septemberlese

Thomas Gottschalk — Herb­st­bunt Über­flüs­sige, unlustige, plat­te Erweiterung zur vorheri­gen Biogra­phie. Jemand sollte es ihm sagen. 

Sara Pas­coe — Sex Pow­er Mon­ey Ich-bezo­gene Plat­titü­den­hascherei amerikanis­chen mit­telmäßi­gen Comedystils. 

Noam Chom­sky — Kampf oder Unter­gang! Während des Vor­worts aus der Hand gelegt. Ein Fan­boy inter­viewt sein Idol, dem let­zten der Besten über­haupt, wie der Fan meint. Braucht niemand. 

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sommerlese

Wegen Umzugs und Auf­passens auf die Nachkom­men­schaft wurde es lesetech­nisch gese­hen mau bei mir, ich halte mal fest, was im Som­mer so unter meine Augen kam:

Gary Shteyn­gart — Willkom­men in Lake Suc­cess Stark star­tender Roman ins heutige Ameri­ka: Einem mil­lio­nen­schw­eren, aber nicht exor­bi­tant reichen Invest­ment­banker fall­en seine Lebenslü­gen vor die Füße, was nicht weniger wird, als er eine Odyssee startet, die ihm das Gestern wieder brin­gen soll, während ihm das Heute wegschwimmt. Ver­liert zur Mitte etwas an Span­nung, gipfelt (SPOILERALARM) in der These, dass die USA ein Land ist, dass die schlimm­sten Leute belohnt, und find­et ein ver­söhn­lich­es Ende. Etwas merk­würdig, dass einem Soziopa­then so viel Wohlwollen ent­ge­genkommt, anson­sten sehr lesenswert. 

Georg Geis­mann — Ein­mis­chung ist Bürg­erpflicht Gesam­melte Briefe und andere Texte eines der unter­halt­sam­sten Kan­tian­er. Diese wer­den zudem in den Kon­text einge­bet­tet, der den bloßen PDFs, die man im Netz von ihm find­et, fehlen. 

Dim­itrij Kapitel­man — Das Lächeln meines unsicht­baren Vaters Auto­bi­ographisch wirk­ende Erzäh­lung eines Sohnes über seinen aus der Sow­je­tu­nion nach Deutsch­land gekomme­nen Vaters, der auf Selb­stfind­ungstrip ist, während sein Laden krieselt. 

Leon de Win­ter — Geron­i­mo Lei­dlich span­nende Gesichichte, die an die Ereignisse der Ergrei­fung Osama bin Ladens angelehnt ist. 

Rob Wijn­berg — Niet­zsche & Kant lezen de krant Essaysamm­lung des Miterfind­ers von De Cor­re­spon­dent. Unter­halt­sam, süf­fig zu lesen, aber argu­men­ta­tiv ziem­lich verblendet. Die eigene, im Nieder­ländis­chen ver­haftete Es gibt nur Mei­n­un­gen, keine Wahrheit­en-Attitüde nervt irgend­wann, wenn jed­er Artikel mit nicht-hin­ter­fragten Aus­gangsla­gen startet (“Wo liegt die Moral: In der Tat oder den Fol­gen?”), in denen der Casus knaxus (Wed­er noch.) liegt. Ganz gruselig wird es, wenn auf als aus­ge­bilde­ter Philosoph auf nicht-hin­ter­fragte Inter­pre­ta­tio­nen ander­er Denker über andere Denker gebaut wird. 

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aprillese

Chris­t­ian Kracht — Die Toten Düstere Geschichte über deutsche, schweiz­er und japanis­che Film­schaf­fende und Kar­ri­eris­ten vor dem Aus­bruch des Zweit­en Weltkriegs. Hat mich nicht gepackt. 

Hein­rich Han­nover — Die Repub­lik vor Gericht 1954–1975. Erin­nerun­gen eines unbe­que­men Recht­san­walts. Der Autor des her­vor­ra­gen­den Das Pferd Hup­pdi­wupp hier mit dem ersten Band der Darstel­lung sein­er Vertei­di­gung link­er Denker nach dem zweit­en Weltkrieg in Deutsch­land. Manch­mal lan­gat­mig, immer unterm Strichn span­nend und aufschlussreich. 

Wolf­gang Bergmann — Lasst eure Kinder in Ruhe. Gegen den Förder­wahn in der Erziehung Überzeu­gen­des Pam­phlet, dass — 2011 veröf­fentlicht — aktueller nicht sein könnte. 

Roger Willem­sen — Wer wir waren. Zukun­ft­srede Pos­tum erschienenes, sehr empfehlenswert­ers Bänd­chen über das Ver­ständ­nis des Blicks in die Zukunft. 

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märzlese

Sven Regen­er — Wiener Straße Fort­set­zung der Herr-Lehmann-Geschichte, allerd­ings ohne recht­es Tempo. 
Sven Regen­er — Mag­i­cal Mys­tery Mir scheint, hier wird dieselbe Geschichte wie in Neue Vahr Süd unter anderen Vorze­ichen — der Pro­tag­o­nist ist hier der eben­so wie Lehmann fab­u­lierende Karl Schmidt — nochmal erzählt. Hat ein paar lustige Stellen, der Film dazu nimmt diese dankbar auf, aber anson­sten viel Luft. 

Bela B Felsen­heimer — Scharnow Wenn der Ärzte-Drum­mer einen Roman vor­legt, muss man mit Trash rech­nen und dem ist hier auch so: Die Sprache ist bemüht auf Wohlk­lang gebürstet, überdeckt aber nicht, dass diverse Ver­gle­iche albernst in die Hose gehen, dass mitunter die deutsche Sprache falsch angewen­det wird, dass die Sto­ry phan­tasievoll, aber wit­z­los, die Erzählweise dümm­lich ist. 

