Freitag, den 8. Mai 2009   

die unwissenheit des ministers guttenberg

Es ist schon beden­klich, wenn der zuständi­ge Min­is­ter Gut­ten­berg in den öffentlichen Nachricht­en das The­ma, zu dem er kri­tisiert wird, so ver­fehlt:

Nochmal in kurz:
1. Nie­mand will mit dieser Aktion, dass kinder­pornographis­che Inhalte geschützt wer­den sollen. Es ist polemisch zu behaupten, dieser Ein­druck entstünde.
2. Die Aktion der Bun­desregierung sper­rt diese Inhalte über­haupt nicht. Es gibt lediglich eine Sperre von Inter­ne­tadressen in Buch­staben­form, wobei diesel­ben Seit­en weit­er­hin über ihre Inter­ne­tadresse als Zahlenkom­bi­na­tion erre­ich­bar sind. Die Aus­druck­sweise des Min­is­ters ist sachinkom­pe­tent.

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mehr: Das Aufk­lärung­sprob­lem der CDU, Wie die Bun­desregierung Kinder­porno­seit­en­klicks errech­net


Freitag, den 8. Mai 2009   

die netzwerkbedeutung des internets

Michael Mach­nig ist ehe­ma­liger Wahlkampfhelfer Ger­hard Schröders und hat einen Vor­trag zu seinem neuen Buch gehal­ten. Es ist zu großen Teilen die Bauchn­abelschau eines Poli­tik­ers, nicht son­der­lich erhel­lend und dröge vor­ge­tra­gen. Aber einen Aspekt hebt er her­aus, den ich für dur­chaus inter­es­sant erachte.

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Oba­ma habe Inter­net­diskus­sio­nen ver­fol­gt und dort erfol­gre­iche Argu­men­ta­tio­nen über­nom­men. Im Kleinen ver­fol­gt Sascha Lobo den Gedanken eben­so: In ein­er n-tv-Sendung kommt er mit alt­bekan­nten Inter­net­mei­n­un­gen an, die er etwas verziert, ohne mit sein­er Eigen­leis­tung allerd­ings noch entschei­dend dem Ganzen eine Rich­tung zu geben. Zum einen ist das Aufnehmen von Infor­ma­tio­nen aus Net­zw­erken gesellschaftlich begrüßenswert, zum anderen risikobe­haftet.

Das Inter­net als Wis­sensres­source zu nutzen ist natür­lich etwas pos­i­tives und ich bin auch noch der Hoff­nung, dass sich gute Ideen durch­set­zen kön­nen. Eine Ver­lagerung von Per­so­n­en ihre Äußerun­gen mit Inter­net­mei­n­un­gen abzu­gle­ichen und auf let­ztere wegen ihres Erfol­gs stärk­er zu bauen, ist aber risiko­haft. Wohlmöglich kom­men Per­so­n­en in Posi­tio­nen, die fach­lich nicht qual­i­fiziert sind, aber her­vor­ra­gende Net­zw­erk­er. Das ist auch noch keine grund­sät­zliche Fehlerquelle, aber eine poten­tielle: Fach­män­ner dürften kom­pe­ten­ter, wenn auch nicht fehler­be­fre­it, mit Fach­fra­gen umge­hen kön­nen als Kol­por­teure von Mei­n­un­gen ander­er. Sie müssen sich auch weniger um den Schein als Fach­mann an zu kom­men küm­mern als Net­zw­erk­er ohne fach­liche Aus­bil­dung, auch wenn diese Kol­por­teure gut mit exter­nen Mei­n­un­gen umge­hen kön­nen. Jede Posi­tion, die allerd­ings ein Net­zw­erk­er statt eines Fach­manns bek­lei­det, muss aber hin­ter­fragt wer­den: Wieso ist dort nun kein Fach­mann am Werke?

Eine Frage, die sich derzeit auch Bun­desmin­is­terin von der Leyen gefall­en lassen muss: