Mittwoch, den 20. Oktober 2010   

privatbloggen

Ich lese ger­ade mal wieder etwas aus den Anfangszeit­en mein­er Blog­gerei, damals noch nur als kleine Seite auf mein­er Home­page. Damals gab es noch kein web2.0. Selt­samer Gedanke. Damals teilte man nicht sofort irgen­deinen frischen Gedanken mit dutzend anderen. Wenn man was schrieb, schrieb man auch gerne mal auf Halde, für später, zum Kor­rek­turlesen. Oder hat­te im Hin­terkopf, das Geschriebene noch 2–20x zu verbessern. Kom­men­ta­toren waren mir damals eher ein Graus, soll­ten sie kom­men­tieren dür­fen, was ich schrieb, soll­ten sie sich aber nicht auf mein­er Seite aus­lassen. Sowas wollte ich nicht haben. Dazu hat­te ich damals ein Gäste­buch. Reichte für Kom­mentare.

Das Pos­i­tive, das geblieben ist, ist, dass ich mich bei den teils winzi­gen Angaben zu den beschriebe­nen Sit­u­a­tio­nen oft die jew­eilige Sit­u­a­tion vor Augen habe, die gemeint war. Ich kann mich noch an den Mon­ty-Arnold-Auftritt erin­nern, aus dem das Zitat stammt, weiss noch, wie ich damals Har­ald-Schmidt-Nach­fol­gerin Anke Engelke bemitlei­det habe vorm Mon­i­tor am Schreibtisch.

Da waren irgendwelche Twit­ter­nasen, die bere­it ste­hen, sofort ihren Senf zu irgen­det­was beizu­tra­gen, nicht notwendig für Gedanken, für Blo­gein­träge. Und ich frage mich, ob man nicht etwas an pri­vater Inter­netqual­ität ver­liert, wenn man dauernd kom­merzielle Dien­ste in Anspruch nimmt, um lose Gedanken hin­auszu­posaunen und andere lose zu kon­sum­ieren.

Ich habe mal einen Philoso­phiepro­fes­sor zu Kol­le­gen gefragt, die hun­derte von Pub­lika­tio­nen aufweisen, was daran das Mul­mige sei. Er sagte: “So viele gute Ideen hat man im Leben nicht.” Den Satz finde ich immer noch richtig. Höch­ste Zeit, sich über konzen­tri­ert­ere Beiträge Gedanken zu machen ;-).

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