Dienstag, den 7. August 2012   

selbstrepariert

Es beschleicht einen die große Ehrfurcht vor Uhrmachern, wenn man erst einmal versucht, eine selbstauseinandergenommene Taschenuhr wieder zusammen zu stecken.

Uhren sind mir meist eh etwas sehr intimes. Man rennt mit ihnen mitunter jahrelang täglich rum und betrachtet sie häufiger als sonst einen Gegenstand (von iPhone-Betatschern mal abgesehen).

Meine Uhr stammt aus den 90ern. Sie hat alles wichtige mitgemacht. Nur läuft sie nicht mehr. Sie sei schon zu alt, sagte ein Uhrenverkäufer beim letzten Batterienwechsel, ich solle mir lieber eine neue holen, das Uhrwerk verbrauche zu viel Strom. Als ob man auf sowas hören würde.

Vielleicht sollte das die letzte funktionierende Batterieinbetriebnahme gewesen sein. Neue Batterien setzen die Uhr nicht mehr in Gang. Deswegen habe ich mir selbst eine Batterie geholt und das Ding auseinandergeschraubt. Ohne Erfolg. Vielleicht habe ich sie jetzt auch endgültig geschrottet. Nicht einmal sowas erkennt man als Laie.

Vielleicht gebe ich sie auch einfach mal einem Uhrmachermeister, der Verständnis für alte Schätzchen aufbringt. Verdient hätte sie es.

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