV-Moderatoren, die sich als politische Journalisten ausgaben.

Politisch gesehen ist die Wahl einigermaßen vorhersehbar. Denn wenn Union und FDP eine klare Mehrheit erringen, heisst der kommende Außenminister Westerwelle und je schlechter das Ergebnis dieser Koalition wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Weiterführung der großen Koalition.

Wirklich peinlich dagegen war das Auftreten der Moderatoren von ARD, ZDF, RTL und Sat.1. Da hinterließ nicht ein Einziger den Nachweis, dass er qualifiziert genug für ein inhaltlich angemessenes Gespräch mit diesen hohen Representanten des Staates ist.

Nachdem die ARD nun offen bekunden muss, dass sie nicht genau auf dem Schirm hat, was ein guter Autor für Fernsehfilme ist, scheint sie auch keine Ahnung zu haben, was ein guter politischer Journalist ist. Man schaue nur mal nach Amerika, was für blendend gute Politikjournalisten dort in den Fernsehanstalten moderieren. Das sind keine Moderatoren deutscher Couleur, dass sind politische Kapazitäten. Die muss man nicht hochloben, die stellen ihre Qualifikation allenthalben selber unter Beweis.

Und in Deutschland reicht es nur zu einer Tigerenten-Frage, die die Moderationsvertreter von ARD und ZDF gemeinsam für lustig halten. Man konnte Merkel ansehen, wie genervt sie von diesen Albernheiten gewesen ist und man hätte Steinmeier schelten müssen, wenn er die Moderatorenäußerungen nicht wiederholt auf die Schippe genommen hätte.


Samstag, den 2. Mai 2009   

die blöd-zeitung und dsds

annemieDie BLÖD-Zeitung hypt gerade eine der drei Finalisten der RTL-Sendung Deutschland sucht den Superstar. Wer für sie anruft, bekommt eine Bestätigungs-SMS, mit der man bei der BLÖD-Zeitung an einem Gewinnspiel teilnehmen kann. Man darf also etwas zweifeln, wie fair die Abstimmung der heutigen Sendung eigentlich ist. Diese Zeitung gesellt sich also als Trittbrettfahrer der Sendung zu den SMS-Abzockern. Aber das verwundert ja wirklich niemanden mehr.

Irgendwie aber auch lustig, wie man in der dortigen Redaktion versucht, irgendwie etwas Positives aus ihrem völlig verhunzten Auftritt mit Schlange auszupressen:

21.40 Uhr: Annemarie tritt mit „Maneater“ von Nelly Furtado auf. Sie hat eine weiße Schlange um den Hals

21.41 Uhr: Die Schlange lässt sich die Bühnenshow gefallen, schlängelt sexy um Annemaries Hals

21.43 Uhr: Annemarie scheint sich gut mit der Schlange zu verstehen. Selbst bei der Bewertung hält sie das Tier bei sich

21.45 Uhr: Volker zu Annemarie: „Es war keine gute Idee mit der Schlange. Du hast die Töne nicht getroffen.“ Nina: „Ich bin ein bisschen enttäuscht. Du hättest mehr machen können.“ Dieter: „Ich fand am besten an dem Auftritt die Schlange. Das war ein Desaster.“


Donnerstag, den 8. Januar 2009   

10 jahre quer

Mein Fernsehtipp für heute abend ist quer auf Bayern3 mit Christoph Süß, einem der besten Politik-Kultur-Magazine, die derzeit im deutschen Fernsehen zu kriegen ist. Heute Abend gibt es zum 10jährigen ein kleines Best-of, sei’s ihnen gegönnt. Auf die nächsten 10!


Samstag, den 17. Mai 2008   

schon kult: olbermanns busch-kritik

Keith Olbermann hat vorgestern in der Sendung Countdown eine längst fällige amerikanische Abrechnung an die Adresse von George Bush gegeben, die längst Kult geworden ist und ein Must-see, wie die Amerikaner es einschätzen.

Alternative: YouTube.

Das Video schlägt in Amerika gerade wesentlich stärker ein als damals in Deutschland Volker Pispers:

Auch spannend bzgl. Olbermann ist dessen Beitrag zur Geschichte Hillary Clintons, sie sei 1997 unter Heckenschützenfeuer in Bosnien gelandet.

Und bzgl. John McCains Aussage über den Grund des Irak-Krieges.


Montag, den 21. Februar 2005   

stippvisite in der schwarzwaldklinik

Das Special ist vorrüber und meine Seite verzeichnete einen Besucherrekord von 1500 Besuchern alleine am Sonntag. Vielen Dank fürs Vorbeischauen. Wir haben uns eben mit 6 Mann vorm Fernseher gut amüsiert („Krebs isch wie a Hund“, „Schübel – alter Zocker“ etc.). Also da warn schon Insider drin, die den Fan erfreuen. Mir spukt im Hirn, dass meine Seite „gegrüsst“ sein könnte durch die zweifache Erwähnung eines „Dr. Wahrstein“, falls das aufgefallen ist. Auf meiner Sprücheseite gibts eine Wahrsteiner-Dose und einen Wahrsteinspuch von Mischa. Ansonsten hab ich Angie und Dr. Gessner vermisst, die hätte man einbauen sollen. Die Hochzeitsgeschichte war platt, Sascha Hehn hat sich auch schon im Vorfeld beschwert, dass man mehr Qualität draus hätte machen können. Ich fands aber gut, hat mich gefreut, die Gesichter wiederzusehen und hoffe auf ein weiteres Special ;-).


Sonntag, den 15. Februar 2004   

komm ich getz in fernsehn?

Da sitzt man Ende letzter Woche so mich nichts, dich nichts inner Fachschaft und bastelt an der Homepage derselben, da klingelt auf einma das Telefon.
„Fachschaft Philosophie, hallo?“
„Ja, hier ist RTL West“
„Guten Tag.“
„Ja,
„Wir recherchieren gerade für eine Reportage.“
„Soso.“
„Ja, und uns hat jemand verraten, dass an ihrer Fakultät jemand studiert und schon im 27. Semester ist.“
„Aha.“
„Können Sie mir sagen, wer das ist?“
„Nö.“
„Ja, der studiert Mathematik, Amerikanistik und Spanisch. “
„Aha, wie kommen Sie da auf uns?“
„Ja, Amerikanistik gehört doch zur Philosophie.“
„???“
„Ja oder?“
„Ja, äh, ich glaub, das hat jetzt was mit Logik zu tun.“
„Sehn sie. Und bei der Mathefachschaft geht keiner ans Telefon. Und da dachte ich, dass ich Sie mal anrufe.“
„Alles klar.“
„Können Sie mir da weiterhelfen?“
„Ja, äähhh, ich glaub, der heisst Schleckermann. Genau weiss ich das aber auch nicht. Der studiert auch nicht Mathematik und ich bin auch erst im 18ten Semester, verstehen sie?“
„Ja, das verstehe ich gut.“
„Vielleicht rufen sie dann doch besser bei der Fachschaft Mathematik an.“
„Ja, das wird das beste sein.“


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