Julian Barnes — Die einzige Geschichte Bit­tere, ele­gant erzählte Geschichte über einen jun­gen Mann in ein­er Beziehung zu ein­er älteren Frau, die daran zerbricht. 

Nor­man Ohler — Der totale Rausch Span­nende Dar­legung des Dro­gen­miss­brauchs und gesund­heitlichem Nieder­gang Hitlers und der Beziehung zu seinem Dealer. 

Ter­ry Pratch­ett — Hog­fa­ther Jahre­sendgeschichte aus der Scheiben­wel­trei­he, mit der These der Glaube an kleine Geschicht­en, wie den an die Zah­n­fee, behelfen Glaube an größere Dinge wie das Woh­lerge­hen eines Staates. 

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februarlese

Lucia Berlin — Was ich son­st noch ver­passt habe Bit­tere, auto­bi­ographisch gefärbte Geschicht­en aus dem Leben ein­er Kranken­schwest­er, die einen ehrlichen, aber nicht nieder­drück­enden Ein­druck machen. 

Michel Houelle­becq — Sero­tonin Ein ziem­lich typ­is­ch­er Houelle­becq, was die Auss­chwei­fun­gen ins Sex­uelle ange­ht. Man lei­det etwas mit der Ver­lier­erhaupt­fig­ur mit, hat sie allerd­ings auch schnell wieder vergessen. 

Karen Duve — Regen­ro­man Ein Schmök­er, der schon lange Zeit in meinem Büch­er­schrank weilte und jet­zt weit­er­wan­dern kann: Duves Roman­de­büt war mir als depres­siv ver­schrieen, ist aber eigentlich nur ein düster­er Prov­inzthriller, der mit eke­li­gen Beschrei­bun­gen verziert ist, die einen mehr pack­en als Houellebecq. 

Sven Regen­er — Neue Vahr Süd Noch so ein Schmök­er, der lange im Büch­er­schrank war: Der Zweitling Regen­ers, in der Tri­olo­gierei­he Teil 1 vor Der kleine Brud­er und Herr Lehmann. Den hat­te ich schon mal ange­fan­gen, fand ihn aber so öde, dass ich in weglegte. Das hand­lungsarme und laber­volle Erzählen Reg­n­ers muss man abkön­nen, dann kann man nach 300, 400 Seit­en miter­leben, wie das Buch auch mal Fahrt aufn­immt. Anson­sten nur für Fans. 
Sven Regen­er — Der kleine Brud­er Die Geschichte schließt unmit­tel­bar an Neue Vahr Süd an, als Haupt­darsteller Frank Lehmann nach Berlin zieht, dort ver­sucht anzukom­men und seinen großen Brud­er sucht. Die Geschichte ist etwas dichter, was mir am Ende dann schon wesentlich bess­er gefall­en hat, wenn es auch etwas ein­tönig ist, dass irgend­wie jed­er gle­ich spricht und erzählt und Hand­lung auch träge von stat­ten geht. 

Andreas Maier — Das Zim­mer Noch so eine Romanserie, die ich bis­lang nicht gele­sen habe. Die Welt erk­lären aus der Prov­inz her­aus, in diesem Falle Wet­ter­au, ist das Ziel. Und der Anfang, bei dem der Autor dem Leben seines zurück­ge­bliebe­nen Onkels nachge­ht, unter­hält dur­chaus. Allerd­ings gibt es auch hier immer wieder Band­wurm­sätze, die nicht durch kom­plex­en Inhalt bed­ingt sind. 

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januarlese

Kris­tine Bilkau — Eine Liebe in Gedanken Angenehm sen­ti­men­tale, uner­füllte Liebesgeschichte. 

Jür­gen von der Lippe — Nudel im Wind Zotiger Erstling des Mod­er­a­tors. Dauernd wer­den Zoten, auch Rezepte einge­baut, die nicht durch die Geschichte erfordert wer­den. Der Schmök­er ist eher etwas für Fans. 

Cas­tle Free­man — Auf die san­fte Tour San­ft­mütiger Sher­iff, der nicht aus dem Quark kommt, muss Ein­bruch in eine Vila von Russen aufk­lären. Atmo­sphärisch passend geschrieben. 

Davide Morosinot­to — Die Mis­sis­sip­pi-Bande Span­nen­der Aben­teuer­ro­man für Jugendliche, der aber auch Erwach­sene mitreißen kann. 

Davide Morosinot­to — Ver­loren in Eis und Schnee Zwill­inge wer­den wie bei ein­er Kinderver­schick­ung 1942 aus Leningrad gebracht, ver­lieren sich, und ver­suchen sich in Leningrad wieder zu tre­f­fen. Span­nende, phan­tasievolle Kriegs­geschichte, die Jugendlichen die Schreck­en des Krieges ein­dringlich darstellen kann. 

Pinkus Tulim — Jo Raketen-Po Furzgeschichte für Kinder und Jugendliche. Dur­chaus lustig und kurzweilig. 

Ulrich Alexan­der Boschwitz — Der Reisende Odysee eines jüdis­chen Kauf­manns in Deutsch­land im Jahre 1938. Span­nend, mitreißend und großar­tig erzählt. 

B.J. Novak — Das Buch ohne Bilder Beson­deres, kurzes Vor­lese­buch für Kinder, das mich zum Lachen gebracht hat. 

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