warum die piraten nicht entern

Eine der inter­es­san­testen Fra­gen derzeit ist ja, wie stark die Piraten­partei bei der kom­menden Bun­destagswahl abschnei­den wird. Dabei wer­den ihr in Punk­to Einzug in den Bun­destag nur Außen­seit­er­chan­cen eingeräumt.

Mir ist die Partei nicht son­der­lich unsym­pa­thisch. Derzeit 7000 Mit­glieder bei einem täglichen Zuwachs von 80 Mit­gliedern sprechen auch für sich. Davon kann die SPD mit 30 täglichen Aus­trit­ten ger­ade nur träumen.

Den­noch denke ich nicht, dass dies zu mehr als einem Achtungser­folg bei Wahlen führt. Denn derzeit ste­ht die Piraten­partei nur für Schutz der Pri­vat­sphäre und dig­i­tale Frei­heit, die gedanklich nah beieinan­der verortet sind. Das sind keine allzu­großen The­men­bere­iche, was einen möglichen Wäh­ler­wäch­sel angeht.

Heute ist ein­er der Grün­dungsväter der Grü­nen, Her­bert Rusche, zu den Pirat­en über­ge­treten. Er trat 2001 auf Grund der Krieg­sun­ter­stützung der Grü­nen aus der Partei aus und meint, dass die Piraten­partei das sei, was die Grü­nen in ihren Anfangs­jahren waren.

Das trifft es wohl nicht ganz. Zwar ver­fol­gt die Piraten­partei ide­al­is­tis­che Schw­er­punk­te, aber ein­er­seits wohl nicht soviele wie die Grü­nen dere­inst. Und ander­er­seits wet­terten die Grü­nen gegen eine steng kon­ser­v­a­tive und vorurteils­geleit­ete Poli­tik­er­gen­er­a­tion an. Nicht nur Umweltschutz war das The­ma der Grü­nen. Mir bleibt der Auss­chnitt unvergessen, in dem Marieluise Beck im Bun­destag von Verge­wal­ti­gung in der Ehe spricht und die anwe­senden Her­ren abschätzig zu lachen anfangen.

Nein, die Pirat­en sind nicht die Grü­nen von einst. Aber man wird abwarten müssen, wie stark die etablierten Parteien in einen Abwärtsstrudel ger­at­en. Die SPD kommt aus ihrem Tief derzeit nicht her­aus und die CDU gewin­nt nicht. Da sie eh zunehmend eine Rent­ner­partei ist, ist frag­würdig, wie man auf Dauer neue Wäh­ler gewin­nen möchte. Hier­aus kann ein Erstarken kleiner­er Parteien entste­hen. Parteien wie die Piraten­partei wer­den zuse­hen müssen, wie unfall­frei der Wech­sel von ein­er trendi­gen zu ein­er etablierten Partei von stat­ten gehen wird.

Aktu­al­isierung: Hans-Chris­tan Strö­bele ist ähn­lich­er Ansicht

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