Montag, den 4. Mai 2009   

ernst klee – deutsche medizin im dritten reich

Ich komme erst jet­zt dazu, Ernst Klee zu lesen und das wird auch höch­ste Eisen­bahn, wenn in mein­er Heimat schon eine Schule nach ihm benan­nt wird.
Dieses Buch ist schon 2001 erschienen und befasst sich mit Kar­ri­eren von Medi­zin­ern und in der Medi­zin Täti­gen in der Zeit vor und nach 1945. Man kann Klee den Vor­wurf machen, dass seine Arbeitsweise nicht ganz wis­senschaftlichen Stan­dards entspricht. Aber wer sich mit diesem Buch befasst, merkt schnell, wie kurzge­grif­f­en ein solch­er Ein­wand ist. Ähn­lich wie  Daniel Gold­ha­gen in Hitler’s will­ing exe­cu­tion­ers, dessen Grundthese ich nicht teile, wartet Klee mit ein­er unge­mein detail­re­ichen Arbeit auf, die beein­druckt und bedrückt. Und so eine Fülle von Infor­ma­tio­nen will mir wesentlich­er erscheinen als Gold­ha­gens eigen­willige The­o­rie oder Klees Darstel­lungsweise. Klee lässt ab und an sub­jek­tive Ein­schätzun­gen zu den beschriebe­nen Ereignis­sen ein­fließen, was dem Text meines Eracht­ens aber gut tut.

Von Klee kommt in Kürze Das Kul­turlexikon zum Drit­ten Reich als Taschen­buch her­aus. Dieses Buch unter­liegt der­sel­ben Kri­tik wie oben beschrieben und ist eben­so mit dem Hin­weis zu verse­hen, dass Klees Arbeit­en derzeit ein­fach eine Lücke aus­füllen.

Lese­hin­weis: ns-eugenik.de

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